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Nachrichten aus Deutschland

723 Sozialdemokraten gegen die eigene Partei: Berlins neue Koalition beginnt mit einem Aufstand
Noch bevor in Berlin der erste Satz einer Koalitionsvereinbarung geschrieben ist, verlangen 723 Sozialdemokraten, dass die Verhandlungen mit der Linkspartei scheitern. Unter den Unterzeichnern stehen Sigmar Gabriel und Christine Lambrecht, dazu Karl Lauterbach und Franziska Giffey. Frühere Minister widersprechen damit der politischen Richtung ihrer eigenen Partei. Am 2. November sollen SPD und Grüne offiziell mit der Linken über eine neue Landesregierung verhandeln. Am Abend zuvor liegt bereits ein offener Brief auf dem Tisch, dessen Titel wie eine Warnung klingt: „Nicht um jeden Preis.“

Am Sonntagvormittag hatten zunächst 300 Sozialdemokraten unterschrieben. Dann wuchs die Zahl. Am frühen Nachmittag waren es 598, um 18.40 Uhr Berliner Zeit bereits 723. Auch Bundestagsabgeordnete und frühere Regierungsmitglieder beteiligten sich. Die Botschaft richtet sich unmittelbar an den Berliner SPD-Landesverband: Eine Koalition mit der dortigen Linken sei unter den gegenwärtigen Voraussetzungen nicht verantwortbar. Die Unterzeichner erkennen das Wahlergebnis ausdrücklich an. Gerade deshalb wiegt ihr Widerspruch schwer. Ihre Partei besitzt die Möglichkeit, an einer Regierung mitzuwirken. Ein erheblicher Teil ihrer eigenen Mitglieder verlangt nun, diese Möglichkeit auszuschlagen.

Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe über Antisemitismus und Verbindungen einzelner Linken-Politiker zu Personen aus dem Umfeld organisierter Kriminalität. Der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak habe freundschaftliche Nachrichten mit Firas Remmo ausgetauscht, dem vorbestraften Sohn von Issa Remmo. Die Familie wird dem Berliner Clanmilieu zugerechnet. Auch bei einer Wahlfeier der Linken in Neukölln seien Angehörige entsprechender Familien anwesend gewesen. Der Brief bewertet solche Kontakte als unvereinbar mit dem sicherheitspolitischen Anspruch der SPD. Aus einer Bekanntschaft folgt allerdings noch keine strafbare Handlung. Gerade bei derartigen Vorwürfen muss sorgfältig getrennt werden, was dokumentiert ist und was daraus politisch abgeleitet wird.

Zusätzlichen Sprengstoff lieferte Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linken für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. In internen Anmerkungen zu einem Interview äußerte sie Sorgen um ihre eigene Sicherheit und die ihrer Familie. Dabei ging es um Personen aus dem Umfeld ihrer Partei, denen Verbindungen zu Hamas-Sympathisanten zugeschrieben werden. Die Anmerkungen gelangten offenbar versehentlich an die Redaktion. Eralp erklärte später, sie orientiere sich am Rat der Sicherheitsbehörden und lasse sich von niemandem einschüchtern. Sie verwies außerdem auf Bedrohungen seit der Wahl. Dass eine Politikerin ihre Familie schützen will, ist nachvollziehbar. Dass sie solche Gefahren im Umfeld einer möglichen Regierungspartei wahrnimmt, wirft für die künftige Zusammenarbeit unangenehme Fragen auf.

 

Zudem hinterfragte Pistorius, was unter „migrantischen Gruppen“ überhaupt zu verstehen sei und ob das auch deutsche Staatsangehörige etwa in dritter Generation einschließe. Wo höre man auf, das zu unterscheiden, fügte er hinzu.
Genialer Schachzug! :lol: Problem gelöst, würde ich sagen.
 
Gen Z zeigt endlich einmal Engagement und dann ist es auch wieder nicht recht

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Frankfurt, Berlin, Köln (dpo) - Immer wieder wird jungen Menschen vorgeworfen, sie seien faul, lethargisch und würden keinerlei Ehrgeiz zeigen. Am Wochenende hat die viel gescholtene Gen Z nun zum ersten Mal tatkräftiges Engagement gezeigt. Doch offenbar sind ihre Kritiker auch jetzt wieder unzufrieden mit der Altersgruppe der 15- bis 30-Jährigen.

"Ja, okay, wir haben jahrelang rumgemeckert, dass Gen Z nichts auf die Kette kriegt und dass sie ihren Hintern nicht hochbekommen", gibt Generationenforscher Thorsten Boomermann (64) zu. "Aber nach den Protesten mit über 100.000 Teilnehmern und anschließender Randale hätten wir doch ganz gern, dass sich die jungen Leute wieder zurück auf ihre Sofas setzen und auf ihre Handys schauen und 'Bobbel Tea' trinken oder was auch immer sie sonst so tun."

Bei der Kritik am mangelnden Engagement sei es eigentlich nur darum gegangen, junge Menschen dazu anzutreiben, härter zu arbeiten. "Dass sie bessere Bildung und Generationengerechtigkeit fordern und das herrschende politische System bekämpfen, war hingegen nicht vorgesehen", so Boomermann.

Er und zahlreiche weitere Vertreter älterer Generationen kündigten an, das angeblich mangelnde Engagement von Gen Z selbstverständlich sofort wieder zu kritisieren, sobald die aktuellen Proteste mit Wasserwerfern von der Straße gefegt wurden.

 

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