Aktuelles

Nachrichten aus Bosnien und Herzegowina

Der Verteidigungsminister von Bosnien und Herzegowina zur Konferenz in Zagreb: Eine Gruppe von Narren traf sich
Der Verteidigungsminister von Bosnien und Herzegowina, Zukan Helez, äußerte sich zu den Botschaften, die während des TradFest der vergangenen Woche in Zagreb übermittelt wurden.

„Eine Gruppe von Narren, unbedeutenden Leuten, die uns verunsichern wollen, hat sich getroffen. Sollten die Machthaber diese Gruppe von Narren jedoch geschickt haben, um unsere Reaktionsfähigkeit zu testen, sage ich ihnen: Wir sind auf jede Herausforderung vorbereitet und warten darauf, dass jemand Ernsthafteres dies bestätigt“, sagte Helez laut Klix.ba.

Er betonte, die Konferenz sei so belanglos, dass es nicht einmal angebracht sei, sie zu kommentieren.

Die dargestellte Karte zeigt die Aufteilung von Bosnien und Herzegowina in vier Einheiten
Zur Erinnerung: Das TradFest fand im Hotel Dubrovnik in Zagreb statt und wurde von den kroatischen Stiftungen Vigilare und Ordo Iuris mit Unterstützung der amerikanischen Denkfabrik Heritage Foundation organisiert. Der Vortrag von Ivan Pepić, Assistenzprofessor an der Universität für Verteidigung und Sicherheit „Dr. Franjo Tuđman“, löste in Bosnien und Herzegowina heftige Reaktionen aus.

Pepić präsentierte eine Karte der territorialen Aufteilung von Bosnien und Herzegowina in drei, genauer gesagt vier Einheiten: Republika Srpska, Kroatische Republik, Bosniakisch-Muslimische Republik und den Bezirk Brčko. Die Karte zeigt die „Kroatische Republik“ rot markiert; sie umfasst die westliche Herzegowina und das Gebiet um Mostar sowie separate Enklaven in Zentralbosnien und Posavina.

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Kälteeinbruch und Schneefall: Am Balkan wird es nochmal winterlich
Der April verabschiedet sich in Bosnien mit einem letzten Kälteeinbruch – und bringt mancherorts sogar Schnee zurück.

Der Donnerstag, der 30. April, bringt in der Republika Srpska (bosnische Teilrepublik) und der Föderation Bosnien und Herzegowina einen deutlichen Temperaturrückgang. Im Süden und Osten ist mit Niederschlägen zu rechnen, in den höheren Berglagen des Ostens auch mit Schneeregen und Schnee. Im Westen präsentiert sich der Morgen trocken und bewölkt, mit schrittweiser Auflockerung im Tagesverlauf – so die Angaben des Hydrometeorologischen Instituts der Republika Srpska.

Regionale Frühtemperaturen
Die Frühtemperaturen um sieben Uhr zeigen ein deutliches Gefälle: In Han Pijesak und auf der Bjelasnica werden null Grad gemessen, in Sokolac zwei, in Cemerno drei Grad. Prijedor und Sarajevo starten mit fünf Grad in den Tag, Mrkonjic Grad und Zenica mit sechs. In Banja Luka, Visegrad und Tuzla sind es sieben Grad, in Bijeljina acht, in Doboj neun. Milder ist es im Süden: Bileca und Mostar verzeichnen zwölf, Trebinje sogar 14 Grad Celsius.

Tagesverlauf & Nacht
Im Tagesverlauf setzt sich laut Föderalem Hydrometeorologischen Institut im Norden und Westen die Sonne durch. Im Süden und Osten lassen die Niederschläge nach, bis zum Abend klart es auch dort zunehmend auf. Die Höchstwerte liegen zwischen 10 und 16 Grad Celsius. Ein schwacher bis mäßiger Nord- bis Nordostwind begleitet den Tag.

In der Nacht auf Freitag wird es klar und merklich kälter.

 
Nach 34 Jahren in Sarajevo, zwei Kolumnen zum selben Ereignis. Verbrechen für Serben, Verteidigung für Bosnien und Herzegowina.
Der Konflikt in der ehemaligen Dobrovoljačka-Straße in Sarajevo, während sich die JNA-Kolonne aus der Stadt zurückzog, wird auch 34 Jahre später noch auf völlig unterschiedliche Weise in Erinnerung behalten: Die serbische Seite behauptet, es sei ein Verbrechen gewesen, und die bosniakische Seite betont, dass diese Ereignisse über die Verteidigung der Hauptstadt entschieden haben.

Nur hundert Meter trennen zwei unterschiedliche historische Erinnerungen in der Straße, die heute den Namen des Historikers Hamdija Kreševljaković trägt. Unter besonders starkem Polizeischutz legte eine große Delegation unter der Leitung des serbischen Mitglieds der bosnisch-herzegowinischen Präsidentschaft, Željka Cvijanović, Kränze nieder und entzündete Kerzen am Denkmal für die gefallenen Soldaten der Jugoslawischen Volksarmee (JNA), deren Zahl von beiden Seiten umstritten ist.

„Wir vergessen nicht und wir geben den Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit nicht auf“, schrieb Cvijanović auf Instagram. Ehemalige Mitglieder der Grünen Barette und Soldaten der Armee von Bosnien und Herzegowina begehen den 2. und 3. Mai als Schlüsseldaten für die Verteidigung Sarajevos und des Staates Bosnien und Herzegowina.

Ehemaliger Green Beret: Es gab kein Massaker
Ihrer Interpretation zufolge lassen sich die Ereignisse in Dobrovoljačka nicht losgelöst vom Kontext des Angriffs der JNA auf das Zentrum von Sarajevo am Vortag betrachten, bei dem staatliche Einrichtungen angegriffen und versucht wurde, die Kontrolle über die Stadt zu erlangen. Das ehemalige Mitglied der Grünen Barette, Ismir Nokto, wies Behauptungen zurück, in Dobrovoljačka habe ein Massaker stattgefunden.

 
Bosnische Fabrik holt Arbeiter aus Deutschland zurück
Insolvenzen, Proteste, verlorene Partner – und dann doch ein Neuanfang. Eine Fabrik in Tuzla trotzt dem Trend.

Während in Bosnien und Herzegowina immer mehr Unternehmen zusperren, schreibt eine Fabrik aus Tuzla eine andere Geschichte: TTU Energetik, Hersteller von Transportausrüstung, gilt als seltenes Positivbeispiel für industrielle Erholung in einem Land, das wirtschaftlich unter Druck steht. Dabei war der Weg dorthin alles andere als geradlinig – das Unternehmen durchlief eine tiefe Krise, die von Insolvenz und Arbeiterprotesten geprägt war. Den Wendepunkt brachte die Übernahme durch den Energieversorger Elektroprivreda BiH und das Bergwerk Banovići, die gemeinsam die Grundlage für einen Neustart legten.

Heute zählt TTU Energetik 107 Beschäftigte und investiert gezielt in die Modernisierung seiner Produktionsanlagen – darunter die Anschaffung neuer CNC-Maschinen. Finanzdirektorin Suhreta Zunic sieht darin einen entscheidenden Schritt für die künftige Marktstellung des Unternehmens. „Sobald die Beschaffung der neuen Ausrüstung abgeschlossen ist, werden wir in der Lage sein, auf regionalen Märkten und in Europa wettbewerbsfähig aufzutreten. Es ist ein anspruchsvoller Prozess – aber wir sind bereit, uns dieser Herausforderung zu stellen“, so Zunic.

Schwieriger Neuanfang
Mit dem Abschluss der Investitionen, der noch vor Jahresende erwartet wird, soll auch das Exportvolumen steigen – und TTU Energetik seine Stellung als relevanter Akteur im bosnisch-herzegowinischen Maschinenbau weiter ausbauen. Darüber berichtete der öffentlich-rechtliche Sender BHRT.

Leicht war der Weg bis hierher nicht. Das Unternehmen bekam die Folgen gleich zweier industrieller Einschnitte zu spüren: die Schließung der Kokerei in Lukavac und des Stahlwerks in Zenica – beides langjährige Partner und wichtige Glieder in der industriellen Wertschöpfungskette. Trotz dieser Rückschläge arbeitet TTU Energetik konsequent an seiner Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt, setzt auf die Gewinnung junger Fachkräfte – und verzeichnet zunehmend auch die Rückkehr früherer Mitarbeiter aus dem Ausland.

 
Neues Buch über die „Sarajevo-Safari“. „Sie wetteiferten darum, wer die schönste Frau töten würde.“
Reiche Ausländer sollen während der Belagerung von Sarajevo hohe Summen gezahlt haben, um Zivilisten zu töten, und sich sogar darum gerissen haben, wer die schönste Frau umbringen konnte, behauptet ein neues Buch. Es handele sich um eine Art „Menschensafari“ für wohlhabende Waffenliebhaber, die ihren serbischen Mittelsmännern Zehntausende von DM zahlten, um zwischen 1992 und 1996 Menschen erschießen zu dürfen, schreibt die Times of London .

Gruselige Behauptungen aus einem neuen Buch
Diese Anschuldigungen stammen aus dem Buch „Zahlen und Schießen“ des kroatischen Aktivisten Domagoj Margetić. Demnach betrug der Preis für die Tötung einer Frau mittleren Alters 80.000 DM. Für den Mord an einer jüngeren Frau stieg die Summe auf 95.000 DM, während für die Erschießung einer schwangeren Frau 110.000 DM verlangt wurden.

In dem Buch bezieht sich Margetić auf Dokumente, die ihm angeblich von dem bosnischen Geheimdienstoffizier Nedžad Ugljen übergeben wurden, der 1996 getötet wurde. „Ugljen hielt auch fest, dass Ausländer darum wetteiferten, wer die schönste Frau erschießen würde“, sagte Margetić gegenüber den Medien.

Ugljen sprach angeblich mit Mitgliedern der bosnisch-serbischen Armee, von denen einige erwähnten, dass sich unter den Schützen ein europäischer Adliger befand. „Viele sagten mir, dass ein europäischer Adliger unter den Scharfschützen war. Er kam mit dem Hubschrauber, hielt sich in Vogošća bei Sarajevo auf und bat darum, Kinder erschießen zu dürfen“, soll Ugljen aufgezeichnet haben.

Obwohl die Touristenmörder serbische Mittelsmänner bezahlten, behauptet Margetić, dass die Idee für eine solche Safari nicht aus Serbien, sondern aus Kroatien stammte und dass Zvonko Horvatinčić, der vor den Kriegen der 1990er Jahre für den jugoslawischen Geheimdienst in Kroatien gearbeitet hatte, daran beteiligt war.

Ein italienischer Journalist enthüllte die Geschichte
„Die Sicherheitsdienste kümmerten sich darum, weil Ausländer beteiligt waren“, sagte Margetić. Seinen Angaben zufolge begann alles ganz am Anfang der Belagerung. „Als die Belagerung von Sarajevo begann, fragten ihn im Sommer 1992 reiche Italiener, ob sie dorthin reisen dürften.“

Während der Belagerung von Sarajevo von 1992 bis 1996 wurden mehr als 10.000 Menschen durch Scharfschützenfeuer und Artilleriebeschuss getötet. Im vergangenen Jahr leiteten italienische Staatsanwälte Ermittlungen zu Behauptungen ein, wonach wohlhabende Touristen mehr als 90.000 Dollar für die Teilnahme an einer „Menschensafari“ bezahlt haben sollen.

Die Ermittlungen wurden eingeleitet, nachdem der investigative Journalist Ezio Gavazzeni, der den Fall aufgedeckt und ein Buch darüber geschrieben hatte, erklärt hatte: „Es gab Deutsche, Franzosen, Engländer … Menschen aus allen westlichen Ländern, die hohe Summen zahlten, um Zivilisten erschießen zu dürfen.“ Ziel der Ermittlungen ist es, italienische Staatsbürger zu identifizieren, die möglicherweise am sogenannten Scharfschützentourismus teilgenommen haben.

Im Zuge dieser Ermittlungen wurde im Februar dieses Jahres ein 80-jähriger ehemaliger Lkw-Fahrer als Verdächtiger benannt. Ihm werden mehrfacher Mord mit besonderer Schwere und Vorbedacht vorgeworfen, doch Quellen teilten Reuters nicht mit, ob er die Morde persönlich begangen hat.

 
Bye Schmidt....

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Bericht: Bosnien-Sondergesandter will zurücktreten
Der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina, Christian Schmidt, wird einem Zeitungsbericht zufolge sein Amt zurücklegen.

Die in Sarajevo ansässige Tageszeitung „Oslobodjenje“ berichtete gestern am späten Abend unter Berufung auf Insider, der ehemalige deutsche Minister trete aus persönlichen Gründen zurück. Das Büro des Hohen Repräsentanten (OHR) war am Wochenende nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Schmidt halte sich derzeit in New York auf, wo er den Vereinten Nationen (UNO) seinen Bericht über das EU-Beitrittskandidatenland vorlegen solle, hieß es in dem Bericht.

Seit fast fünf Jahren im Amt
Der deutsche CSU-Politiker übt das Amt als Sondergesandter seit fast fünf Jahren aus, sei Vorgänger war der Österreicher Valentin Inzko. Der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft ist für die Umsetzung des Dayton-Abkommens zuständig, mit dem vor drei Jahrzehnten der Bosnien-Krieg beendet wurde, und fungiert als oberster Ausleger der bosnischen Verfassung.

Während seiner Amtszeit geriet Schmidt häufig mit den bosnischen Serben aneinander. Diese erkannten seine Ernennung nicht an, da sie nicht vom UNO-Sicherheitsrat gebilligt worden war.

 
Bosnien: Russland will Abschaffung des Hohen Repräsentanten
Nach dem Rücktritt von Christian Schmidt als Hoher Repräsentant der Staatengemeinschaft für Bosnien-Herzegowina hat Russland die „sofortige Schließung“ des Amts gefordert. „Wir fordern, dass der Westen mit seiner Einmischung in die internen Angelegenheiten von Bosnien-Herzegowina aufhört“, sagte der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wassili Nebensja, gestern bei einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats zur Situation in dem Balkan-Land.

Es sei an der Zeit, dass Bosnien-Herzegowina „echte Souveränität und Unabhängigkeit“ erlange. Der deutsche Politiker und frühere Landwirtschaftsminister Schmidt hatte zu Wochenbeginn seinen Rücktritt bekanntgegeben.

USA kündigten weniger Macht Beauftragten an
Nach eigenen Angaben plant er, das Amt im Juni abzugeben. Dann soll auch der Friedensimplementierungsrat für Bosnien-Herzegowina abermals tagen. Nebensja nannte Schmidts Rücktritt „einen Schritt in die richtige Richtung“. Russland hatte Schmidt im Amt nicht anerkannt.

 
Der Bosniake hat nicht unrecht.
Bosniake prangert Kroatien und Serbien bei der UN an, Kroate antwortet.
Christian Schmidt bestätigte vor dem UN-Sicherheitsrat, dass er das Amt des Hohen Internationalen Vertreters für Bosnien und Herzegowina (OHR) niederlegt, und die USA kündigten an, dass sein Nachfolger mit der Auflösung dieses Gremiums und der Übertragung seiner Befugnisse an die staatlichen Behörden beginnen wird.

Der deutsche Politiker gab am Wochenende seinen Rücktritt nach fünfjähriger Amtszeit bekannt und bestätigte in New York, dass er im Juni ausscheiden werde, wenn sein Nachfolger ernannt werden soll. „Ich habe die persönliche Entscheidung getroffen, meine Amtszeit zu beenden“, sagte er.

Schmidts Nachfolger dürfte Anfang Juni feststehen, wenn der Friedensrat für Bosnien und Herzegowina in Sarajevo tagt. In seiner letzten Rede vor dem UN-Sicherheitsrat urteilte Schmidt, dass die Behörden der Republika Srpska mit sezessionistischen Bestrebungen und Äußerungen die territoriale Integrität des Landes infrage stellen und staatliche Institutionen blockieren.

Er fügte hinzu, dass Versuche, ein Narrativ zu verbreiten, wonach Bosnien und Herzegowina kein nachhaltiges und funktionsfähiges Land sei und ein Zusammenprall der Zivilisationen stattfinde, besonders besorgniserregend seien.

Bruce: Bosnien und Herzegowina bewegt sich auf eine neue Phase zu.
Im Gegensatz zu Schmidt stellte die stellvertretende Ständige Vertreterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, fest, dass die Behörden der serbischen Entität die Sezessionsdrohungen aufgegeben hätten und die Entscheidungen des Verfassungsgerichts von Bosnien und Herzegowina anerkennen. Sie erinnerte zudem daran, dass der Anführer der bosnischen Serben, Milorad Dodik, von seinem Amt zurückgetreten sei.

„BiH tritt in eine neue Phase ein. Das OHR war nie als ständige Einrichtung gedacht“, sagte Bruce und fügte hinzu, dass Schmidts Nachfolger eine begrenzte Rolle haben und „unparteiisch sein und von allen Gemeinschaften Vertrauen genießen“ würde.

„Man sollte vermitteln, aber Ausländern keine Entscheidungen diktieren“, betonte sie.

 
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