Die grüne Frau Normalo
Ab in die Mitte: Leonore Gewessler versucht den Schrecken, dem wir uns stellen müssen, freundlich und verträglich zu verkaufen
Leonore Gewessler sucht die Mitte und versucht dort zu landen. Niemanden vergrätzen, nicht zu radikal sein, freundlich, brav, erwartbar. Die Grünen-Chefin fährt in der Opposition einen Kuschelkurs. Nicht so sehr mit den anderen Parteien, aber im Kontakt mit der potenziellen Wählerschaft, die sie zu verbreitern versucht. Natürlich haben die Grünen nichts gegen Klimaanlagen, die braucht es jetzt, Autofahren, wenn notwendig, ist auch in Ordnung, manchmal Fleischessen – nur zu. Gewessler schreit es förmlich hinaus: Schaut her, wie normal wir sind, fürchtet euch nicht!
Die Klimakatastrophe, deren Zeugen wir in diesem Sommer werden, müsste den Grünen in die Hände spielen. Sie haben Recht behalten, auch wenn das die politische Konkurrenz nicht hören will. Was jetzt über uns hereinbricht, die Dürre, der Wassermangel, die Unwetter, die Hitze, die kaum noch auszuhalten ist, das haben die Grünen vorhergesagt, davor haben sie gewarnt. Das war ihr Programm. Aber glauben wollte es halt niemand. Jetzt, da die Folgen des Klimawandels eingetreten sind, müssen sich die Grünen Gehör verschaffen. Denn viele scheinen noch nicht realisiert haben, was sich gerade abspielt. Vielleicht auch, weil es zu dystopisch erscheint.
SPÖ fächelt sich Luft zu
Die FPÖ meint ja, es sei vielleicht ein bisschen warm, kein Grund zur Sorge. Der Kanzler sagt, Österreich alleine könne den Klimawandel nicht beeinflussen. Also lassen wir es bleiben. Die SPÖ überlegt noch, ob sie eine Position hat und fächelt sich Luft zu.
Ab in die Mitte: Leonore Gewessler versucht den Schrecken, dem wir uns stellen müssen, freundlich und verträglich zu verkaufen
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