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Nachrichten aus Österreich

Doskozil hat es noch immer nicht verkraftet, dass er gegen Babler verloren hat. Ja, er hat Recht, Kickl kann nichts außer Hassreden halten
Doskozil: "Haben auf Bundesebene den Weg Richtung Kleinstpartei eingeschlagen"
Der burgenländische Landeshauptmann kritisiert Schwarz-Rot-Pink. Die Performance sei "so schlecht, dass Kickl nichts machen muss", sagt Hans Peter Doskozil – dabei habe der FPÖ-Chef bereits bewiesen, "dass er es nicht kann"
Hans Peter Doskozil ist zurück. Nach seiner Kehlkopfentfernung durfte er zwei Monate überhaupt nicht sprechen, nun gibt er wieder Interviews: Im burgenländischen Landeshauptmann hat sich viel aufgestaut.

STANDARD: Sie melden sich seit kurzem wieder zu Wort – mit neuer Stimme. Was bedeutet es, sich wieder laut Gehör verschaffen zu können?

Doskozil: Das vergangene Jahr war sehr herausfordernd. Nicht so sehr was die Stimme, sondern vor allem was die Luft betraf: Es wurde immer enger. Den Alltag zu bewältigen, war schwierig. Jetzt bin ich mechanisch zwar noch etwas eingeschränkt, weil ich zum Sprechen auf den Verschluss der Prothese drücken muss – aber die Kanüle kommt noch weg. Die Situation jetzt ist ein neues Lebensgefühl für mich.

STANDARD: Sie sprechen öffentlich über Ihre Erkrankung. Finanzminister Markus Marterbauer hat vor kurzem seine Krebsdiagnose thematisiert. Ist es heute noch ein Risiko in der Politik, offen über Krankheit zu sprechen?

Doskozil: So manche Berater meinen, damit signalisiere man Schwäche. Als Politiker lebt man aber von Glaubwürdigkeit und Vertrauen: Deshalb muss man das auch offenlegen. Und man kann ein positives Beispiel sein für viele Menschen mit Erkrankungen, dass man das bewältigen kann.

 
AUVA: Gewalt am Arbeitsplatz stark gestiegen
Mehr und mehr Menschen in Österreich erleben Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Im Jahr 2025 wurden rund 1.750 Arbeitsunfälle infolge von Gewalt registriert – ein Anstieg von etwa 65 Prozent seit 2021.

Damit kommt es täglich zu mehreren Verletzungen durch Gewalt am Arbeitsplatz, zeigen heute veröffentlichte Daten der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Besonders betroffen sind Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialbereich sowie in Berufen mit intensivem Kundenkontakt.

Frauen überdurchschnittlich oft betroffen
Die Dunkelziffer dürfte hoch sein, da die aktuellen Zahlen laut AUVA nur einen Teil der Realität abbilden. Erfasst werden ausschließlich Fälle körperlicher Gewalt mit Krankenstand. Psychische Gewalt, verbale Übergriffe oder sexuelle Belästigung sind ebenso wenig enthalten wie Vorfälle aus anderen Versicherungsbereichen, etwa bei Beamtinnen und Beamten und bei der Polizei.

 
Antiabtreibungslobby
Tirol: Mit rechten Kräften gegen den Zugang zu Abtreibung
Die Antiabtreibungsorganisation "Jugend für das Leben" verstärkt in Tirol ihren Protest gegen den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen. Vorsitzender des österreichischen Vereins ist ein AfD-Gemeinderat aus Bayern

Seit in Tirol Schwangerschaftsabbrüche auch im Landeskrankenhaus in Innsbruck durchgeführt werden, mobilisieren Abtreibungsgegner:innen noch intensiver. Schützenhilfe gibt es – wie oft bei Antiabtreibungskundgebungen – von konservativer, rechter bis rechtsradikaler Seite.

Der katholische Antiabtreibungsverein Jugend für das Leben rief für Anfang August zu einer weiteren Kundgebung vor dem Innsbrucker Landhaus auf. Der seit kurzem mögliche Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen im Innsbrucker LKH wäre ein "fataler Fehler", so Frederik Koller in einer Pressemeldung des katholischen Vereins vom 3. August. Politisch ist Koller in Deutschland auch aktiv, und zwar als AfD-Gemeinderat in der Marktgemeinde Altomünster im oberbayerischen Landkreis Dachau. Altomünster liegt knapp 50 Kilometer nördlich von München.
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Gemeinsamer Nenner: Antifeminismus

 
Wo lebt es sich besser, in Österreich oder den Vereinigten Staaten? Bei wichtigen Kennzahlen schneidet das kleine Land im Herzen Europas jedenfalls besser ab.
Mehr über die USA unter Donald Trump steht hier: https://kontrast.at/jason-stanley-interview-faschismus-trump/

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Mord in Pädo-Hunter-Szene? Kampfsportler soll Mann getötet haben
Ein 18-Jähriger soll einen 29-Jährigen mit bloßen Händen erschlagen haben. Führt die Spur in die sogenannte Pädo-Hunter-Szene?
In den schmalen Gassen der Wohnsiedlung ist alles ruhig. Nichts lässt erahnen, was sich hier nur wenige Stunden zuvor ereignet hat: In einem Einfamilienhaus in Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) ist am Donnerstagfrüh ein lebloser 29-Jähriger entdeckt worden.

Rasch stand fest, dass es sich um ein Tötungsdelikt gehandelt haben dürfte, wie auch Stefan Loidl, Sprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich bestätigte. Und auch ein dringend Tatverdächtiger konnte schnell gefasst werden: Es handelt sich um einen 18-Jährigen aus dem Bezirk Korneuburg, der in weitere Folge auch von Beamten des Landeskriminalamtes Niederösterreich einvernommen wurde.

„Überall Blaulicht“
Bei einem KURIER-Lokalaugenschein am Donnerstagvormittag wusste man in der Siedlung von all dem noch nichts. Manche Bewohner vermuteten einen Einbruch, andere einen medizinischen Notfall. „Aber dann wären hier wohl nicht so viele Ermittler“, mutmaßte eine Anrainerin. Zu dem Tatort durfte niemand vordringen. Jeder, der es versuchte, wurde von den Beamtinnen und Beamten zurückgewiesen. Die Polizei war damit beschäftigt, Absperrbänder zu spannen, um Neugierige vom Einsatzort fernzuhalten. Ein großes Polizeifahrzeug blockierte zudem die Zufahrt in die Gasse

 
Mit der Moralkeule gegen Mütter
"Familie ist, etwas zu tun, ohne etwas dafür zu bekommen" und "Kinderbetreuung ist keine Arbeit" erklärt Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) einer Frau auf seiner Sommertour. Das war mehr als daneben

Es ist eine feministische Errungenschaft, dass heute in weiten Teilen der Gesellschaft klar ist: Arbeit ist längst nicht nur Lohnarbeit. Sich um Kinder zu kümmern, 24/7 geistig und physisch da oder zumindest erreichbar zu sein, ist Arbeit – harte Arbeit.

Das auch so auszusprechen zu können, ohne als kalte "Rabenmütter" zu gelten, war ein wichtiger Schritt.

„Also Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit", meinte nun aber Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) auf seiner Sommertour in Salzburg bei einer Veranstaltung und fügte noch hinzu: "Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen".

Sind doch Liebesdienste
Diese Aussagen waren seine unmittelbare Reaktion auf ein Statement einer Frau, die deutlich machen wollte, dass Mütter mit der Mehrfachbelastung aus bezahlter und unbezahlter Arbeit noch immer oft alleingelassen werden – obwohl sie enorm viel beitragen und die Wirtschaft ohne diese Arbeit zusammenbreche.

 
ÖVP-Kanzler Stocker am Donnerstag bei einem Auftritt in Salzburg: "Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen". In welcher Parallelwelt lebt der Mann? Unfassbar.

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„Kinderbetreuung keine unbezahlte Arbeit“
Stocker rudert nach Kritik an Aussage zurück
Seit Mitte Juli ist Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) im Rahmen seiner „Sommertour“ durch Österreich unterwegs. Am Donnerstag war Salzburg-Stadt an der Reihe, Stocker stellte sich dabei Fragen von 200 ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern. Eine Antwort auf eine Frage schlägt nun am Freitag hohe Wellen: Gefragt zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie sagte er, dass Kinderbetreuung „keine unbezahlte Arbeit“ sei. Kritik kam darauf von vielen Seiten – nun versucht Stocker zurückzurudern.

„Ein Satz von mir sorgt gerade für Diskussionen. Zu Recht, denn er ist falsch. Bei all jenen, die sich durch meine Aussage verletzt, beleidigt oder nicht wertgeschätzt fühlen, entschuldige ich mich in aller Deutlichkeit. Kinderbetreuung ist Arbeit. Gerade Frauen, die in den allermeisten Familien immer noch den Großteil der Kindererziehung übernehmen, leisten damit Großartiges“, wurde Stocker in einer Aussendung zitiert.

Am Vortag hatte Stocker seine Worte noch ganz anders gewählt: Eine Frau im Publikum fragte Stocker, wie er Frauen und Kinder im Alltag unterstützen wolle – auf der einen Seite werde mehr Erwerbsarbeit gefordert, auf der anderen Seite die unbezahlte Arbeit von Frauen aber nicht gesehen. Darauf sagte der Kanzler: „Also Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit, weil Kinderbetreuung für mich … Ich würde das nicht als Arbeit sehen. Ich sag’s ganz ehrlich.“

 
Politische Debatte über mögliches Rechenzentrum
Die mögliche Errichtung eines Rechenzentrums des Online-Giganten Google in Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) hat am Freitag die ÖVP auf den Plan gerufen. Die Volkspartei sieht viele offene Fragen und fordert Antworten von der Landesregierung. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) erteilte dem Projekt unterdessen bei einem zu hohen Wasserverbrauch eine Absage.

Ein riesiges Rechenzentrum des Online-Giganten Google sorgte zuletzt in einer kleinen oberösterreichischen Gemeinde für Aufsehen. Pläne in dieser Größenordnung gibt es nun offenbar auch im Nordburgenland – mehr dazu in Spekulationen um Google-Rechenzentrum und Offenbar Rechenzentrum in Nickelsdorf geplant.

Die ÖVP nutzte am Freitag ein von der aktuell herrschenden Dürre gezeichnetes Maisfeld als Kulisse für ihre Pressekonferenz zu den Plänen für das Rechenzentrum. Der Grund gehört der Wirtschaftsagentur Burgenland und genau hier könnte Medienberichten zufolge das riesige Rechenzentrum gebaut werden. Konkrete Pläne wurden bisher noch nicht öffentlich – genau das kritisierte ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits.

 
Familienleistungen: Ist Österreich so großzügig, wie Stocker behauptet?
Die Aussagen des Bundeskanzlers zur Kinderbetreuung polarisieren. Was die Höhe der Leistungen betrifft, hat Stocker aber einen Punkt.
Mit seinem Sager, Kinderbetreuung sei „keine Arbeit“, hat Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) für massiven Unmut gesorgt. Die Äußerung fiel im Rahmen von Stockers Bürgerdialog. Eine Mutter hatte zuvor gemeint, Kinder seien in Österreich aufgrund der unbezahlten Kinderbetreuungszeiten nicht mehr leistbar.

Stocker hat sich tags darauf entschuldigt, der Satz sei „falsch“ gewesen. Der Kanzler ist in seinem Statement aber noch weiter ins Detail gegangen. „Frauen, die alleinerziehend sind, werden in diesem Land mehr unterstützt als sonst wo. Sagen Sie mir ein Land, wo Sie mehr unterstützt werden in Ihrer Alleinerziehung?“, meinte er. In Österreich bekomme eine Alleinerzieherin bis zu 1.000 Euro pro Kind, so Stocker: „Wo bekommen Sie das? Wo ist das unbezahlt? Wo ist das so, dass Sie alleine gelassen werden?“

Treffen diese Ausführungen inhaltlich zu? Ein kurzer Faktencheck:

Bekommen Alleinerzieherinnen in Österreich bis zu 1.000 Euro pro Kind?

Laut Analyse der Joanneum Research Forschungsgesellschaft für das Jahr 2025 erhalten Paarhaushalte mit Kindern zwischen elf und 24 Jahren durchschnittlich 425 bis 770 Euro pro Kind im Monat. Bei Alleinerziehenden liegt diese Summe zwischen 460 und 970 Euro. In unteren Einkommensstufen seien die kinderinduzierten Transfers tendenziell höher als in den oberen.

 
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