Klimaforscherin: "Es werden noch viel mehr Lebensmittel viel teurer werden"
Die Vize-Vorsitzende des Weltklimarates IPCC, Diana Ürge-Vorsatz, über die wirtschaftlichen Folgen der Klimakrise und warum wir den "alten Industrien" Adieu sagen sollten
Vor zehn Jahren verhandelten die Staaten der Welt das Pariser Klimaabkommen. Sie versprachen darin, die Erderwärmung auf 1,5 Grad einzudämmen, mindestens jedoch auf deutlich unter zwei Grad zu halten.
Bereits 2024 – dem heißesten Jahr seit es Aufzeichnungen gibt – hatte sich die Welt erstmals seit Beginn der Industrialisierung um 1,5 Grad aufgeheizt. Laut den Prognosen der Weltwetterorganisation (WMO) landet auch 2025 unter den drei heißesten Jahren, die je gemessen wurden. Was kommt da noch auf uns zu? Die Vize-Vorsitzende des Weltklimarats (IPCC), Diana Ürge-Vorsatz, fasst für den STANDARD zusammen, was wir wissen – und was nicht.
STANDARD: Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen veröffentlichte Anfang November den sogenannten Emissions-Gap-Report. Laut den aktuellen Berechnungen steuern wir auf eine um 2,8 Grad heißere Welt zu. Was bedeutet das?
Ürge-Vorsatz: Wir verfügen noch nicht über ausreichende wissenschaftliche Erkenntnisse, um diese Frage zufriedenstellend beantworten zu können. Wir wissen zwar, dass extreme Wetterereignisse viel häufiger und intensiver werden. Zum Beispiel rechnen wir damit, dass eine 50-jährliche Hitzewelle in einer drei Grad heißeren Welt 20 Mal häufiger auftreten wird. Aber dennoch sollte man mit genauen Zahlen wie 2,8 Grad vorsichtig sein, weil es noch viele Unsicherheiten gibt und sich die Größe der Probleme nicht so einfach abschätzen lässt.
Die Vize-Vorsitzende des Weltklimarates IPCC, Diana Ürge-Vorsatz, über die wirtschaftlichen Folgen der Klimakrise und warum wir den "alten Industrien" Adieu sagen sollten
www.derstandard.at