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Nachrichten aus der Schweiz

Armeechef: Schweiz muss Militärausgaben erhöhen
Die Schweiz kann sich ⁠nach Einschätzung ihres scheidenden Armeechefs Thomas Süssli nicht allein gegen einen Großangriff verteidigen und muss angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland ihre Militärausgaben erhöhen. Das Land sei zwar auf Angriffe von nicht staatlichen Akteuren auf kritische Infrastruktur und auf Cyberangriffe vorbereitet, sagte Süssli der „Neuen Zürcher Zeitung“ in einem gestern veröffentlichten Interview.

„Was wir nicht können: Bedrohungen aus der Distanz abwehren oder gar einen umfassenden Angriff auf unser Land“. Die Armee habe nach wie vor große Ausrüstungslücken, sagte ⁠Süssli, der sein Amt zum Jahresende niederlegt. „Es ist belastend zu wissen, dass im Ernstfall nur ein Drittel aller Soldatinnen und Soldaten voll ausgerüstet wäre“, sagte Süssli.

Die Schweiz hat zugesagt, die Verteidigungsausgaben schrittweise auf etwa ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis etwa 2032 zu erhöhen. Derzeit liegt der Anteil bei rund 0,7 Prozent.

 
Mehrere Tote bei Explosion in Schweizer Skiort Crans-Montana
Laut Polizei ist die Ursache bisher unbekannt

Crans-Montana - Bei einer Explosion in einer Bar im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis sind nach Angaben der Polizei mehrere Menschen ums Leben gekommen. Mehrere weitere Menschen seien bei dem Vorfall verletzt worden, teilte ein Sprecher der Kantonspolizei der Nachrichtenagentur AFP am frühen Donnerstagmorgen mit. Er sprach von einer "Explosion unbekannter Ursache".

Die Explosion habe sich gegen 1.30 Uhr in einer Bar im Zentrum des Ferienortes ereignet, sagte Gaëtan Lathion, Sprecher der Walliser Kantonspolizei, zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Mehr als hundert Personen hielten sich ihm zufolge zum Zeitpunkt der Explosion im Lokal auf. Die Kantons- und Stadtpolizei, die Feuerwehr und mehrere Helikopter waren am Ort des Geschehens im Einsatz. (APA/AFP, 1.1.2026)


 
Kroatien bot an, 10 Patienten aus der Schweiz zu betreuen.
Die Schweiz hat nach einem verheerenden Brand in einer Bar im bekannten Schweizer Skiort Crans-Montana über den Katastrophenschutzmechanismus Hilfe von der Europäischen Union angefordert.

Kroatien bot umgehend seine Hilfe bei der Versorgung der Opfer an. Der stellvertretende Leiter des Zivilschutzes, Davor Spevec, erläuterte gegenüber dem Fernsehsender Nova TV in der Sendung „Dnevnik“ die aktuelle Lage.

„Die Schweiz hat heute Nachmittag um Hilfe bei der Versorgung von rund 100 Verletzten gebeten. Die kroatische Regierung hat Hilfe bei der Versorgung von 10 Patienten angeboten. Wir warten nun auf die Entscheidung der Schweiz, ob sie die Hilfe annimmt, und werden dann mit der Organisation des Transports und weiterer Maßnahmen beginnen“, sagte er.

Er wies darauf hin, dass die Schweiz keine konkrete Frist für eine Entscheidung festgelegt habe, diese aber voraussichtlich noch heute Abend fallen werde. „Wir sind ziemlich weit von ihnen entfernt, daher werden wir abwarten müssen, wie sie sich entscheiden. Es ist sehr schwierig, die Verletzten so zu transportieren“, sagte er.

 
Sprühkerzen, "Flashover", Brandverletzungen: Was über die Katastrophe von Crans-Montana bekannt ist
Weiterhin sind rund 40 Tote bestätigt, die Zahl der Verletzten stieg auf 119, darunter sind auch viele Ausländer. Sprühkerzen lösten den Brand aus, ein "Flashover" machte ihn besonders gefährlich

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin spricht von einer der "schlimmsten Katastrophen des Landes": Das scheint zweifelsfrei festzustehen. Doch viele Fragen sind auch am Tag nach dem verheerenden Brand in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana noch offen. Ein Überblick.

Frage: Was ist passiert?

Antwort: In der Silvesternacht ist um etwa 1.30 Uhr ein Feuer in der Bar "Le Constellation" ausgebrochen. Die ersten Polizeistreifen trafen um 1.32 Uhr ein, wenig später auch die Feuerwehr. Etwa 40 Tote und 119 Verletzte sind bisher bestätigt, hieß es bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag. Es seien sechs der Verletzten noch nicht identifiziert. Viele der Verletzten seien in ein künstliches Koma versetzt worden, zahlreiche seien auch intubiert. 79 von ihnen sind Schweizer, der Rest setzt sich aus zahlreichen anderen europäischen Nationen zusammen, insbesondere Frankreich und Italien. Österreichische Opfer sind demnach nicht bekannt. Bei 14 Opfern sei die Nationalität noch nicht geklärt. Die Zahlen seien noch nicht definitiv und könnten sich weiter ändern, einige Verletzte hätten sich erst jetzt in die Spitäler begeben.

Vollständige Angaben zu Vermissten machte die Polizei weiterhin nicht. Eltern vermisster Jugendlicher baten in sozialen Medien allerdings verzweifelt um Informationen über ihre Familienangehörigen. Die genaue Anzahl der Personen, die sich zum Zeitpunkt des Brandes in der Bar aufhielten, ist auch noch unklar. Die Bar verfügt nach eigenen Angaben über Platz für etwa 300 Gäste. Italienische und französische Medienberichte, die auf Aussagen von Überlebenden und Gästen beruhen, legen nahe, dass sich häufig Minderjährige in der Bar aufgehalten haben.

 
Brandschutzexperte: "Katastrophe dieses Ausmaßes bei Einhaltung der Vorschriften undenkbar"
Zu wenige Kontrollen, eine zunehmende "Wird schon nichts passieren"-Mentalität und fehlendes Bewusstsein für Eigenverantwortung sind Risikofaktoren, die zur Katastrophe führen können

Nach dem nordmazedonischen Kočani, dem spanischen Murcia und der rumänischen Hauptstadt Bukarest reiht sich nun auch der Schweizer Skiort Crans-Montana in die Liste jener europäischen Unglücksorte, an denen Großbrände in Diskotheken viele Tote forderten: Mindestens 40 Menschen sind in der Silvesternacht bei der Brandkatastrophe in einer Bar ums Leben gekommen, weitere 119 Menschen wurden größtenteils schwer verletzt. Viele von ihnen kämpfen nach wie vor ums Überleben.

Die Katastrophe wirft nicht nur die Frage nach der Brandursache auf, sondern auch: Wie sicher sind Österreichs Clubs und Lokale vor derart verheerenden Bränden? DER STANDARD hat darüber mit Bundesfeuerwehrrat Martin Mittnecker – seit rund 30 Jahren Experte im Bereich Brandschutz – gesprochen. Eines vorweg: Er beurteilt die heimischen Brandschutzvorschriften als gut – vorausgesetzt, sie werden eingehalten.

STANDARD: Herr Mittnecker, kann eine Brandkatastrophe, wie sie sich in Crans-Montana ereignet hat, auch in Österreich passieren?

Martin Mittnecker: Eines vorweg: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Aber bei Einhaltung der Brandschutzvorschriften und aller Vorgaben darf eine Katastrophe dieses Ausmaßes in Österreich nicht passieren. Ich möchte keine Ferndiagnose stellen, noch weiß man nicht, was Schuld war an dem Brand in der Schweiz, was jedoch auffällt: Eine Bar, die 300 Personen fasst, muss in Österreich mindestens zwei Fluchtwege besitzen. Deren Anzahl, Breite und richtige Anordnung sind essenziell. Ebenso das Brandverhalten der verwendeten Materialien. Auch die Lage im Keller birgt zusätzliche Gefahren. Es sind oftmals keine Fenster vorhanden und es ist grundsätzlich einfacher geradeaus zu flüchten als hinauf. Und wenn dann auch noch die Stiegen alt und schmal sind, kann es kritisch werden.

 
Schweiz stimmt über 10-Millionen-Deckel ab – Referendum mit Sprengkraft für Europa
Am 14. Juni stimmt die Schweiz darüber ab, ob ihre Bevölkerung bis 2050 auf 10 Millionen begrenzt werden soll. Ausgelöst wurde das Referendum automatisch, nachdem mehr als 100.000 Bürger eine Petition unterzeichnet hatten. Getragen wird die Initiative von der Schweizerischen Volkspartei, die rund ein Drittel der Sitze im Parlament hält. Derzeit zählt das Land etwa 9 Millionen Einwohner. Befürworter wollen bei Überschreiten von 9,5 Millionen strengere Hürden für Daueraufenthalt einführen und das Abkommen über Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union neu verhandeln. Regierung und Parlament empfehlen die Ablehnung. Der Bundesrat warnt vor weitreichenden Folgen, darunter dem Ausstieg aus internationalen Vereinbarungen und Belastungen im Verhältnis zur Europäischen Union. Gegner verweisen auf Fachkräftemangel und wirtschaftliche Risiken. Rund 40 Prozent der über 15-Jährigen haben laut amtlicher Statistik einen Migrationshintergrund, überwiegend aus europäischen Staaten. Die Debatte knüpft an frühere Volksentscheide an, etwa das Minarett-Verbot von 2009. Eine Umfrage vom Dezember zeigt ein gespaltenes Bild: 48 Prozent unterstützen die Begrenzung, 41 Prozent lehnen sie ab. Seit der Migrationsbewegung 2015/16 haben viele europäische Regierungen ihre Zuwanderungspolitik verschärft. Die Abstimmung in der Schweiz ist damit mehr als eine innenpolitische Frage. Sie berührt das Verhältnis zur Europäischen Union und die wirtschaftliche Zukunft des Landes.
 
Vor Abstimmung
Schweiz ringt um den Rundfunkbeitrag
In drei Wochen stimmen die Schweizerinnen und Schweizer darüber ab, ob sie nur mehr halb so viel für ihren öffentlichen Rundfunk zahlen wollen wie bisher. Die SRG warnt vor drastischen Programmkürzungen. Der ORF schaut aufmerksam auf die Abstimmung in der Schweiz.

Einmal schon haben die Schweizerinnen und Schweizer klar dafür gestimmt, dass sie für den öffentlichen Rundfunk ihres Landes zahlen wollen: 2018 konnten sie verbindlich darüber abstimmen, ob es den Beitrag für die SRG weiterhin geben soll. Das Ergebnis: 54 Prozent der Stimmberechtigten votierten mit, gleich 71,6 Prozent stimmten vor ziemlich genau acht Jahren für den Rundfunkbeitrag.

In drei Wochen, am 8. März, ist ihr Votum wieder gefragt. Und es könnte knapp werden, sagen Umfragen wenige Wochen vor der Abstimmung.

Das Ob steht diesmal nicht zur Wahl, aber das Wieviel: Abgestimmt wird über die sogenannte "Halbierungsinitiative". Eine dramatische Kürzung der bisherigen Rundfunkbeiträge von derzeit 335 auf 200 Franken, die auf eine Halbierung der Einnahmen der öffentlichen SRG hinauslaufen würde. Und damit zu drastischen Kürzungen im Programmangebot eines Rundfunkunternehmens, das wie der ORF in Österreich die nationale Programmproduktion von Sport über Film bis Kultur, Sprache und Tradition wesentlich prägt und trägt.

 
SRF nennt neu immer die Nationalität von Tätern:

Kurz vor der Abstimmung über die Halbierungsinitiative ändert das SRF seine langjährige Praxis. Es sei eine «Anpassung an journalistische Realitäten» und würde Diskriminierung vorbeugen.

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) nennt Straftäter ab sofort immer bei der Nationalität – und bricht damit mit seiner langjährigen Praxis.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat man im Leutschenbach die publizistischen Leitlinien geändert. Neu heisst es darin: «Wir wollen und müssen – wie bei anderen Themen auch – so präzis und transparent berichten wie möglich. Deshalb gehört es dazu, auch die Nationalität von Täterinnen, Tätern und Opfern zu nennen.» Damit schaffe man Transparenz und beuge Spekulationen, Gerüchten oder Falschinformationen vor.

«Anpassung an journalistische Realitäten»

Bis anhin verzichtete das SRF meist auf die Nennung der Nationalität. Die frühere Version der Leitlinien schrieb vor, die Nationalität nur dann zu thematisieren, wenn sie im Zusammenhang mit der Tat bedeutsam war – zum Beispiel bei einem Ehrenmord – oder wenn ein «begründetes öffentliches Interesse» am Hintergrund der Täterschaft bestand. Begründet wurde die Zurückhaltung mit der Gefahr, Vorurteile zu fördern.

Woher also der Sinneswandel? Und hat er mit der anstehenden Abstimmung über die Halbierungsinitiative zu tun? Nein, schreibt SRF-Sprecherin Natalie Blasi auf eine Anfrage von Blick von letzter Woche: «Es ist eine Anpassung an journalistische Realitäten.» Paradoxerweise begründet SRF auch die neue Praxis mit dem Risiko von Diskriminierung. Blasi: «Wurde die frühere Regelung nicht korrekt angewendet, bestand ein Diskriminierungsrisiko. Dieses ist mit der konsequenten Nationalitätsnennung beseitigt.»

Ombudsstelle machte Druck

Die generelle Angabe der Nationalität war auch ein Anliegen der Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz. Diese stellte bereits vor knapp zwei Jahren einen Verstoss gegen das Sachgerechtigkeitsgebot fest, weil SRF bei einer Geiselnahme im Kanton Waadt die Nationalität des Täters nicht erwähnt hatte. Zwar passte SRF die Berichterstattung nachträglich an, dennoch unterstützte die Ombudsstelle eine entsprechende Beanstandung.

Auch die Politik beschäftigt sich mit der Frage, ob die Staatsangehörigkeit von Tätern genannt werden soll. Im Parlament ist eine parlamentarische Initiative von SVP-Nationalrat Benjamin Fischer (34, ZH) hängig. Sie verlangt, dass Polizeien und Staatsanwaltschaften die Nationalität von Verdächtigen kommunizieren müssen, sofern keine Gründe des Persönlichkeitsschutzes dagegen sprechen. Der Nationalrat nahm den Vorstoss im vergangenen September an. Nun ist der Ständerat am Zug.

SVP zufrieden, SP enttäuscht

Gegenüber CH Media begrüsst Fischer die Praxisänderung von SRF: «Auch die Journalisten von SRF sollen sagen, was ist. Es ist gut, wenn die Medienschaffenden nicht mehr dazu angehalten werden, den Zuschauern Informationen vorzuenthalten.

Enttäuscht ist dagegen SP-Nationalrätin Tamara Funiciello (35, BE). Gewalt sei ein komplexes Phänomen. «Sozio-ökonomische Umstände, Traumata, Gesinnung, Erziehung und weitere Faktoren spielen eine Rolle, genauso wie die Situation der Opfer.» Der einzige erkennbare gemeinsame Nenner der meisten verurteilten Täter sei das Geschlecht.

https://www.blick.ch/politik/leitli...die-nationalitaet-von-taetern-id21690252.html
 
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