Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Iran News....

Ex-US-Sicherheitsberater Jake Sullivan: „Netanjahu wollte seit Jahrzehnten US-Präsidenten überzeugen, in den Krieg gegen den Iran zu ziehen“
Der ehemalige Nationale US-Sicherheitsberater, Jake Sullivan, hält es für möglich, dass Donald Trump in der Straße von Hormus ein gemeinsames Mautkonsortium mit dem Iran anstrebt und die Nato-Beistandsklausel zur Freude Wladimir Putins künftig selektiv aufweicht. Österreich empfiehlt er, die Neutralität zu überdenken.
Wie fällt Ihre bisherige Bilanz des Iran-Krieges aus?

Jake Sullivan: Die US-Regierung hat den Krieg ohne klare Zielsetzung begonnen und eine ganze Reihe unterschiedlicher und wechselnder Begründungen geliefert. Und wenn man nicht weiß, warum man etwas tut, ist es viel schwieriger zu wissen, was man eigentlich tut. Die USA haben die zentralen Probleme, die sie zu Beginn des Iran-Krieges beschäftigt haben, in den vergangenen fünfeinhalb Wochen nicht lösen können.

Und zwar?

Das iranische Atomprogramm existiert weiterhin – mit hoch angereichertem Uran, Zentrifugen und Know-how. Das Regime ist noch intakt, es hat sich sogar verhärtet. Für einen bevorstehenden Zusammenbruch gibt es keinerlei Anzeichen. Der Iran ist militärisch geschwächt, aber weiterhin in der Lage, Nachbarn anzugreifen und Macht über seine Grenzen hinaus zu projizieren. Am besorgniserregendsten ist jedoch aus langfristiger strategischer Perspektive, dass der Iran das bisher eher theoretische Risiko, die Kontrolle über die Straße von Hormus als Druckmittel zu nutzen, in eine Tatsache umgewandelt hat. Der Iran hat nun einen Trumpf in der Hand.

Waren Sie in irgendeiner Weise überrascht, wie effektiv der Iran die Straße von Hormus nach den israelisch-amerikanischen Angriffen blockiert hat?

Basierend auf allem, was ich aus meiner Regierungszeit weiß, bin ich mir fast sicher, dass die amerikanischen Nachrichtendienste und das Militär den Präsidenten vor genau diesem Risiko gewarnt haben. Ich denke, Trump hat diese Warnungen ignoriert, weil der Iran im 12-Tage-Krieg im vergangenen Juni kaum reagiert hat und nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro bei ihm der Eindruck entstanden ist, die USA könnten militärisch handeln, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Das stellte sich als katastrophale Fehleinschätzung heraus.

 
Angebliche Botschaft von Modschtaba Chamenei
Der neue Revolutionsführer des Iran, Modschtaba Chamenei, hat gestern in einer ihm zugeschriebenen Erklärung sein Land als Sieger im Konflikt mit den USA und Israel dargestellt. Wie zuvor wurde die Botschaft im Staatsfernsehen nur verlesen, es gab weder ein Bewegtbild noch eine Audio- oder Videoaufnahme.

In der Chamenei zugeschriebenen Botschaft heißt es, der Iran sei der Sieger des Konflikts. „In den letzten 40 Tagen hat die große Nation Iran ein Epos geschaffen und die Welt verblüfft.“

Seit Ernennung nie öffentlich gezeigt
Der 56-Jährige soll verletzt sein und ist seit seiner Ernennung zum neuen Religionsführer am 8. März nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle.

 
Erster nicht iranischer Tanker wieder in Straße von Hormus
Erstmals seit der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg hat gestern offenbar ein nicht iranischer Tanker die Straße von Hormus passiert. Laut Daten der Plattform Marine Traffic handelte es sich um den unter gabunischer Flagge fahrenden Öltanker „MSG“. Das Schiff war demnach mit rund 7.000 Tonnen Heizöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Indien unterwegs. Auch weitere Schiffe nahmen Kurs auf die Meerenge. Es ist aber weiterhin eine iranische Genehmigung nötig.

US-Präsident Donald Trump warnte den Iran davor, von Tankern Gebühren für die Durchfahrt zu verlangen. „Das sollten sie besser lassen, und falls sie es tun, sollten sie sofort damit aufhören“, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social.

Mehrere Schiffe unterwegs zu Meerenge
Seit dem Verkünden der Feuerpause in der Nacht zum Mittwoch (MESZ) waren nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren, darunter zwei Tanker unter iranischer Flagge, wie das Schifffahrtsanalyseunternehmen Kpler mitteilte. Ein Dutzend weiterer Schiffe nahm offenbar Kurs auf die Straße von Hormus.

 
Pakistan drängte als Vermittler in erste Reihe
Pakistan fungiert nicht oft als Vermittler in kriegerischen Auseinandersetzungen, doch im Iran-Krieg drängte die Regierung geradezu in diese Rolle. Wochenlang versuchte man hinter den Kulissen zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln, in der Nacht auf Mittwoch konnte Premierminister Shehbaz Sharif dann einen zweiwöchigen Waffenstillstand verkünden – die Welt applaudierte. Am Freitag sollen in Islamabad Gespräche zwischen den Delegationen der Kriegsparteien beginnen. Uneigennützig war das Engagement Pakistans freilich nicht.

Pakistan stößt in ein Vakuum, das kaum ein anderes Land derzeit füllen kann: Die Golfstaaten Katar und Omar etwa, früher selbst erprobt im Vermitteln, gerieten diesmal in den Konflikt. Als Ziel iranischer Angriffe können sie nicht unparteiisch auftreten. Die Türkei, ebenso beliebt als Konfliktbeileger, steht dem Iran nicht freundlich gegenüber und ist obendrein NATO-Mitglied. Europa wurde aus den meisten Verhandlungen herausgedrängt. Viele Optionen blieben da nicht mehr.

Islamabad hingegen unterhält gute Arbeitsbeziehungen zu den meisten der wichtigsten Konfliktparteien und hat enge strategische Beziehungen in der Golfregion. Im vergangenen Jahr hat es zudem ein Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien geschlossen. An sich wäre Islamabad also verpflichtet, dem ebenfalls vom Iran attackierten Königreich militärisch beizustehen, als neutraler Vermittler aber sieht man sich davon entbunden.

 
Peking wägt ab – Chinas Rolle im Iran-Waffenstillstand wird zum geopolitischen Faktor
Während der Waffenstillstand zwischen den USA und Iran vorerst hält, verschiebt sich der Blick nach Peking, wo die Führung um Xi Jinping ihre nächsten Schritte abwägt. China hat im Hintergrund bereits Einfluss genommen und Iran zurück an den Verhandlungstisch gedrängt, ein Schritt, den auch mehrere Diplomaten bestätigen. Für Donald Trump kommt das nicht ungelegen, er sieht darin bereits einen Beitrag Chinas zur Deeskalation. Gleichzeitig zeigt sich, wie stark Peking inzwischen in der Lage ist, über wirtschaftliche Hebel politisch zu wirken, denn als größter Abnehmer iranischen Öls hat China direkten Zugriff auf zentrale Interessen Teherans. Außenamtssprecherin Mao Ning betonte, man habe aktiv daran gearbeitet, den Konflikt zu beenden, ließ aber offen, wie weit dieses Engagement gehen soll. Denn die Entscheidung ist für China keine Frage von Symbolik, sondern von Kalkulation. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölflusses läuft normalerweise durch die Straße von Hormus, deren Blockade die chinesische Wirtschaft direkt trifft. Premier Li Qiang hat bereits ein schwächeres Wachstum in Aussicht gestellt, die Unsicherheit durch den Konflikt verstärkt diesen Druck zusätzlich.

Gleichzeitig bietet die Lage Chancen. Ein stabilisierender Auftritt könnte Pekings Position bei den anstehenden Gesprächen mit Trump stärken, die nun für den kommenden Monat geplant sind. Beobachter wie Danny Russel sehen darin keinen altruistischen Schritt, sondern eine klare Interessenpolitik. Auch Ali Wyne weist darauf hin, dass China sich als stabiler Akteur präsentieren kann, während Washington durch den Kriegsverlauf unter Druck geraten ist. In Peking selbst wird genau registriert, dass Trump von eigenen Drohungen abgerückt ist, ein Eindruck, der auch in sozialen Medien aufgegriffen wurde. Xi Jinping geht dennoch vorsichtig vor, vermeidet direkte Konfrontation und hält sich alle Optionen offen. Unterstützung für langfristige Sicherheitsgarantien für Iran steht nicht im Raum, obwohl Teheran genau das fordert. Gleichzeitig bringt sich China für mögliche Verhandlungen in Pakistan in Stellung. Stimmen wie Steve Bannon drängen bereits darauf, dass ein dauerhafter Deal ohne Peking kaum möglich sein wird. Am Ende geht es für China um Energie, Handel und Einfluss, nicht um politische Gesten.
 
Das tue ich auch nicht, du tust es. Aber gewisse Parallelen gibt es. Beide begannen den Krieg, ohne die Bevölkerung ihrer Länder zu fragen, beide wissen jetzt nicht, wie sie daraus herauskommen sollen, und beide zerstören ihre Länder mit diesen Kriegen – Russland als Imperium ist dem Untergang geweiht, und für die USA bedeutet dieser Krieg mit dem Iran das Ende der amerikanischen Hegemonie in der Welt.

Was „Putin hat schon hunderttausende unschuldige Soldaten töten lassen in der Ukraine …“ betrifft, so sind sie ganz und garnicht unschuldig, die russische Armee in der Ukraine besteht aus Freiwilligen, die in die Ukraine gingen, um ihre ukrainischen Brüder für Geld zu töten.
Erstmal danke für die sachliche Syn-Analyse. Alles was du geschrieben hast, kann man so stehen lassen :thumb:
 
Kuwait meldet „feindliche Drohnenangriffe“
Der Golfstaat Kuwait hat am zweiten Tag der Waffenruhevereinbarung im Iran-Krieg „feindliche Drohnenangriffe“ gemeldet. Die staatliche Nachrichtenagentur sprach gestern von einem Drohnenangriff auf einen Standort der Nationalgarde. Dabei sei erheblicher Sachschaden entstanden, Verletzte gebe es nicht.

Kuwait verurteilte nach Angaben des Außenministeriums Drohnenangriffe des Iran und seiner Verbündeten auf wichtige Einrichtungen des Landes.

Revolutionsgarde dementiert Angriff
Die Vorfälle seien eine Verletzung der Souveränität und des Luftraums, teilte das Ministerium mit. Die iranische Revolutionsgarde wies in staatlichen Medien zurück, während der geltenden Waffenruhe Angriffe auf Golfstaaten verübt zu haben. Kuwait erklärt, die Angriffe untergrüben die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.

Es war der erste gemeldete Angriff in einem Golfstaat am Tag nach der Bekanntgabe einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran. Diese war in der Nacht auf Mittwoch (MESZ) verkündet worden.

Drohnenangriff auch auf US-Einrichtung in Bagdad
Nach einem Drohnenangriff auf eine diplomatische Einrichtung der USA in Bagdad bestellte US-Vizeaußenminister Christopher Landau den irakischen Botschafter ein. Das teilte das Außenministerium in Washington mit.

 
Kuwait brennt – Islamabad wartet – Schwere Vorwürfe von US-Soldaten – Die Straße von Hormus bleibt zu
Jerewan – Trump schrieb am Donnerstagabend auf Social Media, Iran erledige die Öffnung der Straße von Hormus sehr schlecht. Das sei nicht die Vereinbarung, die man getroffen habe. Zuvor hatte er geschrieben, es gebe Berichte, Iran erhebe Gebühren von Tankern, die durch die Meerenge wollten. Sie sollten das besser lassen. Und wenn sie es täten, sollten sie sofort damit aufhören.

Seit dem Waffenstillstand sind zwölf Schiffe durch die Straße von Hormus gefahren. In Friedenszeiten waren es täglich über hundert. Ein unter botswanischer Flagge fahrender Flüssiggastanker namens Nidi versuchte am frühen Freitag, den von der Revolutionsgarde angewiesenen Korridor zu nutzen, drehte plötzlich um und fuhr zurück in den Persischen Golf.

Das ist der Zustand der Öffnung

Kuwait beschuldigte Iran und seine Verbündeten, trotz des Waffenstillstands in der Nacht auf Freitag Drohnenangriffe auf kuwaitische Anlagen gestartet zu haben. Ein Stützpunkt der Nationalgarde wurde getroffen und beschädigt, verletzt wurde niemand.

Irans Revolutionsgarde bestritt die Angriffe in einer Erklärung und sagte, sollten die Berichte stimmen, sei es das Werk des zionistischen Feindes oder Amerikas. Saudi-Arabien bestätigte, ein Angriff habe die wichtige Ost-West-Pipeline beschädigt, die Öl zum Roten Meer transportiert und den Umweg über die Straße von Hormus umgeht. Der Angriff auf eine Pumpstation habe den Durchfluss von rund 700.000 Barrel täglich beeinträchtigt. Weitere Angriffe hätten die Rohölproduktion um zusätzlich 600.000 Barrel täglich reduziert.

Islamabad bereitet sich vor. Pakistan kündigte an, Journalisten und Delegierten, die für die Gespräche zwischen den USA und Iran einreisen, Visa bei der Ankunft auszustellen. Das Interesse der Weltpresse sei enorm. Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi traf die amerikanische Chargé d’Affaires Natalie Baker, um letzte Arrangements zu besprechen. US-Vizepräsident JD Vance, Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner werden als Delegierte erwartet.

 
US-Experte hält umfassendes Abkommen zwischen USA und Iran für unrealistisch
Jake Sullivan, ehemaliger Sicherheitsberater unter Joe Biden analysiert in der "ZIB 2" die brüchige Waffenruhe im Iran-Krieg. Er fordert eine aktivere Rolle Europas

Kaum war die Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran offiziell, startete Israel am Mittwoch die massivsten Angriffe im Libanon seit Anfang März. In der ZiB 2 am Donnerstag bemühte sich Stefan Lenglinger um Klärung der Lage nach den israelischen Angriffen im Libanon trotz der vereinbarten Waffenruhe im Iran.

Während die britische Außenministerin Yvette Cooper die Eskalation scharf als Weg "in die falsche Richtung" kritisierte, gab sich der ehemalige US-Sicherheitsberater Jake Sullivan im Interview betont pragmatisch.

Sullivan, der die Sichtweise der früheren Biden-Administration vertritt, bezeichnete das Abkommen grundsätzlich als "gut für die USA, gut für die Welt", räumte jedoch ein, dass die Auslegung des Waffenstillstands eine exklusive Angelegenheit der beteiligten Akteure bleibt.

Gefährliche Fehleinschätzung
Dass die USA und Israel den Libanon von der Vereinbarung ausgenommen sehen, während der Iran das Gegenteil behauptet, kommentierte Sullivan trocken: Solche "Unklarheiten" seien in kriegerischen Auseinandersetzungen nichts Ungewöhnliches. Für "strategisch konstruktiv" hält er die jüngsten Angriffe dennoch nicht. Sullivan ortet eine gefährliche Fehleinschätzung aufseiten Donald Trumps, der offenbar geglaubt habe, den Iran ohne Konsequenzen angreifen zu können.

 
Zurück
Oben