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Fußball - News, Spekulationen, Berichte etc.

Rassismus im Fußballstadion: Zuerst beleidigt, dann ausgepfiffen
Während diskriminierte Profis in Liverpool und Potsdam Unterstützung erfuhren, wurde ein Spieler in Leipzig ausgepfiffen. Karim Reuß von der Fairplay-Initiative sieht "krasse Gegensätze" in den Reaktionen

Die Fußballsaison ist noch jung, die Liste der rassistischen Vorfälle auf Europas Fußballplätzen aber schon lang. Am Wochenende kam es in Leipzig, Potsdam und Liverpool zu diskriminierenden Vorfällen. Was ist da los? Nimmt der Rassismus in den Stadien wieder zu? Oder steht er nur unter strengerer Beobachtung einer sensibler gewordenen Gesellschaft? "Ein bisschen von beidem", sagt Karim Reuß von der Fairplay-Initiative im Gespräch mit dem STANDARD. "Es gibt mehr Awareness als früher in den Vereinen. Auf der anderen Seite fühlen sich viele sogenannte Fans gesellschaftlich wieder freier, diskriminierend zu agieren."

Was ist in Liverpool passiert? Beim 4:2-Sieg des englischen Meisters gegen Bournemouth wurde ein 47-jähriger Mann festgenommen. Dieser hatte den aus Ghana stammenden Bournemouth-Profi Antoine Semenyo diskriminiert, wie die Polizei mitteilte. Semenyo hatte dem Schiedsrichter gemeldet, er sei von der Tribüne rassistisch beleidigt worden. Nach Rücksprache von Referee Anthony Taylor mit Liverpool-Coach Arne Slot und Bournemouth-Trainer Andoni Iraola wurde das Spiel fortgesetzt. Semenyo erzielte in der zweiten Hälfte die beiden Tore für seinen Club. Der mutmaßliche Täter erhielt zudem ein Stadionverbot.

 
Der Tiefpunkt
Es gibt Momente, in denen die Maske fällt und die Fratze dahinter sichtbar wird. Momente, in denen selbst die geschickteste PR-Maschinerie nicht mehr verbergen kann, was längst offensichtlich ist: dass der moderne Fußball seine Seele verkauft hat, dass seine Funktionäre zu Hofnarren von Despoten geworden sind, dass das schöne Spiel zur hässlichen Bühne für Kriegsverbrecher mutiert ist. Was sich gestern im Oval Office abspielte, war kein diplomatischer Fauxpas. Es war die Bankrotterklärung eines Sports, der einst Menschen vereinte und heute vor Massenmördern buckelt. Donald Trump zieht ein Foto aus seiner Schublade, zeigt es der Weltöffentlichkeit wie ein Kind seine Sammelkarten: Vladimir Putin, der Mann, der ukrainische Städte in Schutt und Asche legt, der Kinder unter Trümmern begräbt, der systematisch die Zivilbevölkerung eines souveränen Staates terrorisiert. „Er möchte sehr gerne hier sein“, verkündet Trump mit einem Grinsen, während FIFA-Präsident Gianni Infantino daneben steht wie ein Komplize, der beim Verbrechen ertappt wurde, aber zu feige ist, um zu fliehen.

Infantino, dieser Schweizer Apparatschik, der sich gerne als Reformer inszeniert, steht stumm daneben, während ein amerikanischer Präsident Kriegsverbrecher Putin die Bühne bietet. Kein Widerspruch, kein Unbehagen, nicht einmal der Versuch einer diplomatischen Distanzierung. Stattdessen das übliche FIFA-Lächeln, jenes eingefrorene Grinsen, das wir schon aus Katar kennen, wo Gastarbeiter für Stadien starben, das wir aus Russland kennen, wo Oppositionelle verschwanden, während der Ball rollte.

Die Rechnung der Schande
Während Infantino schweigt, sterben Menschen. Nicht irgendwo, nicht abstrakt, sondern konkret, messbar, dokumentiert. Über 10.000 ukrainische Zivilisten wurden seit Beginn der russischen Invasion getötet. Zehntausende verletzt. Millionen vertrieben. Städte ausradiert. Kulturstätten vernichtet. Und die FIFA? Spendet eine Million Dollar – weniger als Infantinos Jahresgehalt – und nennt es humanitäre Hilfe. Eine Million Dollar, während ukrainische Fußballvereine ihre Existenz verlieren, während Stadien zu Ruinen werden, während Spieler an der Front sterben, statt auf dem Rasen zu stehen. Serhii Palkin von Schachtar Donezk hat es auf den Punkt gebracht: Die FIFA hat den ukrainischen Fußball von Anfang an ignoriert. Schlimmer noch: Sie hat ihn verraten. Während russische Bomben auf ukrainische Städte fallen, während eine US-Waffenfabrik in der Ukraine von russischen Raketen getroffen wird – Trump ließ beiläufig durchblicken, dass Putins Wunsch nach einer WM-Teilnahme keineswegs unrealistisch sei – und Insider teilten uns heute, wenn auch unbestätigt, mit, dass selbst die FIFA bereits über entsprechende Vorbereitungen nachdenkt.

 
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Glückwunsch Leverkusen.er unterschreibt einen 2 Jahres Vertrag
 

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Dortmund plant bis 2027 mit Trainer Kovac
Der deutsche Bundesligist Borussia Dortmund hat den Vertrag mit Trainer Niko Kovac bis 30. Juni 2027 verlängert. Das teilte der Club am Dienstag mit.

Der 53-jährige Berliner hatte Anfang Februar die Nachfolge von Nuri Sahin angetreten und das Team von ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer vom elften Tabellenplatz noch auf Platz vier und damit in die Champions League geführt. In die neue Saison startete Dortmund am Samstagabend mit einem 3:3 beim FC St. Pauli.

„Gemeinsam viel erreicht“
„Wir haben in den vergangenen sechs Monaten gemeinsam viel erreicht und die Borussia sportlich wieder auf Kurs gebracht“, sagte Kovac. „Als Trainerteam haben wir großes Vertrauen gespürt und das Gefühl, hier zusammen mit dem Club und den Fans etwas bewegen zu können.“

 
Besiktas stellt Trainer Solskjaer nach Aus frei
Ole Gunnar Solskjaer ist nach knapp über sieben Monaten als Trainer von Besiktas Istanbul freigestellt worden. Das Ende der Zusammenarbeit teilte der türkische Spitzenclub kurz nach dem Aus in der Qualifikation zur Conference League am Donnerstagabend mit.

Besiktas reagierte mit dem Rauswurf auf die 0:1-Heimniederlage im Play-off gegen den Schweizer Club FC Lausanne-Sport, was nach dem 1:1 im Hinspiel das Ende im internationalen Wettbewerb bedeutete. Solskjaer hatte erst im Jänner einen Vertrag für 18 Monate plus Option auf ein weiteres Jahr unterschrieben.

 
Wie Austria Wien, Ajax, Tottenham und die Bayern zu "Judenklubs" wurden
Der Wissenschaftler Pavel Brunssen hat darüber ein Buch geschrieben, in dem es auch darum geht, was uns der Fußball über Antisemitismus und Erinnerungskultur in Europa erzählen kann

In den 1970er-Jahren Englands als Fußballfan zu einem Auswärtsspiel zu reisen, konnte gefährlich sein. Es war die Zeit der Hooligans auf der britischen Insel, Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppierungen an Bahnhöfen waren genauso an der Tagesordnung wie Rassismus in den Stadien. Es war auch die Zeit, in der die Fans des Tottenham Hotspur FC von gegnerischen Anhängern antisemitisch beschimpft wurden – und als Reaktion darauf begannen, negative Fremdzuschreibungen positiv zu drehen. So entstand die "Yid Army".

Tottenham gilt als "Judenklub", genauso wie die Wiener Austria, Ajax Amsterdam und Bayern München. Aber warum eigentlich? Pavel Brunssen hat darüber ein Buch geschrieben. In The Making of "Jew Clubs", das am 2. September erscheint, erklärt der 37-jährige Sozialwissenschafter, wie es dazu kam, was die Vereine verbindet und trotz dieser Gemeinsamkeit unterscheidet. Und warum es um mehr als Fußball geht: "Es ist genauso ein Buch über Fußballkultur wie über Antisemitismus, Erinnerungskultur und kollektive Identitäten", sagt Brunssen dem STANDARD. Fußball als Brennglas der Gesellschaft sozusagen.

 
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