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Iran News....

Der Krieg läuft seit 32 Tagen – und die Welt zahlt die Rechnung
Während Donald Trump am Abend des 1. April 2026 neunzehn Minuten lang im Cross Hall des Weißen Hauses sprach, ohne etwas Neues zu sagen, spielte sich rund um die Straße von Hormus eine Krise ab, die inzwischen weit über den Nahen Osten hinausreicht. Der Verkehr durch die Meerenge ist seit Kriegsbeginn um 90 Prozent eingebrochen. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öls fließt normalerweise durch diesen schmalen Korridor zwischen Iran und Oman. Seit Iran ihn blockiert, zahlt die ganze Welt.

Der Ölpreis stieg nach Trumps Rede um mehr als vier Prozent. Brent Crude, der internationale Referenzpreis, kletterte auf 106,22 Dollar pro Barrel. Der amerikanische Referenzpreis WTI stieg auf 104,36 Dollar. Die Aktienmärkte in Asien reagierten mit Verlusten: Tokios Nikkei 225 fiel um 1,4 Prozent auf 53.004 Punkte, Seouls Kospi verlor 3,4 Prozent, Hongkongs Hang Seng gab 0,8 Prozent nach. US-Futures lagen ebenfalls mehr als 0,7 Prozent im Minus. Kurz nachdem Trump fertig gesprochen hatte, heulten in Bahrain die Sirenen – dem Land, das die Heimatbasis der US-amerikanischen 5. Flotte ist.

Bahrain hat in diesem Krieg bereits 186 Raketen und 419 Drohnen abgefangen oder auf seinem Gebiet einschlagen sehen. Desalinierungsanlagen, Hotels und der Flughafen wurden beschädigt. Bahrains UN-Botschafter Jamal Alrowaiei bezeichnete Irans Blockade der Meerenge als „wirtschaftlichen Terrorismus“ und rief den UN-Sicherheitsrat dazu auf, eine Resolution zu verabschieden, die Ländern erlaubt, „alle notwendigen Mittel“ einzusetzen, um die Durchfahrt zu sichern. Russland, China und Frankreich blockierten den aktuellen Entwurf, die Verhandlungen liefen weiter.

Saudi-Arabien hat inzwischen reagiert, so gut es kann. Im März leitete das Land rund eine Million Barrel Rohöl täglich über eine Pipeline quer durch das Land zum Roten-Meer-Hafen Yanbu um – statt wie gewohnt durch die Straße von Hormus. Die Daten der Marktbeobachtungsfirma Kpler zeigen, dass im März fast vier Millionen Barrel täglich durch die Bab-el-Mandeb-Straße flossen, mehr als je zuvor seit Oktober 2023. Aber die Pipeline reicht nicht aus, um den Ausfall zu kompensieren. Vor dem Krieg verschiffte Yanbu täglich zwischen 750.000 und 850.000 Barrel. Das ist ein Bruchteil dessen, was die Straße von Hormus normalerweise transportiert.

 
Israels Armee meldet drei Angriffswellen aus Iran
Die israelische Armee hat in der Nacht auf heute drei Angriffswellen mit Raketen aus dem Iran gemeldet. Die dritte Angriffswelle erfolgte, kurz nachdem US-Präsident Donald Trump in Washington eine TV-Ansprache zum Iran-Krieg gehalten hatte. Israelische Medien berichteten von mehreren leicht verletzten Menschen.

Nach dem ersten Angriff teilte die israelische Polizei mit, Einsatzkräfte seien zu „mehreren“ Einschlagsorten im Zentrum Israels gerufen worden. Israelische Medien bezifferten die Zahl der Einschläge auf neun. Vier Menschen seien dabei leicht verletzt worden. In Medienberichten wurden die Schäden in einem relativ weiten Gebiet auf den Einsatz von Streumunition zurückgeführt.

Auch Emirate melden Angriffe
Lediglich drei Stunden nach der ersten Angriffswelle erklärte die Armee, sie habe erneut „Raketen aus dem Iran in Richtung des Staatsgebiets Israels identifiziert“. Zu der zweiten und dritten Angriffswelle liegen noch keine Berichte über Opfer oder Schäden vor.

 
Österreich verweigerte USA Luftraum für Militärflüge
Österreich hat den USA die Nutzung des Luftraums für Iran-Kriegseinsätze verweigert, wie das Verteidigungsministerium heute bekanntgegeben hat. Grund dafür sei das heimische Neutralitätsgesetz.

Zur Anzahl der Anfragen machte die Ministeriumssprecherin keine Angaben – nur dass es „einige“ gewesen seien. Einzelfälle würden in Absprache mit dem österreichischen Außenministerium geprüft.

Die SPÖ forderte von der Regierung, den Kurs beizubehalten. „Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) sollte keinen einzigen Flug des US-Militärs Richtung Golf mehr genehmigen. Auch keine Transportflüge und sonstigen logistischen Unterstützungen. Ganz so wie es auch Spanien, Frankreich, Italien und die Schweiz tun. Dieser Krieg schadet den österreichischen Wirtschaftsinteressen, Europa als Ganzem und dem Weltfrieden“, sagte Niederösterreichs SPÖ-Chef Sven Hergovich.

 
Iran muss größte Stahlwerke schließen
Die beiden größten iranischen Stahlwerke sind bei Angriffen der USA und Israels schwer beschädigt und anschließend außer Betrieb genommen worden.

Es werde „mindestens sechs Monate und bis zu einem Jahr“ dauern, die Produktion neu zu starten, sagte die Leitung des Chusestan-Stahlwerks laut der iranischen Justizwebsite Misan Online heute. Das Mobarakeh-Stahlwerk in der zentralen Provinz Isfahan teilte mit, die Produktion sei wegen der großen Zahl der Angriffe komplett zum Erliegen gekommen.

Die beiden Werke wurden bereits Ende der vergangenen Woche beschädigt und waren seither wiederholt Ziele US-israelischer Angriffe. Stahl ist für die Produktion zahlreicher industrieller und militärischer Güter unverzichtbar.

 
UNO-Generalsekretär: „Stehen am Rande von größerem Krieg“
UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat heute vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalationsdrohungen zwischen den USA und dem Iran vor einer gefährlichen Ausweitung des Konflikts gewarnt.

„Wir stehen am Rande eines größeren Krieges, der den Nahen Osten erfassen und weltweit dramatische Auswirkungen haben würde“, sagte Guterres. „Die Spirale aus Tod und Zerstörung muss enden.“

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erneut ein baldiges Ende der Militäraktionen in Aussicht gestellt – zugleich aber weitere heftige Angriffe in den kommenden Wochen angekündigt. Der Iran reagierte seinerseits mit Drohungen, Angriffe zu intensivieren.

Guterres verwies unter anderem auf die Folgen der Einschränkungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. „Wenn die Straße von Hormus abgewürgt wird, können die Ärmsten und Verwundbarsten der Welt nicht mehr atmen.“

Die vom Iran blockierte Meerenge ist ein wichtiger Weg für Tankschiffe mit Erdöl und Flüssiggas sowie eine bedeutende Route für die globale Nahrungsmittelversorgung.

 
Amnesty kritisiert Iran wegen Kindersoldaten
Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Rekrutierung von Kindern ab zwölf Jahren für militärische Einsätze an Checkpoints und bei Patrouillen im Iran als schwere Verstöße gegen die Kinderrechte und das humanitäre Völkerrecht.

„Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten stellen ein Kriegsverbrechen dar“, erklärte Amnesty International gestern.

Verifizierte Fotos, Videos und Augenzeugenberichte zeigen laut Amnesty bewaffnete Kinder an Checkpoints der Revolutionsgarde und auf Patrouillen, teilweise mit AK47-Sturmgewehren. Über die Basidsch-Milizen des IRGC können Kinder bereits unter 15 Jahren formell eingebunden werden.

„Behörden missbrauchen Kinder“
„Die iranischen Behörden missbrauchen Kinder für militärische Zwecke und bringen sie wissentlich in Lebensgefahr“, sagte Erika Guevara-Rosas, Recherchedirektorin von Amnesty International.

 
Iran verurteilt Angriff auf Autobahnbrücke
Der iranische Außenminister Abbas Araktschi hat heute mit scharfer Kritik auf die US-Bombardierungen einer Autobahnbrücke reagiert. „Angriffe auf zivile Strukturen, einschließlich unfertiger Brücken, werden die Iraner nicht zur Kapitulation zwingen“, schrieb Araktschi auf X. Derartige Angriffe seien Ausdruck eines „moralischen Zusammenbruchs“, fügte er hinzu. Das Ansehen der USA werde sich niemals davon erholen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit weiteren Angriffen gedroht. „Die größte Brücke im Iran stürzt ein und wird nie wieder genutzt werden – es wird noch viel mehr folgen!“, schrieb er auf seiner Onlineplattform Truth Social. Der Iran solle sich auf einen Deal einlassen, bevor es zu spät sei und nichts mehr übrig bleibe von dem Land, forderte Trump.

Mehrere Tote und Dutzende Verletzte
Die als „B1“ bekannte Autobahnbrücke war gestern zweimal innerhalb kurzer Zeit bombardiert worden. Sie war Teil der Pendlerroute zwischen der Großstadt Karadsch und der überfüllten Millionenmetropole und Hauptstadt Teheran.

 
Hormus-Krisentreffen: Mehr Druck auf Iran angestrebt
Bei der Krisensitzung zur vom Iran weitestgehend blockierten Straße von Hormus haben die teilnehmenden Länder unter anderem über mögliche weitere Sanktionen gegen Teheran gesprochen. Das teilte das britische Außenministerium gestern nach dem von Großbritannien einberufenen Onlinetreffen mit Vertretern von mehr als 40 Ländern mit.

Außenministerin Yvette Cooper sprach von einer Entschlossenheit vieler Länder zur Öffnung der für den weltweiten Handel wichtigen Meeresenge. Konkrete Schritte blieben jedoch vorerst aus.

„Beispielsweise Sanktionen“ besprochen
Bei dem Treffen wurden den Angaben nach Maßnahmen zur Erhöhung des Drucks auf den Iran besprochen, darunter auch wirtschaftliche und politische „wie beispielsweise Sanktionen“, sollte die Straße von Hormus geschlossen bleiben. Schon jetzt gibt es allerdings zahlreiche Sanktionen gegen den Iran, etwa im Energiesektor.

Eine weitere Maßnahme könnte der Mitteilung zufolge die Zusammenarbeit mit der Weltschifffahrtsorganisation (IMO) sein, „um sicherzustellen, dass die ersten gestrandeten Schiffe wieder in Fahrt kommen können“. Die IMO gab zuletzt bekannt, bereits an Evakuierungsplänen für die zahlreichen festsitzenden Schiffe und Seefahrer zu arbeiten.

Treffen von Militärplanern geplant
Die Auswirkungen der iranischen Blockade auf die Wirtschaft sind enorm. Nachdem die USA und Israel den Iran angegriffen hatten, brachte Teheran die Schifffahrt durch die Straße von Hormus mit Attacken und Drohungen nahezu zum Erliegen. Auch deshalb prangerte Cooper wiederholt eine „Rücksichtslosigkeit“ Teherans an. Der Iran habe die „Weltwirtschaft als Geisel“ genommen, sagte sie.

 
Wer an ein rasches Ende des Krieges im Iran glaubt, ist naiv
Donald Trump deutet die Kriegsziele um. Die Gefahr wächst, dass er nach dem Motto agiert: „Hinter mir die Sintflut!"

Wer gedacht hatte, der Kriegspräsident würde in seiner Rede an die Nation aus dem Weißen Haus ein klares Szenario für ein Ende des Iran-Kriegs skizzieren oder an Tag 33 gar ein schnelles Aus verkünden, sah sich getäuscht. Donald Trump stellte zwar wieder einmal ein nahes Kriegsende in Aussicht, drohte aber zugleich mit einer Eskalation in den kommenden „zwei, drei Wochen“ – der „Nachspielzeit“ eines Kriegs, der ursprünglich auf „vier, fünf Wochen“ angelegt war.

Die Folgekosten werden nicht so bald sinken
Ostern und das Pessach-Fest: Das sollten denn auch die Zielmarken Trumps und Benjamin Netanjahus für den Iran-Krieg sein, der wegen des zähen Überlebenskampfs der Mullah-Republik allerdings in eine Verlängerung mit ungewissem Ausgang geht. Gewiss ist vorerst nur, dass die Folgekosten für den Rest der Welt und die Weltwirtschaft einstweilen weiterhin hoch bleiben werden. Die Reaktion der Märkte auf die Trump-Rede folgte postwendend: Die Ölpreise stiegen weiter, die Aktienkurse fielen. Es ist eine Sprache, die der ehemalige Unternehmer Trump besser versteht als die meisten seiner Vorgänger.

 
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