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Gewalt gegen Frauen und Kinder

Frau in Oberösterreich nach sexuellem Missbrauch gestorben
Als tatverdächtig gilt der 50-jährige Ehemann des Todesopfers. Er ist in Untersuchungshaft

Marchtrenk – In Marchtrenk (Bezirk Wels-Land) in Oberösterreich steht ein 50-Jähriger unter Verdacht, seiner Ehefrau massive Verletzungen im Genitalbereich und Bauchraum zugefügt zu haben. Der Mann wurde am 2. Juli fest- und später in Untersuchungshaft genommen, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wels gegenüber der APA einen Online-Bericht der Kronen Zeitung am Montagabend. Gegen ihn wird wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person mit Todesfolge ermittelt.

Obduktion wegen Verletzungen
Die 40-Jährige wurde am 26. Juni mit stark blutenden Wunden in ihrem Wohnhaus aufgefunden, sodass die Rettung alarmiert werden musste. Diese konnte nur noch den Tod der Frau feststellen. Aufgrund der Verletzungen wurde eine Obduktion angeordnet. In Befragungen gab der 50-Jährige sexuelle Handlungen zu, sprach aber von einem Unfall. Weitere Details wollte die Staatsanwaltschaftssprecherin aus Opferschutzgründen nicht bekanntgeben.

 
Nach weiterem Femizid: Nur Gleichberechtigung kann uns schützen
Wir müssen uns endlich darauf einigen, wo Frauenhass beginnt. Solange wir als Gesellschaft keine klaren Grenzen ziehen und verteidigen, wird das Töten von Frauen durch Männergewalt nicht weniger werden

Einer 40-jährigen Frau wird derart massive sexuelle Gewalt angetan, dass sie stirbt. Wenige Tage später wird ihr Ehemann in Untersuchungshaft genommen; gegen ihn wird wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person mit Todesfolge ermittelt.

Der Fall schockiert. Wieder einmal. Wie so oft, wenn das Äußerste geschieht: Wenn eine Frau erneut – heuer bereits zum 15. Mal – von einem Mann getötet wird. Dann ist das jener kurze Moment, in dem mehr Menschen als sonst begreifen, dass Frauen bis heute nicht derselbe Wert zugeschrieben wird wie Männern.

Aber eigentlich nicht einmal dann. Selbst in solchen Momenten herrscht längst kein Konsens darüber, dass die Ursache in einer brutalen patriarchalen Kultur liegt, in der wir noch immer leben. Auch dann tut der Boulevard, konkret Heute und die Krone, so, als handle es sich um einen bedauerlichen "Unfall": "Frau verblutet nach ,Sex-Spiel‘", schreibt Heute. Auf der Website des Blattes wird diese Meldung später direkt neben einer Geschichte über den Verdächtigen im Fall einer jahrelang vermissten jungen Frau platziert, die im Dezember 2025 tot gefunden wurde. "Ich habe Angst vor Frauen", zitiert die Zeitung den Tatverdächtigen bereits im Titel – unmittelbar neben der Meldung zu dem aktuellen Femizid. Die Krone schreibt, die Frau sei nach "brutalem Sex" verblutet.

Ideologie oder "nur" Ignoranz?
Nicht einmal dort, wo Frauen getötet werden, ziehen wir eine klare Grenze. Nicht einmal dort herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass es sich um Frauenverachtung handelt.

 
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