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IT Nachrichten

Der Fall Collien Fernandes und der lückenhafte Schutz vor Deepfake-Pornos
Deepfake-Pornos stellen ein wachsendes Problem dar. In Österreich soll unter anderem der Cybermobbing-Paragraf davor schützen – das gelingt jedoch nur bedingt

Stellen Sie sich vor, im Internet taucht ein Pornovideo mit Ihnen auf – dabei haben Sie nie in einem mitgewirkt. Genau das soll jüngst der deutschen Schauspielerin Collien Fernandes passiert sein: ihr Ex-Ehemann Christian Ulmen, TV-Moderator, Schauspieler und Satiriker soll mutmaßlich jahrelang sogenannte Deepfakes, also KI-generierte Videos von Fernandes verbreitet und unter ihrem Namen Telefonsex angeboten haben. So heißt es Berichten deutscher Medien zufolge.

Wie Collien Fernandes, die von „virtueller Vergewaltigung" spricht, ergeht es zunehmend mehr Menschen. Hunderttausende Bilder und Videos, die Menschen unfreiwillig in sexualisierten Inhalten abbilden, wabern mittlerweile durchs Netz. Die Opfer sind vorwiegend Frauen.

Dank einfach zu nutzender Tools, wie etwa dem Chatbot Grok von Elon Musk, der Anfang des Jahres das Erstellen von "Entkleidungs-Inhalten" für jedermann ermöglichte, wird sexualisierter Deepfake-Content zunehmend zu einem weltweiten Massenphänomen, dem die Gesetzgeber nur schwer Herr zu werden scheinen. Zum einen, weil die Geschädigten meist nichts davon wissen und deshalb keine Klage einbringen können, zum anderen, weil die Gesetzgeber weltweit vor dem selben Problem stehen: sie hinken hinter digitalen und gesellschaftlichen Entwicklungen her, und hinter Tätern, deren virtuelle Delikte immer kreativer werden.

 
US-Gericht: Plattformen wegen Social-Media-Sucht haftbar
Der Facebook-Konzern Meta und die Google-Videoplattform YouTube haben eine Niederlage in einem US-Prozess um das Suchtpotenzial von Onlineplattformen einstecken müssen.

Geschworene in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Risiken informierten, wie US-Medien gestern aus dem Gerichtssaal berichteten.

Die Geschworenen sprachen der 20-jährigen Klägerin demnach einen Betrag von drei Millionen Dollar zu, der zu 70 Prozent von Meta bezahlt werden solle. Google kündigte an, man werde gegen das Urteil in Berufung gehen. Der Konzern betont, YouTube gehöre nicht zur Kategorie sozialer Netzwerke. Von Meta hieß es, man sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und prüfe die rechtlichen Optionen.

Potenziell wegweisender Prozess
In dem Prozess warf die 20-jährige Klägerin Onlineplattformen vor, sie hätten ihre Dienste absichtlich so gestaltet, dass Nutzer süchtig danach werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Funktion, bei der man endlos zum nächsten Beitrag weiterscrollen kann.

 
Mangelnder Jugendschutz: Ermittlungen gegen Snapchat
Die EU-Kommission geht wegen Mängeln beim Jugendschutz gegen die App Snapchat vor. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Kinder und Jugendliche könnten bei Snapchat von Fremden nach Nacktbildern gefragt oder für kriminelle Banden angeworben werden und Informationen zum Kauf von Drogen bekommen, teilte die Kommission heute mit.

Sie will prüfen, ob das Unternehmen ausreichend gegen solche Fälle vorgeht. Auch bei vier großen Pornoseiten wurden Jugendschutzmängel festgestellt.

Über Snapchat können Nutzende private Fotos und Videos hin und her schicken sowie öffentlichen Profilen folgen. Die Kommission befürchtet, dass sich Erwachsene „mit böser Absicht“ als Minderjährige ausgeben und dort mit Kindern und Jugendlichen chatten. Zahlreiche Influencer machen über die Plattform zudem Werbung für ihre Produkte.

Geldstrafe möglich
Die EU-Kommission wirft Snapchat außerdem vor, das eigene Mindestalter für die Nutzung nicht konsequent durchzusetzen. Die App ist laut Nutzungsbedingungen ab 13 Jahren erlaubt, bei der Anmeldung müssen Nutzende aber lediglich ein Geburtsdatum angeben.

In den Ermittlungen geht es zudem um Privatsphäre-Einstellungen für Minderjährige und Push-Benachrichtigungen, die nach Einschätzung aus Brüssel die Suchtgefahr fördern.

 
Verantwortung für Tech-Oligarchen
Ein Urteil in den USA könnte das Geschäftsmodell der Plattformen verändern

"Wir können doch nichts dafür, wenn Du, liebe Minderjährige, so viel dubioses Zeug auf unseren Plattformen anklickst, dass Du in schwere psychische Turbulenzen gerätst, … wir sind doch nur Plattformen, wir stellen nur den Platz zur Verfügung, wenn Du dauernd was inhalierst, was Dich süchtig macht oder Dein Selbstwertgefühl durcheinander bringt und sogar zu psychosomatischen Problemen führt … das bist doch nur Du allein, wir sind da nicht verantwortlich …"

Millionen erstritten
So ungefähr argumentieren die großen Social-Media-Plattformen. Nun aber hat eine junge Frau in Kalifornien eine Klage gewonnen und vor einem Geschworenengericht von Meta und Google Millionenzahlungen erstritten. Das Urteil weist die Argumentation der Social-Media-Giganten zurück und hält fest, dass sehr wohl durch die Gestaltung der Algorithmen beeinflussbare junge Menschen in eine gewisse Richtung getrieben werden können. Sie sind keine reinen Plattformen, sondern Medien wie andere auch. Daher gelten auch die Mediengesetze. Sie sind verantwortlich. So interpretiert auch der österreichische Rechtswissenschafter Nikolaus Forgó im Ö1-Mittagsjournal die Lage.

Ein Urteil macht noch keine Revolution gegen die Tech-Oligarchen, schon gar nicht in den Trump-USA. Auch auf Europa kann man das nicht ohne weiteres übertragen. Aber eine Bresche in die Mauer der Verantwortungslosigkeit scheint geschlagen. (Hans Rauscher, 26.3.2026)

 
Erneut explodiert ein Satellit von Starlink – und keiner weiß genau, warum
Zweiter Vorfall binnen weniger Monate. Eine Kollision soll nicht die Ursache gewesen sein.

Am Sonntag (29.3.) hat Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX den Kontakt zum Starlink-Satelliten 34343 verloren. Vereinzelte Verbindungsunterbrechungen kommen immer wieder vor, doch diesmal ist die Funkstille permanent. Die im Mai 2025 ausgebrachte, auf rund 560 Kilometer Höhe fliegende Mini-Funkstation wurde zerstört.

Entdeckt wurde dies zunächst vom Spacetracking-Dienstleister LeoLabs, zitiert Ars Technica. Dort meldete man, dass anstelle des Satelliten nun mehrere Dutzend Einzelteile im niederen Erdorbit unterwegs sind. Das ergab sich aus den Daten eines Radars auf den Azoren, dessen Erfassungsbereich der havarierte Satellit zu diesem Zeitpunkt passiert hatte.

Sorge vor dem "Kessler-Syndrom"
Der Vorfall rief freilich Besorgnis hervor, da auch zahlreiche andere Satelliten und auch die internationale Raumstation ISS in ähnlicher Höhe verkehren. Ob der zunehmenden Dichte an Satelliten sowie altem Weltraumschrott in der Umlaufbahn wird auch immer wieder vor einem möglichen Eintritt des "Kessler-Syndroms" gewarnt. Dieses beschreibt eine Art Dominoeffekt im All, bei dem Weltraumschrott oder ein aus der Bahn geratener Satellit eine Kettenreaktion an Kollisionen auslöst. Diese könnte nicht nur zum Ausfall satellitengestützter Systeme, sondern auch zum Absturz von Teilen auf die Erdoberfläche führen.

 
Router als Einfallstor – Internationale Operation legt russisches Hacker-Netzwerk offen
Über Jahre lief der Zugriff unbemerkt im Hintergrund. Jetzt haben Ermittler aus den USA, der Ukraine und Europa ein Netzwerk offengelegt, das weltweit Internetverkehr umgeleitet und Daten abgegriffen hat. Im Zentrum stehen kompromittierte Router, die in Wohnungen, Büros und Behörden installiert waren. Genau dort setzte die Operation an. Schwach gesicherte Geräte wurden übernommen, der Datenverkehr über kontrollierte DNS-Server umgeleitet, Zugangsdaten und Kommunikation abgefangen. Nach Angaben der ukrainischen Sicherheitsbehörde SBU und des FBI geht das Netzwerk auf den russischen Militärgeheimdienst GRU zurück, konkret auf die Einheit 26165. Die Gruppe wird unter dem Namen APT28 geführt, auch bekannt als Fancy Bear oder Forest Blizzard. Ziel waren nicht nur private Daten, sondern gezielt Kommunikation aus Regierung, Militär und Rüstungsindustrie.

Die Dimension wird erst im Detail sichtbar. Mehr als 100 Server wurden abgeschaltet, hunderte Router allein in der Ukraine aus der Kontrolle des Netzwerks gelöst. Parallel zeigen frühere Ermittlungen, wie weit die Aktivitäten reichen. Bereits 2024 wurden zehntausende Kameras in der Nähe militärischer Infrastruktur gehackt, um Bewegungen und Lieferungen zu verfolgen. APT28 ist kein neuer Akteur. Die Gruppe wurde mit Angriffen auf den Bundestag, NATO-Strukturen, Außenministerien und internationale Organisationen in Verbindung gebracht. Auch der Angriff auf Server der US-Demokraten im Jahr 2016 wird ihr zugeschrieben. Ermittlungen und Anklagen in den USA haben diese Zuordnung bereits vor Jahren bestätigt.

Was dieser Fall zeigt, ist die Verwundbarkeit alltäglicher Technik. Router, oft unbeachtet im Hintergrund, werden zu Einstiegspunkten für groß angelegte Operationen. Und während solche Zugriffe lange unentdeckt bleiben, laufen Datensammlung und Auswertung weiter. Genau das macht sie so effektiv.
 
Gefälschtes Zoom-Update öffnet Tür für nordkoreanische Hacker auf macOS
Eine nordkoreanische Hackergruppe greift gezielt Nutzer von macOS an und setzt dabei nicht auf technische Lücken, sondern auf Vertrauen. Wer die falsche Datei selbst startet, hebt die Schutzmechanismen des Systems praktisch eigenhändig auf. Genau darauf baut die aktuelle Kampagne auf. Die Angreifer geben sich in sozialen Netzwerken als Personalvermittler aus, führen Gespräche über angebliche Jobs und laden ihre Opfer zu einem technischen Gespräch ein. Im nächsten Schritt folgt die Aufforderung, eine vermeintliche Software oder ein Update zu installieren. In einem dokumentierten Fall wurde eine Datei mit dem Namen „Zoom SDK Update“ verschickt, die harmlos wirkt und sich in der Standardanwendung von macOS öffnet.

Der eigentliche Trick liegt im Aufbau dieser Datei. Sichtbar sind nur Anweisungen, während der schädliche Code durch eine große Menge leerer Zeilen aus dem Blickfeld geschoben wird. Wer sie ausführt, startet unbemerkt eine Kette von Prozessen, die wie ein echtes Systemupdate wirken sollen. Gleichzeitig werden weitere Programme nachgeladen, die sich tief im System festsetzen. Diese Programme überwachen das Gerät, öffnen Hintertüren und tarnen sich als bekannte Dienste. Ein versteckter Autostart sorgt dafür, dass sie auch nach einem Neustart aktiv bleiben. Besonders perfide ist der nächste Schritt: Den Nutzern wird ein täuschend echtes Fenster angezeigt, das zur Eingabe ihres Systempassworts auffordert. Die Eingabe wird geprüft, gespeichert und an die Angreifer weitergeleitet.

Mit diesem Zugriff umgehen die Hacker anschließend Schutzmechanismen und greifen gezielt auf sensible Daten zu. Im Fokus stehen vor allem Erweiterungen für Krypto-Wallets und Passwortmanager. Wer solche Anwendungen nutzt, ist besonders gefährdet. Apple hat bereits reagiert und Schutzmechanismen angepasst, die automatisch auf Geräte verteilt werden. Die Gruppe hinter der Attacke ist seit Jahren aktiv und hat sich auf finanzielle Ziele spezialisiert. Seit Anfang 2025 sollen mit solchen Methoden Kryptowerte in Milliardenhöhe entwendet worden sein, ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahr.

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Cook gibt Führung bei Apple ab
Beim US-Technologiekonzern und iPhone-Hersteller Apple kommt es zu einem Führungswechsel. Mit September übergibt Tim Cook nach etwas mehr als 15 Jahren das Ruder an John Ternus, wie Apple Montagabend mitteilte. Der Konzern stellt sich strategisch neu auf.

Cook wird laut Apple den Vorsitz im Verwaltungsrat des Unternehmens übernehmen. Er stand seit Jänner 2011 interimistisch und danach seit August dieses Jahres permanent an der Spitze des US-Technologiekonzerns. Apple-Mitgründer und Vorstandsvorsitzender Steve Jobs starb im Oktober 2011 an den Folgen einer Krebserkrankung.

Der US-TV-Sender CNN nannte Cook am Montag den Mann, der aus Apple ein Unternehmen mit einem Wert von vier Billionen Dollar (rund 3,4 Billionen Euro) gemacht und das Unternehmen in der Zeit nach Jobs wesentlich geprägt habe.

„Das größte Privileg“
Ternus war bisher der stellvertretende Leiter der Hardwaresparte von Apple, Cook solle bis zum Sommer einen reibungslosen Führungswechsel garantieren, hieß es am Montag. Es sei „das größte Privileg“ seines Lebens gewesen, Apple zu führen, „das Vertrauen erhalten zu haben, ein so außergewöhnliches Unternehmen zu leiten“, sagte Cook laut CNN in einer Pressemitteilung.

 
Soziale Medien sind für Kinder sicher nicht gesund. Doch offensichtlich werden wir vor allem menschliche Lösungen brauchen

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