Fände der Nato-Gipfel nicht in der Türkei statt, mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan als Gastgeber, würde US-Präsident Donald Trump gar nicht hinfahren, erklärte er dieser Tage. Mit dieser Aussage lobt Trump einerseits den obersten Türken und watscht andrerseits die übrigen Nato-Alliierten ab, die seiner Präsenz nicht würdig sind.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte lobt die Türkei in höchsten Tönen als Schlüsselpartner – nicht zuletzt wegen ihrer stark gewachsenen Rüstungsindustrie. Genau für seine Waffenschmieden erhofft sich Erdogan jetzt am Rande des Nato-Gipfels einträgliche Verträge. Denn weil sich die europäische Waffenherstellung nur langsam hochfahren lässt, sind die Europäer auf die Türken angewiesen
Die Türkei gilt in der Nato als schwieriger Partner. Trotzdem darf sie nächste Woche Gastgeber eines Nato-Gipfels sein.
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Man kann gar nicht den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Erdogan beleidigen.
„Präsidentenbeleidigung“: Türkischer Comedian in Haft
Gegen den türkischen Stand-up-Comedian Deniz Göktas ist von einem Istanbuler Gericht Untersuchungshaft wegen „Präsidentenbeleidigung“ angeordnet worden. Das meldete gestern die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.
Zudem wurde ihm „Aufstachelung der Bevölkerung zu Hass und Feindseligkeit oder Herabwürdigung“ vorgeworfen. Der 32-jährige Künstler war am Donnerstag bei seiner Rückreise in die Türkei auf dem Flughafen festgenommen worden, wie sein Anwalt mitteilte.
Vergangene Woche hatte Göktas eine Aufnahme seines Programms hochgeladen, in der er sich neben zahlreichen anderen Themen auch über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und religiöse Aspekte geäußert hatte.
Inzwischen wurde das Video etwa 9,5 Millionen Mal angeklickt, einzelne Ausschnitte wurden zahlreich in den sozialen Netzwerken geteilt.
TGK fordert Freilassung
Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) zeigte sich heute besorgt über die Verhaftung von Göktas und fordert seine umgehende Freilassung. In einem demokratischen Rechtsstaat müssten auch provokante, kritische und unbequeme künstlerische Ausdrucksformen geschützt werden. „Satire darf nicht kriminalisiert werden. Humor ist kein Verbrechen“.
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