Dass dieser „Inflationsausgleich“ bereits das dritte Mal in Folge vor den Wahlen ausgeschüttet wird, wird natürlich unterschlagen (oder schon vergessen dass im Dezember zwei Wochen vor den Wahlen ebenfalls eine Auszahlung von 100€ angekündigt wurde).
Dass diese Irrsinnige Politik dem Volk dort im Land kaum nützt ist eindeutig, zum einen dass VV deutlich weniger dort gewählt wird als von den Auslandsalbanern, zum anderen dass die grösste Emigrationswelle nach dem Krieg während Kurtis Regierung stattfand (oder wanderst du ab, wenn du weisst es wird viel viel viel besser durch die „Qeveri e shpreses“?). Wenn du eine genaue Zahl haben willst sag Bescheid, kann dir diese nachliefern (waren mehr als deutlich mehr als Hundertausend).
Dass die Reduktion der Kaufkraft zum grösstenteil Hausgemacht von Kurti selbst ist, wird von dir ebenfalls unterschlagen. Anstelle mit dem Geld kapitalinvestionen in die Energieproduktion zu tätigen wird täglich fast 1 mio EURO!!!! Strom importiert. Mir klar dass die, die dort nicht leben null mit den Strompreisen konfrontiert sind, aber das sind die Probleme im Land die von Kurti nicht gelöst werden
Man kann Kurti für vieles kritisieren, aber deine Argumentation blendet einige zentrale Fakten komplett aus.
Erstens zum Energiesektor: Du tust so, als würde die Regierung einfach tatenlos Geld für Stromimporte verbrennen. Dabei läuft aktuell genau das Gegenteil: Die Kurti-Regierung hat erstmals eine langfristige Energiestrategie beschlossen, die massiv auf Diversifizierung setzt – insbesondere Solarenergie, Windkraft und Batteriespeicher. Ziel sind bis 2031 rund 1,600 MW erneuerbare Kapazitäten, darunter mindestens 600 MW Solar und 600 MW Windkraft sowie Batteriespeicher mit 340 MWh Kapazität
Kosovo* aims at 1.6 GW in renewables capacity by 2031, with 340 MWh in batteries. It opted to reconstruct at least three coal plant units.
balkangreenenergynews.com
Und das sind nicht nur Pläne auf Papier. Unter der aktuellen Regierung wurden bereits konkrete Projekte gestartet wie bspw
- Kosovos erste große Solarauktion für einen 100-MW-Solarpark in Kramovik wurde erfolgreich abgeschlossen
Kosovo has prioritized the modernization and improvement of the country’s energy sector generation capacity through investment in and development of its
reskosovo.rks-gov.net
- Zusätzlich wurden laut IMF bereits zwei große Projekte gestartet – ein Solar- und ein Windprojekt –, die gemeinsam rund 250 MW neue Kapazität bringen werden
- Über das MCC-Programm der USA laufen Investitionen von über 200 Millionen Dollar in den Energiesektor, insbesondere in moderne Batteriespeicher
- Konkret sind Batteriespeicher mit 125 MW in Istog und 45 MW in Ferizaj vorgesehen, also insgesamt 170 MW bzw. 340 MWh Speicherleistung
- Parallel dazu bereitet Kosovo Auktionen für insgesamt rund 950 MW erneuerbare Energie und Speicherprojekte vor.
Dass Kosovo Strom importieren muss, ist also kein neues Problem von Kurti, sondern das Resultat jahrzehntelanger Versäumnisse und Misswirtschaft sowie Korruption früherer Regierungen, die weder neue Produktionskapazitäten noch eine echte Modernisierung des Energiesystems aufgebaut haben. Die aktuelle Regierung ist die erste Regierung überhaupt die sich grundlegend mit dem Propblem auseinandersetzt und versucht das Problem langfristig zu lösen
Zweitens zur Diaspora: Klar, VV ist in der Diaspora extrem beliebt, teilweise mit über 80 % der Stimmen. Aber daraus ein Spinn zu drehen, Kurti werde hauptsächlich von Auslandsalbanern getragen, passt rechnerisch einfach nicht
Die Diaspora macht nur einen kleinen Teil der gesamten Wählerschaft aus. Die entscheidenden Stimmen kommen aus dem Kosovo selbst. VV lag bei den Wahlen 2025 trotz Verlusten immer noch bei rund 41-42 % und wurde erneut mit Abstand stärkste Kraft.Das wäre unmöglich, wenn die Partei nur von Auslandsalbanern künstlich getragen würde
Und zur Emigration: Natürlich ist Auswanderung ein Problem. Aber das betrifft den gesamten Westbalkan Albanien, Bosnien, Nordmazedonien oder Kroatien genauso. Hauptursache sind enorme Lohnunterschiede zum Westen und geöffnete Arbeitsmärkte in Deutschland und der EU. Viele wandern nicht aus, weil sie „verhungern“, sondern weil sie in Deutschland mit derselben Arbeit ein Vielfaches mehr verdienen können. Das ist ein strukturelles Regionalproblem und nicht exklusiv auf Kurti zurückzuführen. Ausserdem sind zu Zeiten von Mustafa und Haradinaj ausgewandert, obwohl es damals nicht einmal Visaliberalisierung gab und die Grenzen dicht waren als zu Zeiten von Kurti, wo Reisefreihet herrscht, die Grenzen offen und die Arbeitsmärkte in der EU leichter zugänglich sind
Man kann schon Kritik an Kurzi ausüben etwa dass Reformen zu langsam gehen oder die Lebenshaltungskosten hoch sind. Aber die Darstellung, Kurti habe die Energiekrise oder Inflation „hausgemacht“ und werde nur von Auslandsalbanern künstlich getragen, hält einer faktenbasierten Betrachtung schlicht nicht stand und das weißt du wie alle anderen auch und deswegen wird er dieses mal noch mehr gewählt werden als 2025