Mir wurde das anders erklärt. Als ich in Ägypten war, wurde mir von regelmäßigen Moschee-Gängern vermittelt, was die Imame dort sagen. Der Koran wurde auch von Hand geschrieben, von Mohammed gesprochen. Wenn Mohammed gesagt hat, dass Gott ihm dieses und jenes aufgetragen hat, dann haben die Schreiber das dokumentiert. Der Koran ist nicht vom Himmel gefallen, er ist von Mohammed aufgesagt.
Die Hadith beschreibt das Leben Mohammeds, wo und wie er lebte, was er tat usw., und auch Empfehlungen, die Mohammed selbst (nicht Gott!) gab, wie man sich in welchem Fall verhalten sollte und auch Allgemeineres.
Ich muss mich selbst korrigieren, denn scheinbar ist nicht nur die Hadith eine Quelle für die Sharia sondern auch wirklich der Koran. Das ändert aber dennoch nichts daran, dass die Sharia eine menschliche Interpretation von Gesetzen aus dem Koran, der Hadith und der Sunna ist.
Die Sharia ist nicht Gottes Gesetz und sie rechtfertigt nicht die Tötung anderer Menschen durch Menschen!
hallo,ich empfehle euch das zu lesen,etwas lang aber sehr wissendwert.
ÜBERBLICK
Unter den Orientalisten herrscht keine einheitliche Meinung
zu der Frage nach dem Urheber des Korans; vielmehr stehen
ihre Theorien im Widerspruch zueinander. In dieser
Abhandlung werden die Haupttheorien über den Ursprung des
Korans kritisch untersucht. Bei der Argumentation werden
logische Argumente, geschichtliche Tatsachen, Textkritik
und wissenschaftliche Erkenntnisse zu Rate gezogen.
Wahrscheinlich besteht die einzige Übereinstimmung unter
den Orientalisten darin, dass der Koran als erstes von einem
Mann namens Muhammad (s)
1, der im 6. Jh. in Mekka auf
der arabischen Halbinsel zur Welt gekommen ist, vorgetragen
wurde. In Bezug auf den Ursprung des Korans gibt es drei
Ansichten:
1.
Autoren, die behaupten, der Prophet Muhammad (s) sei
selbst der Autor gewesen.
2.
Diejenigen, die glauben, dass Muhammad (s) zwar selbst nicht
der Autor des Korans war, ihn aber von einem anderen
Menschen als Autor oder Autoren zusammengetragen hat.
3.
Diejenigen, die überzeugt sind, dass der Koran von keinem
Menschen verfasst wurde, sondern die wortwörtliche
Offenbarung Gottes ist.
Muhammad (s) der Autor des Korans?
Betrachten wir zuerst die Argumente derjenigen Orientalisten,
die Muhammad (s) selbst als den Autor des Korans ansehen.
Um ihre Meinung besser beurteilen zu können, sollte man zuerst
hören, was der Koran selbst über seinen Ursprung sagt. Der
Koran äußert sich hierzu unmißverständlich:
Daß dies gewiß ein ehrwürdiger Koran ist. (Die Urschrift
ist) in einem wohlverwahrten Buch. Nur die
Reinen können ihn berühren! Eine Offenbarung vom
Herrn der Welten! (56.-77-80)2
Ähnliche Aussagen des Korans erscheinen auch in einigen
anderen Versen3. Zudem vermittelt der Stil des Korans den
Eindruck, dass es sich um eine Anrede des Schöpfers an seine
Schöpfung handelt.
Alle Suren (Kapitel), außer der neunten, beginnen mit den
Worten: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des
Barmherzigen". Die Anredeform ist grammatikalisch in der ersten
Person gehalten, und in zahlreichen Passagen fordert Gott
Muhammad (s) mit dem Wort „qul" (Sprich!) auf, zu den
Menschen zu sprechen. In der Tat erscheint diese Aufforderung
im Koran 332-mal4. Ebenso werden andere Befehlsformen wie
2
Wenn nicht anders erwähnt, wird die Übertragung des Korans von
Max Henning benutzt: Der Koran, Arabisch-Deutsch. Übersetzung: Max
Henning. Überarbeitung: Murad Wilfried Hoffmann (Hrsg.) 2001, Diederichs
Verlag, München. (Anm. d. Übers.)
3
Z. B. in 26:192-193: „Und siehe, er ist eine Offenbarung des Herrn der
Welten. Mit ihm kam der getreue Geist herab".
Andere Stellen sind
25:1,3:3,4:105,16:44 und 15:9.
4
Zur Bedeutung dieser Zahl siehe Kap. XIII"
9
„verkünde", „rezitiere", „trage vor", „verherrliche deinen Herrn",
„werfe dich nieder" u.a. verwendet.5
Da bereits der Anspruch des Korans, eine göttliche Offenbarung
zu sein, eine menschliche Urheberschaft ausschließt, behauptet
er ausdrücklich, dass weder ein menschliches Wesen noch ein
Dschinn6 etwas Gleichwertiges hervorbringen könne:
Sprich: „ Wahrlich, wenn sich Menschen und Dschinn
zusammentäten, um einen Koran wie diesen hervorzubringen,
brächten sie nichts gleiches hervor, auch
wenn die einen den andern beistünden." (17:88 )7
Neben dieser Bekräftigung, gibt der Koran denjenigen, die seinen
göttlichen Ursprung bezweifeln, die Möglichkeit, ihn zu
widerlegen, sofern sie dazu in der Lage sind:
Und falls ihr über das, was Wir auf Unseren Diener
herniedersandten, in Zweifel seid, so bringt eine gleiche
Sure hervor und ruft andere Zeugen als Allah an, so
ihr wahrhaftig seid. Wenn ihr es jedoch nicht tut - und
ihr vermögt es nimmer - so fürchtet das Feuer, dessen Speise
Menschen und (Götzen)-Steine sind, für die Ungläubigen
bereitet (2:23-24)
Auf den Vorwurf der Gegner des Propheten (s), den Koran
selbst verfasst zu haben, fordert der Koran den Propheten (s)
auf, folgendes zu rezitieren:
Und wenn ihnen Unsere deutliche Botschaft verkündet
wird, sprechen diejenigen, welche keine Begegnung
5
Vgl. Koran 15:49,76:24-26,18:27,28.
6
Dschinn: Die Verborgenen; Geschöpfe Gottes, Kräfte, die nicht Engel
oder Menschen sind. Manche dieser Geistwesen bekennen den Islam,
andere neigen dem Bösen zu. Siehe z. B. Koran 46:28ff. Aus „Kleines
Wörterbuch des ISLAM", Ahmad von Denffer (1986), Haus des
Islam. (Anm. d. Übers.)
7
Ähnlich fordert der Koran in 2:23, 10:38, 11:13 die Menschen heraus.
10
mit Uns erwarten: „Bring uns einen andern Koran als
diesen oder ändere ihn ab." Sprich: „Es steht mir nicht
frei, ihn aus eignem Antrieb abzuändern. Ich folge nur
dem, was mir offenbart wurde. Wahrlich, ich müßte die
Strafe eines gewaltigen Tages befürchten, falls ich mich
gegen meinen Herrn empören würde." Sprich: „Hätte
Allah dies gewollt, hätte ich ihn euch nicht vorgetragen
und euch nicht damit belehrt. Ich hatte doch schon ein
Leben lang unter euch gelebt. Begreift ihr denn
nicht?" (10:15-16)
Die Kritiker des Propheten Muhammad (s) sollen darüber
nachdenken, dass der Prophet Muhammad (s) unter ihnen
fast 40 Jahre lang lebte und während dieser Zeit weder
Anzeichen von großer Bildung noch von dichterischer
Begabung zeigte, sondern im Gegenteil Analphabet, also
des Lesens und Schreibens unkundig, war.
Wie können sie nun erklären, dass Muhammad (s) auf einmal
den in Sprache und Ausdrucksweise einzigartigen Koran vortrug?
Der Koran sagt über Muhammad (s):
Du hast vor ihm kein Buch vorgetragen, noch
schriebst du mit deiner Hand. Sonst hätten diejenigen, die
es für falsch erklären, deswegen Zweifel geäußert. (29:48 )8
Abgesehen von diesen Aussagen des Korans, versicherte auch
der Prophet Muhammad (s) selbst, nicht der Autor des Korans
gewesen zu sein. Obwohl Muhammad (s) es verneinte, der
Verfasser des Korans zu sein, sind trotzdem etliche Orientalisten
davon überzeugt, dass er in Wirklichkeit der Autor war.
88 Dass er des Lesens und Schreibens unkundig war, wird ebenfalls in
7:158 erwähnt.
Nach ihrer Vorstellung hat er in vollem Bewusstsein gelogen, als er
den Koran Gott zuschrieb. Die Orientalisten haben ihm für seine
vermeintliche Lüge verschiedene Motive zugeschrieben. Charles
Hamilton schreibt im Vorwort seiner Übersetzung „The Hedaya:
Commentary on the Islamic Laws":
Wer in Wirklichkeit der Verfasser dieser außergewöhnlichen
Sammlung von Verkündungen und Geboten
war, wird für immer ungewiss bleiben, zumal es in
dieser Frage viele verschiedene Meinungen gibt und gab
- sogar schon unter denfrühesten Gegnern
Muhammads und seiner lügnerischen Mission. Dass
diese außergewöhnliche Person dennoch der
hauptsächliche Initiator war, ist unumstritten, obwohl
es wahrscheinlich ist, dass er bei der Zusammenstellung
(seines Werkes) von anderen unterstützt wurde.9
Hamilton fährt fort mit der Behauptung, der Prophet
Muhammad (s) sei ein Hochstapler (Betrüger) gewesen, gibt
aber keine genaueren Motive für sein Handeln an. Die
gleiche Meinung vertritt auch Richard Bell, wie aus dem
Vorwort seiner Übersetzung: The Qur 'an: Translated,
With a Critical Rearrangement of the Surahs deutlich
wird.10 Bryan S. Turner schreibt in seinem Buch Weber and
Islam: A Critical Study, dass Max Weber den Propheten
Muhammad (s) für einen Opportunisten hielt und dass seine
Anhänger lediglich durch Kriegsbeute und wirtschaftlichen
Gewinn motiviert waren11. Laut Weber erkannte Muhammad
(s) sehr früh, dass sein Streben nach politischer Macht, nach
9
Charles Hamilton: The Hedaya: Commentary on the Islamic Laws. New
Dehli: KitapBhavan, 1985, Band 1 S.VIII. Dieses monumentale Werk
wurde im Auftrag der Britischen Regierung und dem Konzil vom Bengalen
übersetzt, Warren Hastings, Esq.
10
Richard Bell: The Qur'an: Translated, With a Critical Re-arrangement
of the Surahs, Edinburgh: T & T Clark, 1960, Band 1 S. VI.
11 Bryan S. Turner, Op.cit. S.34..
Ruhm und Profit nicht bloß durch den Aufruf zu Frömmigkeit
und Moral verwirklicht werden konnten. Aus diesem
Grund sammelte er zur Verwirklichung seiner Ziele Krieger
um sich. Weber wollte damit wahrscheinlich zum Ausdruck
bringen, Muhammad (s) sei mit der Zeit zu der Erkenntnis
gelangt, dass seine Stellung von der erfolgreichen Mobilisierung
von Kriegern abhing. Diese stellen für Weber die Vorreiter der
neuen Religion dar. Webers Argument enthält einige
auffällige Punkte. Nachdem Muhammad (s) bei der Bildung
von frommen Zirketa gescheitert war, sah er sich gezwungen,
Krieger zu suchen. Dadurch wurde seine monotheistische
Botschaft in kriegerische Begriffe und für eine Kriegerkaste
neu umgeformt. Die soziale Lehre Muhammads (s)
„wurde praktisch umorientiert, um die Gläubigen psychologisch
auf den Krieg vorzubereiten und dadurch eine größtmögliche
Anzahl von Glaubenskriegern hervorzubringen." Diese Krieger
waren nicht lediglich durch das Charisma des Propheten
motiviert, sondern durch die Aussicht auf Landgewinn und
Macht. Daher war der religiöse Krieg im Islam hauptsächlich ein
Unternehmen, um Grundbesitz zu erwerben; der Islam war
hauptsächlich auf feudale Interessen ausgerichtet.12 Kenneth
Cragg behauptet in seinem Buch The Call of the Minaret,
dass der koranische Text wahrscheinlich auf mündliche
Überlieferung basiert, aber Muhammad (s) ihn Gott
zugeschrieben hat, da er seine Gemeinschaft vor dem
Götzendienst bewahren wollte. Der Koran ist nach Cragg ein
Ausdruck dafür, wie Muhammad (s) die Welt um sich herum
auffasste:
Ursache und Bedeutung von Muhammads Aufruf, der
sich in einem Zustand des (ständigen) Grü-
12
Bryan S. Turner, Weber and Islam: A Critical Study. London: Routledge
and Kegan Paul, 1974, S.23.
13
belns befand, waren derart, dass sich die von ihm in
seiner damaligen Umgebung bewusst wahrgenommenen
Ereignisse in einem persönlichen Berufungserlebnis
zur Verkündung und Warnung in seiner
Stadt äußerten.13
Arthur J. Arberry, vertritt in seinem Vorwort zu
The Koran
Interpreted eine ähnliche Meinung:
Es ist offensichtlich, dass Muhammad in allem, was er
sagte und schrieb, den aufrichtigen Wunsch verspürte,
sein Volk aus der Sünde des entwürdigenden
Götzendienstes zu befreien und dass er sich von dem
tiefen Verlangen gedrängt sah, die erhabene Wahrheit
von der Einheit der Gottheit zu verkünden, welche von
seiner Seele Besitz ergriffen hatte. Ebenso lieferte das
erstrebte Ziel in seinem Inneren eine Rechtfertigung für
die Mittel, deren er sich bei der Zusammenstellung
seiner Suren bediente; er steigerte sich in die Vorstellung
hinein, Gottes Ruf empfangen zu haben und verfiel,
von der Macht der Umstände und seines stetig
zunehmenden Erfolges gedrängt, in den Glauben, der
auserwählte Bote des Himmels zu sein.14
Nach M. M. Mulozki war es der tief verwurzelte Wunsch
Muhammads (s), sein Vaterland, Arabien, von der
Fremdherrschaft zu befreien. Dieses Verlangen veranlasste ihn,
die Prophetenschaft zu beanspruchen, um somit seine
Gemeinschaft im Kampf gegen deren Unterdrücker zu vereinigen:
Politisch gesehen entstand der Islam also in einem
Umfeld des Kolonialismus und der Unterdrückung.
13
Kenneth Cragg, The Call of the Minaret, New York: Oxford University
Press, 1964, S.76-77.
l4
Arthur J. Arberry, The Koran Interpreted, London: George Allen &
Unwin Ltd, 1955, Band 1, S. 15.
14