Washington öffnet die Tür für Lukaschenko
Die USA prüfen, ob Alexander Lukaschenko zu einem Treffen mit Donald Trump eingeladen werden soll — ins White House oder nach Mar-a-Lago. Ein Schritt, der vor einem Jahr noch undenkbar gewirkt hätte. Lukaschenko ist kein einfacher Gast. Er gilt als engster Partner Moskaus in Europa, seine Rolle im Ukraine-Konflikt ist belastet, sein Umgang mit der eigenen Bevölkerung seit Jahren dokumentiert. Belarus war politisch isoliert – bewusst, aus Überzeugung, als Haltung. Dabei kennen sich Trump und Lukaschenko bereits ´ der weißrussische Machthaber saß beim sogenannten Board of Peace mit am Tisch, Trumps Friedensinitiative, bei der sich Staatsführer und Autokraten aus aller Welt versammelten. Ein Erstkontakt wäre das Treffen also nicht – sondern die nächste Stufe einer Verbindung, die längst begonnen hat.
Hinter den Überlegungen steht eine schlichte Rechnung: Direkte Gespräche bringen mehr Einfluss als Distanz. Für Trump ist das kein Widerspruch, sondern Trump – Konflikte über persönliche Begegnungen lösen. Ob das funktioniert, ist eine andere Frage. In Minsk wird man genau abwägen, was eine Annäherung kostet und was sie bringt. In Brüssel und Warschau wird man das Treffen lesen, bevor es stattgefunden hat. Und in Washington bleibt das Risiko, dass am Ende ein Foto übrig bleibt – und sonst nichts.