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Nachrichten aus Österreich

Ministerium warnt wegen Grundwasser-Pegeln: "Situation angespannt" – Gemeinde stellte zeitweise Trinkwasser ab
An mehreren Orten gab es in den vergangenen Wochen Probleme mit Hitze und Wasserknappheit. In Gaishorn musste teilweise die Trinkwasserversorgung eingestellt werden

Gaishorn/Steiermark – "Bitte verwenden Sie Trinkwasser ausschließlich für lebensnotwendige Zwecke" hieß es laut Krone bis vor Kurzem auf der Homepage der Gemeinde Gaishorn. So solle Zeit geschaffen werden, damit die Füllstände der Hochbehälter sich erholen können. Von Anfang der Woche bis Donnerstag soll es nachts zwischen 22 und 6 Uhr auch tatsächlich dazu gekommen sein, dass die öffentliche Trinkwasserversorgung eingestellt wurde

Am Donnerstag gab die Gemeinde dann Entwarnung: Die angekündigten Wasserabschaltungen hätten dank der Mithilfe der Bevölkerung größtenteils vermieden werden können. Die Menschen würden aber dazu angehalten, weiterhin darauf zu verzichten, den Rasen zu gießen, Autos zu waschen, Pools zu befüllen und sonstige nicht notwendige Wasserentnahmen vorzunehmen.

Niedrige Pegel
90 Prozent der Grundwasser-Pegel in Österreich sind derzeit niedrig bzw. sehr niedrig. Auf die großflächige Versorgung der Bevölkerung mit Wasser hat das aber keine Auswirkungen. "Die Situation ist angespannt, und zu Spitzenzeiten, also wenn gleichzeitig besonders viel Wasser entnommen wird, können Engpässe auftreten. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser hat oberste Priorität", hieß es seitens des Umweltministeriums auf APA-Anfrage.

 
Großteil der Grundwasserpegel auf Tiefstand
Auch wenn es in vielen Teilen Österreichs am Freitag zumindest kurz geregnet hat, reicht der Niederschlag nicht aus, um die anhaltende Trockenheit zu lindern. 90 Prozent der Grundwasserpegel in Österreich sind derzeit niedrig bzw. sehr niedrig, hieß es aus dem Umweltministerium. Auf die großflächige Versorgung der Bevölkerung mit Wasser habe das keine Auswirkungen. Die Situation sei aber angespannt.

Vor allem regional kann es nach Einschätzung des Ministeriums zu Engpässen kommen. Fachleute erwarten, dass saisonal und regional auftretender Wassermangel in Zukunft häufiger wird – vor allem dann, wenn Trockenperioden mit einem steigenden Wasserverbrauch etwa durch Bewässerung von Gärten und in der Landwirtschaft sowie die Befüllung von Pools zusammenfallen.

„In manchen Regionen muss man sich neue Dinge einfallen lassen“, sagte etwa Roman Neunteufel von der Universität für Bodenkultur (BOKU) am Freitag im Ö1-Morgenjournal. Man müsse über andere Bewässerungssysteme als über das Grundwasser nachdenken. In Spanien und Kalifornien in den USA sei es bereits üblich, dass Wasser etwa aus größeren Speicherseen verteilt werde.

 
Rechtsstaatlichkeit: Kritik an Österreich
Österreich wird im gestern in Brüssel veröffentlichten EU-Rechtsstaatlichkeitsbericht 2026 erneut Handlungsbedarf attestiert: Die EU-Kommission kritisiert, dass „keine Schritte für eine bessere Überwachung von Lobbyingtätigkeiten“ sowie gegen die politische Einflussnahme auf Postenbesetzungen in der Justiz unternommen wurden.

Weiters wird Österreich ermahnt, „wirksame Vorschriften zu Vermögens- und Interessenerklärungen von Abgeordneten einzuführen“. Keine Fortschritte sieht Brüssel bei der geforderten Beteiligung der Justiz an der Ernennung der (Vize-)Präsidentinnen oder (Vize-)Präsidenten der Verwaltungsgerichte. Die Justiz sei an diesen Verfahren nicht konsequent beteiligt.

Als Beispiel nennt Brüssel die Ernennung des Präsidenten und der Vizepräsidentin des Verwaltungsgerichtshofs durch die Bundesregierung. Es bestünden „anhaltende Bedenken“ und Österreich „wird daher empfohlen, die Bemühungen zu intensivieren“ und „europäische Standards zu berücksichtigen“.

 
Debatte über Google-Zentrum verschärft sich
Seit April wird in der oberösterreichischen 3.500-Seelen-Gemeinde Kronstorf das erste Google-Rechenzentrum Österreichs gebaut. Spätestens mit dem Bekanntwerden, dass der Standort größer ausfällt als geplant und keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig ist, hagelt es Kritik. Grund dafür sind der hohe Stromverbrauch und mögliche negative Folgen für die Enns.

Insgesamt könnte das Rechenzentrum den oberösterreichischen Strombedarf um etwa ein Drittel erhöhen. Laut Netz Oberösterreich dürfte der Jahresverbrauch in der ersten Ausbaustufe mit 150 Megawatt (MW) bei bis zu 1,31 Terawattstunden (TWh) liegen, das entspreche dem Jahresstromverbrauch von 375.000 Haushalten.

Wird die zweite Stufe mit 500 MW Spitzenleistung fertiggestellt, kämen bis zu 4,4 TWh dazu. Das entspreche fast einem Drittel des bisherigen Gesamtbedarfs des Bundeslandes: Ganz Oberösterreich verbrauchte 2024 laut Oberösterreichischem Energiebericht 14 TWh.

 
Rucks Protokollaffäre: Schaden für Ludwig, Rückenwind für Kickl
Ein Protokoll soll belegen, wie das System des Wiener Wirtschaftskammer-Chefs funktioniert. Walter Ruck selbst beschädigt darin seinen Freund, Bürgermeister Michael Ludwig. Und die ÖVP.
Nur wenige Wochen blieb es ruhig um Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck. Fast schien es, als hätte er sich nach schweren Vorwürfen saniert, die Anfang des Jahres gegen ihn aufgekommen waren.

Doch dann kam der Freitag – und mit ihm die teilweise Veröffentlichung eines Geheimprotokolls durch profil und Krone. Dieses zeigt, wie Ruck in vertrauter Runde spricht – und bestätigt vieles, das in den vergangenen Monaten heiß diskutiert worden war. Gesprochen wird über Postenbesetzungen, das enge Verhältnis Rucks zur Wiener SPÖ – allen voran zu Bürgermeister Michael Ludwig und Ex-Finanzstadtrat Peter Hanke – und die Missbilligung der eigenen Partei, also der ÖVP.

Rucks Büro widerspricht laut profil dem Protokoll, wenn auch nicht sehr vehement: „Diese Aussagen können wir nicht bestätigen.“ Das Nachrichtenmagazin will die Echtheit notfalls vor Gericht belegen.

 
Unser Pool ist zum glück gefüllt
Poolfüllverbot und Wasser per Tankwagen: Ein Sommer, der das Waldviertel verändert
Jahrzehntelang war Wasser im Waldviertel eine Selbstverständlichkeit. Die Trockenheit stellt das auf den Kopf – und wirft die Frage auf, wer künftig wie viel davon nutzen darf

"Ich habe Glück gehabt. Meinen Whirlpool habe ich schon im März befüllt", sagt die Kellnerin im Restaurant Lagosol und balanciert ein Tablett mit leeren Tellern Richtung Küche. Damals habe es schon das erste heiße Wochenende gegeben. Sie lacht. Dann wird sie ernst. Freunde von ihr hätten kleine Kinder. "Die dürfen ihren Pool jetzt nicht mehr füllen." Trotzdem hätten sie Verständnis. "Es ist bitter. Aber wir haben unser Trinkwasser auch gern."

In Langschlag im Waldviertel sind private Poolfüllungen seit Anfang Mai verboten. Auf der Website der Gemeinde prangt die Mitteilung: "Aufgrund der aktuellen Trockenheit ist das Befüllen von Pools über die Gemeindewasserleitung strengstens untersagt." Bis heute hat sich die Lage nicht entspannt.

Wasser war im Waldviertel jahrzehntelang selbstverständlich. Die Brunnen lieferten zuverlässig, Temperaturen über 30 Grad waren die Ausnahme, die Region galt als Kältepol der Nation. Heute müssen Gemeinden plötzlich entscheiden, wer Wasser wofür verwenden darf. Pools dürfen nur noch nach Rücksprache mit der Gemeinde befüllt werden – oder gar nicht mehr.

 
80 Jahre CARE-Paket
Als Österreich um Hilfe bat und sie bekam
Vor genau 80 Jahren haben die ersten Lebensmittelpakete der Hilfsorganisation CARE das zerstörte Nachkriegsösterreich erreicht. Hunger und Armut waren damals allgegenwärtig, Historikerin Barbara Stelzl-Marx bezeichnet die Pakete als „wesentlichen Mosaikstein“ für Österreich und den folgenden Wiederaufbau des Landes. CARE schickt noch immer Pakete in Krisenregionen auf der ganzen Welt, die Inhalte haben sich aber geändert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Österreich und der Befreiung durch alliierte Truppen im Mai 1945 waren Infrastruktur, Wirtschaft und Industrie im Land weitgehend zerstört. Hunderttausende hatten ihr Leben verloren, die Überlebenden waren mit Obdachlosigkeit, Hunger und Krankheiten konfrontiert.

Stelzl-Marx ist Professorin für Europäische Zeitgeschichte an der Universität Graz und Leiterin des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung. Die ersten Jahre nach Kriegsende bezeichnet sie im Gespräch mit ORF.at als „Phase der allergrößten Not“, besonders in urbanen Zentren wie Wien und Graz habe es der Bevölkerung an allem gemangelt, insbesondere an Nahrungsmitteln.

 
Die faschistische Gruppe Identitäre hat ihren geplanten Aufmarsch in Wien nun offiziell abgesagt. Das ist eine herbe Niederlage für die Rechten

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Wie neue Bedrohungen das Heer in Wiener Neustadt verändert
Cyberangriffe und Drohnen verändern das Berufsbild des Soldaten. Ein Militärakademie-Leiter erklärt, welche Fähigkeiten künftig entscheidend sind.
Die Welt verändert sich rasant – und mit ihr das Bundesheer. Der Krieg in der Ukraine, neue Bedrohungen durch Drohnen und der milliardenschwere Ausbau des Heeres stellen auch die Theresianische Militärakademie (MilAk) in Wiener Neustadt vor große Herausforderungen.

Ihr Kommandant, Generalmajor Philipp Ségur-Cabanac, spricht in der Interviewreihe „Sicher Niederösterreich“, die das Bundesheer in Kooperation mit dem KURIER veranstaltet, über seine Karriere beim Heer und den Wandel der Offiziersausbildung.

Der Name Ségur-Cabanac ist ein klingender in der Armee. Sein Großvater habe bereits in den Anfängen des Bundesheeres an der Militärakademie unterrichtet, Vater und Onkel seien ebenfalls Berufsoffiziere gewesen, erzählt der MilAk-Chef. „Wir haben die Werte eines Offiziers mit der Muttermilch aufgesogen“, sagt er.

 
„Frisches Geld“ für heimischen Medienmarkt
Nach längeren Verhandlungen haben sich die drei Koalitionspartner ÖVP, SPÖ und NEOS auf neue Förderungen und zusätzliche Mittel für den heimischen Medienmarkt geeinigt. Man habe „sehr ambitioniert“ verhandelt, so Medienminister Andreas Babler (SPÖ) bei der Vorstellung am Montag. Er verwies wie die Koalitionspartner auf die Wichtigkeit freier Medien für die Demokratie.

Sein Ministerium, so Babler, habe das „unkontrollierte Hinausschießen“ von Inseraten bereits abgedreht, nun sollen heimische Medien wo nötig und gewollt gezielt gefördert werden. Gemeinsam mit ÖVP und NEOS habe man das nun vorliegende Medienpaket geschnürt, es handle sich dabei um eine Investition in unabhängigen Journalismus.

Medienpolitik sei am Ende keine Machtpolitik, sondern „Demokratiepolitik“, so der Vizekanzler, der für 2028 einen weiteren, größeren Umbau des heimischen Medienfördersystems ankündigte. Zuletzt hatte es sich beim nun vorgestellten Paket bei der Förderung von Gratismedien gespießt, das vor allem die ÖVP propagierte, wie am Montag vom neuen Klubobmann Ernst Gödl bestätigt wurde.

Drei Möglichkeiten für Förderungen
Konkret besteht das Paket aus drei Säulen: der neuen Zustellförderung, der Verlängerung der Förderung für digitale Transformation und Geld für den Ausbau der Medienkompetenz bei jungen Zielgruppen. Die Zustellförderung in der Höhe von 22,5 Millionen Euro soll zunächst sicherstellen, dass die besonders kostspielige „letzte Meile“, also die Lieferung von Zeitungen bis zur Haustür beziehungsweise bis zum Postkasten, weiterhin möglich ist.

 
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