Du glaubst doch nicht allen Ernstes wenn der Siedlungsbau gestoppt würde, oder die Siedlungen aufgelöst würden, dann gäbe es Frieden? Du weißt dass das nicht eintreten würde. Die waren auch nicht der Grund warum es seit der Gründung Krieg gibt.
Der Grund, warum es seit der Gründung Krieg gibt, ist, weil man den Palästinenser das Land wegnimmt, und mit dem Siedlungsbau wird dieser Prozess heute fortgesetzt. Natürlich leiden die Palästinenser unter der Besatzung auch in anderer Art und Weise, nicht nur oder auch nicht vorwiegend durch die Siedlungen. Das Besondere aber mit ihnen, ist dass sie auch die Chancen für einen kunftigen Frieden untergraben - zumindest für einen Frieden auf der Grundlage der Zwei-Staaten-Lösung, die man wahrscheinlich schon vergessen muss.
Wenn der Siedlungsbau gestoppt würde, die Siedlungen aufgelöst würden, Israel auf die 1967-Grenzen sich zurückziehen würde, und ein unabhängiges Palästina mit Ostjerusalem als Hauptstadt und mit Kontrolle über die eigenen Grenzübergange, Luftraum und Territorialgewässer anerkennen würde, und eine Lösung für die Flüchtlingen-Frage gefunden würde, ja, dann könnte es Frieden geben. Nicht sofort natürlich, es gäbe noch viele Terrorattacken von diesen, die den Friedensprozess gern zerstören würden, wenn man aber wirklich den Frieden will, lässt man es nicht, dass die Politik von den Friedensfeinden entschieden wird. Mit der Zeit würden auch die Terrorangriffe sich abschwächen, weil die Grundlage dafür verschwinden würde.
Es macht sich aber nicht viel Sinn, darüber zu sprechen, weil es offensichtlich von israelischer Seite kein Interesse an einer solchen Lösung besteht. Ich weiß nicht, ob das die israelischen Eliten in ihrer Gesamtheit so sehen, oder einfach nicht genug Mut haben, sich mit bestimmten Teilen der Bevölkerung in Konflikt zu kommen, aber wichtig ist das Ergebnis: eine politische Wende ist in Israel nicht absehbar. Das Einzige, was den Palästinensern meiner Meinung nach übrig bleibt, ist für Gleichberechtigung im Rahmen einer Einstaat-Lösung zu kämpfen, und dabei sich am südafrikanischen Vorbild zu orientieren. Es ist aus verschiedenen Gründen nicht die beste Alternative, aber vielleicht am realistischen und am friedlichsten.