Während Erdogan sich mit ausländischen antizionistischen Gruppen zeigt, gerät die tatsächliche jüdische Gemeinde in der Türkei (ca. 15.000 bis 17.000 Menschen) bei jeder Eskalation im Nahen Osten unter massiven Druck. Experten und jüdische Organisationen wie die ADL kritisieren immer wieder, dass in den türkischen Staatsmedien und der Rhetorik der Regierungspartei AKP die Grenze zwischen legitimer Israelkritik, Antizionismus und klassischem Antisemitismus oft fließend überschritten wird.
Erdogan hat in der Vergangenheit Zionismus öffentlich als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet (auf einer UN-Konferenz in Wien) und die israelische Führung mehrfach mit Adolf Hitler verglichen. Solche Vergleiche werden von jüdischen Dachverbänden weltweit, wie auch dem Zentralrat der Juden in Deutschland, als Shoah-Relativierung und zutiefst antisemitisch verurteilt.
Die Türkei unter Erdogan weigert sich, die Hamas als Terrororganisation einzustufen, bezeichnet sie stattdessen als "Befreiungsorganisation“ und bietet hochrangigen Hamas-Funktionären Unterschlupf und Pässe. Die offene Unterstützung einer Organisation, deren Charta die Vernichtung Israels fordert, steht im krassen Widerspruch zu der Behauptung, man wolle "gemeinsam“ für das Wohlergehen von Thora-Juden kämpfen.