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Nachrichten aus Belarus

Weißrussland kriminalisiert Identität – Wenn Staat definiert, wie Menschen leben dürfen
Weißrussland schafft neue Straftatbestände, die weit über klassische Gesetzgebung hinausgehen. Wer künftig als „Propaganda“ von Homosexualität, Transidentität oder Kinderlosigkeit gilt, kann belangt werden. Die Definition bleibt bewusst offen. Genau darin liegt die Wirkung. Das Gesetz erweitert den Verwaltungskodex massiv. Neue Artikel, neue Kategorien, neue Eingriffsmöglichkeiten. Gleichzeitig wird alles in einen Rahmen gestellt, der Ordnung und Schutz vorgibt, tatsächlich aber Kontrolle ausweitet. Begriffe werden so gewählt, dass sie nahezu jede Form von Sichtbarkeit erfassen können.

Auffällig ist die Gleichsetzung. Homosexualität, Transidentität und Kinderlosigkeit werden im selben Atemzug genannt wie schwere Straftaten. Damit wird nicht nur reguliert, sondern bewertet. Lebensweisen werden politisch eingeordnet. Konkrete Strafen bleiben unklar. Das schafft Spielraum. Behörden können entscheiden, wann eine Grenze überschritten ist. Genau diese fehlende Präzision macht das Gesetz wirksam. Parallel enthält das Paket auch technische Anpassungen. Digitale Kommunikation, Verwaltung, Verfahren. Das wirkt wie Modernisierung, erweitert aber gleichzeitig die Möglichkeiten staatlicher Eingriffe. Am Ende steht ein System, das nicht nur Verhalten regelt, sondern Identität kontrolliert. Nicht offen durch Verbote allein, sondern durch Begriffe, die jederzeit ausgelegt werden können.

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Belarus stellt „Propaganda“ für Homosexualität unter Strafe
Nach dem Vorbild des benachbarten Russland hat Belarus „Propaganda“ für homosexuelle Beziehungen, Geschlechtswechsel, Pädophilie und Kinderlosigkeit unter Strafe gestellt.

Ein entsprechendes Gesetz mit einem Abschnitt zum „Schutz traditioneller Werte“ habe Staatschef Alexander Lukaschenko unterzeichnet, teilte die Präsidialverwaltung in Minsk gestern mit. Vorgesehen seien Geldstrafen bis umgerechnet gut 400 Euro oder sogar Haftstrafen.

Lukaschenko regiert die Ex-Sowjetrepublik seit 1994 autoritär. Dem engen Verbündeten von Kreml-Chef Wladimir Putin werden regelmäßig Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

 
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