Ein Genozid wird von einzelnen Menschen begangen - die Schuld dafür, jetzt und in aller Ewigkeit, muss aber das ganze Volk tragen.
Das kommt für viele Menschen einer Unterwerfung gleich.
"Jemand hat Verbrechen im Namen meines Volkes begangen und ich und meine Kinder und meine Enkel werden in Zukunft dafür den Kopf hinhalten müssen".
Wenn ein Volk einen Genozid zugibt, so öffnet das Tür und Tor für Vorurteile und daraus folgend auch Nachteile. Sowohl im Alltag als auch in der Weltpolitik. Man ist einfach Schuld und wer Schuld ist, hat die Fresse zu halten und hat sich hinten anzustellen.
Ein Serbe der jetzt sagt "Ja gut, wir sind die bösen Verbrecher" der drückt seinen Kindern und seinen Kindeskindern nun endgültig einen Stempel auf, mit denen sie ihr Leben lang leben müssen.
Und das widerspricht völlig der menschlichen Natur, immer so zu handeln, um immer das beste für sich und seine Kinder zu bekommen.
Deswegen finde ich den Ansatz von Frau Osmani falsch.
Das Pragmatischste ist es, die Vergangenheit ruhen zu lassen und sich auf die Zukunft zu konzentrieren.
Eine ständige Schuldzuweisung, die Forderung nach einem Kniefall oder gar die Forderung von Reparationszahlungen sind für mich eher kontraproduktiv.
Die Albaner sollten sich für den Aufbau einer starken Armee einsetzen. Das ist für mich die einzige Möglichkeit, eigene Interessen durchsetzen zu können.
Serbien wird sich dann entweder die Finger verbrennen und das Kosovo anerkennen oder das Kosovo ohne Konflikt anerkennen, weil es sich politisch und wirtschaftlich auf Dauer nicht mehr lohnt am Kosovo festzuhalten.
Und darauffolgend kann dann eventuell auch wirtschaftlich eine Zusammenarbeit stattfinden.
Aber solange Kosovo als Schwächling da steht, wird Serbien ein Auge drauf werfen.
Es ist wie im Alltag. Wenn du respektiert werden willst, musst du jemand sein.