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Kolumbien: ein Land zerbricht

Kolumbien: Rechter Hardliner Espriella gewinnt
Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella hat die Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen. Der von US-Präsident Donald Trump unterstützte Politik-Neuling setzte sich bei der Stichwahl knapp gegen den linken Senator Iván Cepeda durch, wie aus offiziellen Wahlergebnissen hervorging. De la Espriella kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 49,7 Prozent, Cepeda auf 48,7 Prozent.

Damit vollzieht das von Gewalt geplagte südamerikanische Land einen scharfen Rechtsruck. Der linke Amtsinhaber Gustavo Petro konnte nicht erneut antreten.

Der 47-jährige Anwalt De la Espriella will bewaffnete Gruppen mit militärischer Gewalt bekämpfen und setzt in der Wirtschaftspolitik auf Deregulierungen. Der Rechtsaußenkandidat, der sich selbst „Der Tiger“ nennt, will ins Drogengeschäft verwickelte Guerillagruppen auch mit Luftangriffen bekämpfen.

 
Rechtspopulist eine verharmlosende Beschreibung eines Faschisten
De la Espriella als Präsident Kolumbiens angelobt
Der Rechtspopulist Abelardo de la Espriella ist gestern (Ortszeit) als kolumbianischer Präsident angelobt worden. Die Zeremonie fand nicht wie üblich in der Hauptstadt Bogota, sondern in Cali statt. Die Stadt ist von Bandenkriminalität geplagt.

De la Espriella hatte im Wahlkampf ein hartes Vorgehen gegen die Drogenkriminalität in dem südamerikanischen Land versprochen, mit der Angelobung in Cali wollte der 48-Jährige diese Haltung unterstreichen.

Knapper Sieg in Stichwahl
De la Espriella tritt die Nachfolge von Gustavo Petro an. De la Espriella hatte sich am 21. Juni in der Präsidentschaftsstichwahl knapp gegen Ivan Cepeda, einen Senator und Vertrauten von Petro, durchgesetzt.

De la Espriella, der zuvor noch nie ein öffentliches Amt bekleidet hatte, trat als Außenseiter an und finanzierte seinen Wahlkampf mit dem Vermögen, das er als Anwalt und Geschäftsmann angehäuft hatte.

Bei der Zeremonie anwesend waren König Felipe VI. von Spanien, der amtierende US-Justizminister Todd Blanche, FIFA-Präsident Gianni Infantino sowie lateinamerikanische Staatschefs, darunter Javier Milei aus Argentinien, Daniel Noboa aus Ecuador und Jose Antonio Kast aus Chile.

 
Die nächste rechte Regierung – Trump bekommt in Kolumbien einen Verbündeten und Washington gibt eine Milliarde Dollar
Kaum hat Abelardo de la Espriella das Präsidentenamt in Kolumbien übernommen, kündigen die USA rund eine Milliarde Dollar Unterstützung für seine Regierung an. Der neue Präsident wurde am Freitag in Cali vereidigt und wird das Land bis 2030 führen. De la Espriella steht politisch weit rechts, nennt sich selbst „El Tigre“, der Tiger, und hatte den linken Senator Iván Cepeda Ende Juni nur knapp in der Stichwahl geschlagen. Der Jurist kommt ohne politische Regierungserfahrung ins höchste Amt des Landes, versprach im Wahlkampf ein härteres Vorgehen gegen kriminelle Gruppen, niedrigere Steuern und die Wiederbelebung der Öl- und Gasindustrie. Donald Trump hatte seine Kandidatur offen unterstützt, zur Amtseinführung erschien eine Delegation des Weißen Hauses. De la Espriella ließ anschließend keinen Zweifel daran, wohin die Reise gehen soll: Kolumbien werde mit Washington zusammenarbeiten „wie niemals zuvor“.

Das Geld aus den USA soll vor allem in Sicherheitsprogramme fließen. Kolumbien tritt außerdem der von Trump gegründeten südamerikanischen Sicherheitspartnerschaft „Schild Amerikas“ bei und soll Zugang zu moderner amerikanischer Technik zur Kriminalitätsbekämpfung erhalten. Gleichzeitig sollen das US-Militär und kolumbianische Sicherheitskräfte bei der Bekämpfung illegaler Migration und des Drogenhandels enger zusammenarbeiten. Damit endet auch außenpolitisch die Zeit von Gustavo Petro, der Trump scharf kritisiert hatte und von diesem wiederum als Drogenbaron beschimpft worden war. Petro und Cepeda hatten vor einer solchen Annäherung gewarnt und erklärt, Kolumbien dürfe nicht zu einem weiteren „Vasallen“ der Vereinigten Staaten werden. Brisant ist dabei, was bereits im Mai öffentlich wurde. 37 im Internet aufgetauchte Tonaufnahmen sollen auf Vorbereitungen für eine Aktion gegen linke Regierungen in Lateinamerika hingedeutet haben, besonders gegen Mexiko und Kolumbien. Auf den Aufnahmen soll ein Mann, den Ermittler als den früheren honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández identifizierten, über den Aufbau einer Medienstruktur in den USA gesprochen haben, die Kampagnen gegen die Regierungen von Claudia Sheinbaum und Gustavo Petro führen sollte. Hernández war nach seiner Verurteilung wegen Drogenhandels von Trump begnadigt worden.

Als möglicher Geldgeber dieser Kampagne wurde auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu genannt. Ob und in welchem Zusammenhang diese Aufnahmen mit der späteren politischen Entwicklung Kolumbiens stehen, ist damit nicht bewiesen. Fest steht dagegen, was jetzt offen geschieht: In Bogotá regiert ein von Trump unterstützter rechter Präsident, und Washington stellt seiner neuen Regierung unmittelbar nach Amtsantritt eine Milliarde Dollar sowie eine deutlich engere Sicherheitskooperation in Aussicht.

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Gewalt nach Amtsantritt des Präsidenten
Der Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef Abelardo de la Espriella ist am Wochenende von Gewalt überschattet worden. Einen Tag nach der Vereidigung des ultrarechten Politikers wurden am Samstag an verschiedenen Orten des südamerikanischen Landes zwei Bombenanschläge verübt, wie die Armee mitteilte. De la Espriella verurteilte die Anschläge scharf. Zuvor hatte er seine Absicht bekräftigt, wieder für „Ordnung“ zu sorgen.

Kolumbiens Armee erklärte, dass abtrünnige FARC-Guerillakämpfer am Samstag eine Mautstelle nahe Cali im Südwesten des Landes mit Sprengstoff zerstört hätten. Zwei Sicherheitskräfte hätten leichte Verletzungen erlitten.

Etwa 1.000 Kilometer nördlich wurde im Departement Cesar bei einem weiteren Bombenanschlag ein Beamter getötet. Dort traf eine mit Sprengstoff versehene Drohne eine Polizeistation, wie Behördenvertreter mitteilten. Wer hinter dem Anschlag steckte, war noch unklar.

 
Über 100 Tote nach Beben
Bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 in Kolumbien sind am Montag mindestens 111 Menschen ums Leben gekommen und 87 weitere Menschen verletzt worden. Das teilte der erst kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella mit. Ihm zufolge wurden Schäden an mehr als 1.500 Wohnhäusern sowie 61 eingestürzte Gebäude gemeldet. Der Präsident rief den Katastrophenfall aus.

Am schwersten betroffen war die Kaffeeregion Risaralda: Allein in der Stadt Pereira starben laut bisherigen Behördenangaben mindestens 47 Menschen. 27 Tote wurden zuvor im Gebiet Valle del Cauca, in dem sich auch die Millionenstadt Cali befindet, gemeldet. In der Region Choco wurden zuletzt vier Tote gemeldet, in der Stadt Manizales im Gebiet Caldas waren es drei.

„Die Situation ist kritisch“, sagte der Bürgermeister der Stadt Pereira, Mauricio Salazar, im Radiosender Caracol. Auch in der Stadt Quibdo habe es „Verletzte und schwere Schäden an Häusern“ gegeben, erklärte die Gouverneurin der Region Choco, Nubia Carolina Cordoba-Curi, im Onlinedienst X. „Uns bereiten die Nachbeben Sorgen“, schrieb Cordoba. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der Kolumbianische Geologische Dienst ein Nachbeben der Stärke 4,6 im ebenfalls in der Region Choco gelegenen Novita.

 
Als die Erde die Vergessenen traf
Am Montagmorgen um 7:34 Uhr Ortszeit riss ein Beben der Stärke 7,4 den Westen Kolumbiens auf. Sein Herd lag 103 Kilometer tief bei San José del Palmar im Departamento Chocó, und der Stoß war so heftig, dass ihn Menschen bis nach Venezuela, Ecuador und Panama spürten. Zu spüren war er ebenso in Bogotá, Medellín, Popayán und vielen weiteren Städten des Zentrums und Westens. Der Kolumbianische Geologische Dienst nannte es das stärkste Beben, das im Land in diesem Jahrhundert verzeichnet wurde, und zugleich das schwerste der vergangenen 10 Jahre. Bis zum Dienstag, 11. August, 13 Uhr MEZ, waren über 160 Tote bestätigt, und in Dutzenden Städten und Gemeinden gruben Rettungskräfte weiter nach Verschütteten.

Die Zahl der Opfer stieg im Lauf des Montags in bedrückenden Schüben. Die ersten 18 Toten wurden aus Pereira gemeldet, dann waren es 71, wenig später 111, am Abend 132, ehe die Bilanz am Dienstag über 160 hinauswuchs. Am Vormittag lag der Schwerpunkt in Risaralda mit rund 40 Toten und im Valle del Cauca mit 27, in Chocó waren es zunächst 4, ein großer Teil davon in den Hauptstädten der Departamentos. Auf von Bürgern betriebenen Internetseiten trugen Angehörige die Namen ihrer Vermissten zusammen; bis zum Montagabend galten mehr als 2.700 Menschen als vermisst, allein in Cali nach Angaben von Präsident Abelardo de la Espriella etwa 188. Als verletzt wurden zunächst 87 Menschen geführt, doch schon aus einzelnen Städten wie Armenia kamen 64 Verletzte hinzu, und in Risaralda meldeten mehrere Krankenhäuser schwere Schäden, darunter das Universitätskrankenhaus San Jorge und das ohne Strom gebliebene Santa Mónica. Rund 1.600 Gebäude galten als beschädigt oder eingestürzt, unter ihnen 37 zerstörte Wohnhäuser und 61 zusammengebrochene Bauten. Vielerorts hoben Soldaten und Familien die Betonbrocken mit bloßen Händen und reichten sie über Ketten aus Freiwilligen nach hinten.

Am schwersten aber traf es die Gegend, von der man am wenigsten erfuhr. Chocó, die Region um das Epizentrum, zählt zu den ärmsten und am stärksten vernachlässigten Landstrichen Kolumbiens, immer wieder heimgesucht von den Kämpfen bewaffneter Gruppen. Weite Teile sind nur über das Wasser oder aus der Luft erreichbar, manches allein auf Wegen durch den Dschungel, und so blieb das wahre Ausmaß der Schäden dort zunächst im Dunkeln; die Gouverneurin sprach davon, man beginne gerade erst mit der Erfassung. In El Cairo, einem Ort mit etwa 7.000 Einwohnern nahe dem Herd des Bebens, waren nach Angaben der Behörden 80 Prozent der Häuser beschädigt. Doch die Erschütterung reichte weit nach Osten. In Armenia nahmen rund 40 Gebäude strukturellen Schaden, beschädigt waren dort Schulen und Universitäten, dazu der Flughafen, und selbst in Gemeinden rund um Bogotá rissen Rathäuser und Schulen.

 
USA erwägen Militärschläge gegen Drogenkartelle in Kolumbien
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat gestern (Ortszeit) gemeinsame Militärschläge gegen bewaffnete Gruppen in Kolumbien in Aussicht gestellt. Auf einer Konferenz der von den USA geführten Koalition gegen Drogenkartelle in Panama sagte Hegseth, Kolumbien habe „gemeinsame Militäroperationen zur Zerstörung von Terroristen und Terrornetzwerken“ genehmigt.

Als legitime Ziele nannte er von den USA als Terrororganisationen eingestufte Gruppen wie die Nationale Befreiungsarmee (ELN). Die neue konservative Regierung Kolumbiens unter Präsident Abelardo De La Espriella hat sich der von den USA geführten Koalition angeschlossen.

Hegseth berief sich auf eine Neuauflage der Monroe-Doktrin aus dem 19. Jahrhundert, die er in Anlehnung an US-Präsident Donald Trump als „Donroe-Doktrin“ bezeichnete. Zudem kritisierte er den Internationalen Strafgerichtshof und rief die Verbündeten zum Austritt aus der Organisation auf.

 
Kolumbien gibt USA grünes Licht für gemeinsame Militärschläge
„Wir tun schlechten Menschen Schlechtes an“, kündigt US-Kriegsminister Hegseth kommende Militäreinsätze gegen Drogenkartelle in Kolumbien an.
Bei Angriffen auf vermeintliche Drogenboote in der Karibik fragen die USA nicht nach Genehmigung: Auch ohne vorhergehende Warnung wird auf die Boote geschossen, fast immer gibt es dabei mehrere Todesopfer, die Schiffe werden versenkt. Die offizielle Erklärung lautete danach stets: Auf den Schiffen hätten Kuriere versucht, Drogen zu schmuggeln, unabhängige Überprüfungen waren nie möglich. Seit Beginn des Einsatzes vor rund einem Jahr wurden mindestens 215 Menschen bei solchen Angriffen getötet.

Von Kolumbien, wo vor kurzem der neue rechtsgerichtete Präsident Abelardo de la Espriella sein Amt antrat, gibt es hingegen offiziell grünes Licht: Für gemeinsame Militärschläge „zur Zerstörung von Terroristen und Terrornetzwerken“, wie US-Kriegsminister Pete Hegseth ankündigte.


 
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