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Kuba Sammelthread

  • Ersteller Ersteller jugo-jebe-dugo
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Kuba im Dunkeln: Leben zwischen Mangel, Macht und Überlebenskunst
Donald Trump will Kuba "übernehmen" und dreht der Insel den Saft ab. Was halten die Menschen in Kuba davon und wie lebt es sich so ohne Strom und Benzin?

Mein Flieger hat zwei Stunden Verspätung, und als ich um elf Uhr nachts in Havanna lande, sind wir 120 Passagiere die einzigen auf dem ganzen Flughafen. Die Abwicklung an Migration und Zoll geht rasch. Die Beamten wirken nicht so, als fürchteten sie eine Infiltration ausländischer Agenten, um die Regierung zu stürzen. Sie scheinen eher froh, dass überhaupt noch ausländische Gäste das Land bereisen. Denn der Tourismus, eine der wichtigsten Devisenquellen Kubas, ist durch die Drohgebärden der USA zum Erliegen gekommen.

Nächtliche Fahrt durch eine Geisterstadt
Draußen ist es stockdunkel. Mein Taxifahrer, ein alter Bekannter, der hauptberuflich für den Staat arbeitet, wartet schon auf mich. Eine Geisterstadt zieht vorbei: leere Straßen, gesäumt von abrissreifen Häusern. An den Ecken: Müllberge, weil kein Diesel mehr für die Müllabfuhr da ist.

Ab und zu liegt ausgestreckt jemand auf dem Gehsteig. "Besoffene" ist meine erste Reaktion. Der Fahrer korrigiert mich. "Quimico", sagt er. Der neue Trend: eine spottbillige synthetische Droge, die auf Kuba hergestellt wird. Winzige Kügelchen aus Papier, imprägniert mit Cannabinoiden und chemischen Zusatzstoffen. 250 Pesos (rund 50 Cent) kostet der Rausch – weniger als drei Eier.

 
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