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Deutschland und Frankreich kehren Palantir den Rücken zu: Europa bereitet seine eigene Alternative vor
Deutschland und Frankreich prüfen eine europäische Alternative zu Palantir. Die neue Plattform soll digitale Abhängigkeiten verringern.
Deutschland und Frankreich wollen eine europäische Alternative zur Militärsoftware des US-Konzerns Palantir prüfen. Beide Regierungen haben nach einem Treffen von Präsident Emmanuel Macron und Kanzler Friedrich Merz vereinbart, ein digitales System für militärische Anwendungen zu entwickeln. Laut „Politico“ könnte es künstliche Intelligenz und Cloud-Technologie aus beiden Ländern enthalten.

Die Plattform soll nach der gemeinsamen Erklärung die „Datensouveränität“ stärken. Als Vorbild dient das französische System Arcadia, eine KI-gestützte Führungs- und Kontrollplattform für die Streitkräfte. In der Erklärung ist zudem von „vergleichbaren deutschen Lösungen“ die Rede.

Europa will Alternative zu Palantir-Software entwickeln
Der Schritt folgt auf mehrere Entscheidungen gegen Palantir. Frankreichs Inlandsgeheimdienst DGSI beendete im Juni seine Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen und wechselte zu ArgonOS des französischen Anbieters ChapsVision. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz entschied sich für diese Software. Zudem schloss die Bundeswehr Palantir bei Verfahren zum Aufbau ihrer eigenen Verteidigungs-Cloud aus.

 
Hacker stehlen Daten von 1,2 Millionen Menschen in Lettland
Bei einem Angriff auf Lettlands nationale Straßenverkehrsbehörde CSDD haben Hacker persönliche Daten von rund 1,2 Millionen Menschen erbeutet. Das Land hat nur etwa 1,9 Millionen Einwohner. Betroffen sind außerdem Daten von rund 200.000 Unternehmen. Die Angriffe liefen zwischen dem 8. und 10. August und verschafften den Tätern Zugriff auf Informationen aus Zahlungsbelegen, die bis ins Jahr 2008 zurückreichen. Gestohlen wurden Namen, persönliche Identifikationsnummern, Fahrzeugkennzeichen, Meldeadressen sowie Datum und Höhe von Zahlungen. Bei Unternehmen gelangten unter anderem Firmenname, Registrierungsnummer und ebenfalls Fahrzeug- und Zahlungsdaten in fremde Hände. Telefonnummern und andere Kontaktdaten seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht abgeflossen.

Auch der laufende Betrieb der Straßenverkehrsbehörde wurde durch den Angriff nicht beeinträchtigt. CSDD und die staatliche Cybersicherheitsorganisation CERT.LV warnen nun vor Betrugsversuchen, bei denen die gestohlenen Angaben benutzt werden könnten, um Nachrichten besonders glaubwürdig erscheinen zu lassen. Bürger sollen deshalb bei E-Mails, Mitteilungen oder Anrufen vorsichtig sein, die angeblich von CSDD oder anderen Behörden stammen. Gerade weil Täter nun Namen, Adressen und weitere persönliche Angaben kennen, können gefälschte Schreiben deutlich überzeugender wirken als gewöhnliche Phishing-Nachrichten. Die Behörden raten ausdrücklich davon ab, Links in unerwarteten Nachrichten zu öffnen. Die lettische Polizei hat inzwischen ein Strafverfahren nach zwei Vorschriften eingeleitet: wegen unbefugten Zugriffs auf ein automatisiertes Datenverarbeitungssystem und wegen rechtswidriger Handlungen mit Geräten, die auf solche Systeme einwirken. Bislang sind die gestohlenen Datensätze weder öffentlich aufgetaucht noch zum Verkauf entdeckt worden. Auch über das Motiv der Täter ist bisher nichts bekannt.

Lettlands Ministerpräsident Andris Kulbergs schließt deshalb auch einen politischen Hintergrund nicht aus. Nach seinen Worten könne derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen hybriden Angriff durch Geheimdienste eines Lettland feindlich gesinnten Staates handelt. Beweise dafür liegen bislang nicht vor. Fest steht dagegen bereits die Größenordnung: Ein einziger Angriff hat Daten erfasst, die rechnerisch fast zwei Dritteln der gesamten lettischen Bevölkerung entsprechen.
 
Kostenfalle: Vorsicht vor versteckten Onlineabos (Videobericht im Link)
„Kostenlos testen, jetzt sparen oder nur einen Euro zahlen“, so locken viele Onlineanbieter. Was auf den ersten Blick günstig aussieht, endet oft in einem kostenpflichtigen Abo. Wer unbeabsichtigt ein Abo abschließt, muss Zahlungsaufforderungen oder Mahngebühren nicht einfach hinnehmen.

 
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