Ach, die ewige Tragik des unschuldigen Schwarzbautens.
Es ist wirklich herzzereißend, da besetzt man jahrelang völlig uneigennützig ein Stück Land, das einem nicht gehört, zimmert ohne jede Baugenehmigung ein nettes Häuschen in die Landschaft und plötzlich, völlig aus dem Nichts und nach nur 12 Jahren, kommt diese lästige Bürokratie und verlangt doch tatsächlich legale Dokumente. Wo kommen wir denn da hin, wenn man neuerdings fürs Bauen eine Erlaubnis braucht?
Aber der absolute Höhepunkt moderner Rechtsstaatlichkeit ist natürlich der Glaube an das „mündliche Ehrenwort“ eines Polizisten. Wer braucht schon Grundbücher, Stempel oder schriftliche Bescheide, wenn man abends beim gemütlichen Plausch eine Stunde lang nett über das Haus geredet hat? Dass die Behörden diesen bahnbrechenden, mündlichen "Deal“ nicht als offiziellen Eigentumsnachweis anerkennen, ist pure Schikane.
Wenn jeder, der ein paar Quadratmeter Staatsgrund okkupiert, einfach dort wohnen bleiben dürfte, müssten wir uns bald gar nicht mehr mit diesen nervigen Bauämtern herumschlagen. Ein Hoch auf das Gewohnheitsrecht des illegalen Bauens.
Ja, auch in Kroatien greift der Staat inzwischen drastisch durch und lässt massenhaft illegal gebaute Häuser per Bagger dem Erdboden gleichmachen.
Allein an der Adriaküste und in Regionen wie Istrien wurden in den letzten Jahren Tausende von Schwarzbauten – von Ferienhäusern bis hin zu illegalen Glamping-Anlagen – auf Kosten der Eigentümer abgerissen, da sie ohne jede Baugenehmigung in landwirtschaftlichen Schutzgebieten oder direkt am Strand errichtet wurden. Während der Staat für ältere Schwarzbauten (vor 2011) immer wieder nachträgliche Legalisierungswellen anbietet, kennt die Bauaufsicht bei neueren illegalen Objekten und Luxus-Wildbauten absolut keine Gnade mehr. Trifft vielleicht auch ethnische Serben und wird man dann auch herzzerreißend auf Informer und Co lesen können.