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Nachrichten aus Europa

Wohnungskrise in Dublin: Wenn Obdachlosigkeit nicht auf der Straße stattfindet
17.482 Menschen waren im Sommer in Irland offiziell als obdachlos registriert. Die Geschichte von Savannah zeigt, wie schnell die Wohnungskrise Menschen aus ihrem Zuhause drängen kann.
Sie sind unterwegs mit vollgepackten Taschen und Schlafsäcken, halten sich oft an belebten Einkaufsstraßen oder im Park aus – das ist zumindest das Klischee von wohnungslosen Menschen. Dass Obdachlosigkeit sehr wohl auch anders aussehen kann, zeigt die Wohnungskrise in Dublin. Zwar findet man das eine oder andere Wurfzelt neben des River Liffey, Obdachlosigkeit ist in der irischen Hauptstadt aber nicht auf die sogenannten „Rough Sleepers“, also Menschen, die „klassisch“ auf der Straße leben, beschränkt. Es sind auch Menschen, die sich mit 200 anderen eine Küche teilen müssen. Menschen wie Savannah....

Die 29-Jährige ist eine 17.482 Personen im Land, die im Juni offiziell als obdachlos gemeldet und in einer Notunterkunft der Stadt untergebracht war. Also nur ein sehr kleiner Teil, von einer viel höheren Dunkelziffer. Savannah empfängt den KURIER in einem schwarzen, luftigen Zweiteiler mit einer knallroten Jacke und Sandalen. Ihr dichtes, schwarzes Haar fällt glatt geföhnt über ihre Schultern und sie trägt dezentes Make-up, das wie professionell aufgetragen aussieht. „Ein Zuhause zu haben, ist nicht selbstverständlich“, sagt die junge Mutter. Seit zwei Jahren lebt sie gemeinsam mit ihrem Sohn in einem Zimmer der Notunterkunft. Auf den ersten Blick würde man ihr ihre schwierige Lebenssituation nicht ansehen.

Drastischer Mietanstieg

 
Noch mehr Härte für EU-Migrationspakt: Soll EU Asylrecht aushebeln?
Treffen der EU-Innenminister. Nach Ansturm auf Ceuta geht es um Antworten auf akute Krisen. Asylrecht könnte ausgesetzt werden.
Zwei Monate nach der Krise in der spanischen Exklave Ceuta sucht man in der EU nach einer Antwort auf derartige Ereignisse. Ob politisch gelenkt, oder durch von einer Hysterie auf Sozialen Medien angetrieben: Der Massenansturm von rund 70.000 Menschen innerhalb weniger Stunden hat nicht nur Spanien auf eine harte Probe gestellt, sondern vor allem die Migrationspolitik der EU.

Erst im Juni ist der über Jahre verhandelte Asyl- und Migrationspakt in Kraft getreten und schon zeigt sich, dass die dort verankerten Mechanismen Krisen wie in Ceuta nicht standhalten. Bei einem Treffen von EU-Innenministern in München am Samstag, an dem auch Österreichs Innenminister Gerhard Karner teilnahm, wurde bereits heftig über eine Reform des Paktes diskutiert. Mit dabei der verantwortliche EU-Migrationskommissar Magnus Brunner. Auch er spricht sich für eine Weiterentwicklung aus. Dabei geht es ihm auch um eine neue Definition des „Krisenmodus“. Für den plötzlichen Ansturm auf eine EU-Außengrenze sieht der Pakt zwar akute Krisenmaßnahmen und eine verstärkte Zusammenarbeit der EU-Staaten vor. Doch die lässt sich ganz offensichtlich nicht so rasch einrichten, wie das Beispiel Ceuta zeigt.

 
Bericht zu Verteidigungsbereitschaft zeigt Lücken
Ein neuer Bericht über die Verteidigungsbereitschaft der EU offenbart nach Angaben der Außenbeauftragten Kaja Kallas erhebliche Defizite.

Es sei bereits viel getan worden, sagte Kallas heute beim Treffen der Verteidigungsministerinnen und -minister in Brüssel. Auch die Investitionen seien gestiegen. Gleichzeitig habe man aber weiter große Lücken bei den Verteidigungsfähigkeiten, die geschlossen werden müssten.

Details nannte Kallas nicht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sehen die Autorinnen und Autoren des Berichts jedoch zum Beispiel signifikante Lücken bei der Luftverteidigung, bei Drohnen und bei Munitionsbeständen.

EU-Millionen für Küstenwache von Kap Verde
Der Rat der EU beschloss bei seiner Sitzung unterdessen eine weitere Unterstützungsmaßnahme im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität (EFF). Wie der Rat mitteilte, werden 60 Millionen Euro für eine Verbesserung der maritimen Sicherheit des Inselstaates Kap Verde ausgegeben.

 
NATO-General: Russische Sabotage in Europa erfolglos
Nach den Worten des Oberbefehlshabers der NATO-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich, hat die „russische Sabotagekampagne“ in Europa für den Kreml keinen Erfolg. Die „staatlich gesteuerte Sabotage“ werde zwar „immer dreister“, sagte Grynkewich gestern vor EU-Abgeordneten. Dennoch halte das die europäischen Länder nicht davon ab, die Ukraine weiter zu unterstützen.

Konkret verwies Grynkewich auf den Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne auf dem Flughafen in Leipzig und den Abschuss von Leuchtraketen durch ein russisches Kriegsschiff auf einen dänischen Hubschrauber.

General: Entschlossene Reaktion nötig
Grynkewich rief die europäischen Staaten zu einer entschlossenen Reaktion auf russische Sabotageakte auf. Der beste Weg zur Gegenwehr sei es, die Verantwortlichen in Moskau öffentlich zu benennen und die Unterstützung für die Ukraine zu verstärken, sagte Grynkewich.

 
World Spa Awards: Das sind Europas beste Wellnessadressen 2026
Von alpiner Ruhe in den Dolomiten bis zur Thermalhöhle in der Toskana: Italien dominiert die Siegerliste, doch auch Österreich holt mehrere Auszeichnungen

Ein flauschiger Bademantel, absolute Ruhe und ein Pool mit Blick auf schneebedeckte Gipfel: Wer von einer luxuriösen Auszeit träumt, findet bei den World Spa Awards 2026 reichlich Inspiration. Zum zwölften Mal wurden herausragende Spas, Wellnesshotels, Retreats und Behandlungen ausgezeichnet. Die Ergebnisse basieren allerdings nicht auf anonymen Tests einer unabhängigen Redaktion, sondern auf einer Abstimmung, an der registrierte Konsumenten sowie Fachleute aus der Reise- und Wellnessbranche teilnehmen können. Die Preise sind daher vor allem ein Stimmungsbild dafür, welche Adressen bei Gästen und innerhalb der Branche besonders populär sind.

Klarer Sieger ist in diesem Jahr Italien. Das Land wurde sowohl zur besten Spa-Destination Europas als auch zur besten Spa-Destination der Welt gewählt. Außerdem befinden sich dort das weltbeste Resort-Spa, das weltbeste Wellness-Retreat und das weltbeste Thermal-Grotten-Spa.

 
Burnham will EU-Gipfel für Wiederannäherung nutzen
Der neue britische Premierminister Andy Burnham sieht „verschiedene Optionen“ für eine Wiederannäherung des Vereinigten Königreichs an die EU. Der Brexit habe „mehr Schaden als Nutzen angerichtet“, sagte Burnham heute beim Parteitag der Regierungspartei Labour in Liverpool. „Wir müssen wieder ein höheres Maß an Wachstum und Wohlstand für Großbritannien herstellen.“

Der Premier verwies auf das nächste Gipfeltreffen mit der EU noch heuer. Dort werde über das Thema Zuwanderung gesprochen. „Darüber hinaus werden wir daran arbeiten, Erfolge für unsere britische Industrie zu sichern, die am stärksten unter dem Brexit gelitten hat“, sagte Burnham.

Er werde den Gipfel nutzen, um darzulegen, welche Möglichkeiten es seiner Meinung nach für Großbritanniens langfristige Beziehung zu den europäischen Partnern gebe, sagte Burnham. Es gebe "verschiedene Optionen.

Staatliche Kontrolle
Es war Burnhams erste Rede als Parteichef und Premier. Der ehemalige Bürgermeister von Manchester genießt in Umfragen hohe Zustimmungswerte und hat den Abwärtstrend seiner Partei vorerst aufgehalten. Auf dem Parteitag versprach er einen radikalen Wandel der Politik. „Mehr vom Gleichen ist nicht gut genug und wird uns nicht dorthin bringen, wo wir hinmüssen“, sagte er.

 
13-Jähriger tötet in der Slowakei Lehrerin mit Messer
Bei einem Messerangriff in einer Schule in der Slowakei hat ein Schüler eine Lehrerin mit einem Messer getötet. Eine weitere Lehrerin und eine Schülerin wurden bei dem Angriff des 13-Jährigen gestern Früh schwer verletzt. Der 13-Jährige wurde nach Polizeiangaben festgenommen, gegen ihn wird wegen Mordes ermittelt.

Der Angriff ereignete sich in einer Schule in Staskov im Nordwesten des Landes nach der ersten Unterrichtsstunde, wie Innenminister Matus Sutaj Estok berichtete. Eine 61-jährige Lehrerin wurde nach Angaben des Rettungsdienstes tödlich verletzt.

Politik entsetzt
Eine 44 Jahre alte Lehrerin wurde mit einer Stichverletzung in der Brust ins Krankenhaus gebracht. Eine Schülerin wurde ebenfalls schwer verletzt, nach Angaben von Gesundheitsminister Kamil Sasko schwebte sie in Lebensgefahr.

 
Misstrauensvotum: Ficos Vize abgesetzt
In der Slowakei hat Vize-Regierungschef Tomas Taraba eine Vertrauensabstimmung im Parlament verloren. Selbst seine eigene rechtsnationalistische SNS-Partei, einer der Koalitionspartner von Ministerpräsident Robert Fico, stimmte gemeinsam mit der Opposition für die Absetzung des bisherigen Umweltministers. Angesichts der äußerst knappen Mehrheit seiner Koalition im Parlament kündigte Fico für heute eine Sitzung seiner Partei Smer an, um „über die nächsten Schritte zu entscheiden“.

Fico steht seit 2023 an der Spitze einer nationalistischen Drei-Parteien-Koalition, die im Parlament über eine hauchdünne Mehrheit von drei Sitzen verfügt. Das Misstrauensvotum gegen seinen Vize Taraba dürfte Ficos Regierung nun weiter schwächen.

Wegen der internen Konflikte beim kleineren Koalitionspartner SNS hatte Fico vergangene Woche die Möglichkeit vorgezogener Neuwahlen ins Spiel gebracht. Taraba hatte zuvor angedeutet, dass er gemeinsam mit anderen Abgeordneten eine neue Oppositionsgruppe bilden könnte – wodurch Ficos Regierung ihre Mehrheit im Parlament einzubüßen droht.

 
Wo Wohnen in Europa am teuersten kommt – und warum Wien noch gut dasteht
London mag mit Durchschnittskosten von 3.050 Euro Monatsmiete für eine 2-Zimmerwohnung verrückt teuer anmuten. Doch die höchste Mietbelastung gemessen am Durchschnittsverdienst haben die Menschen in einer ganz anderen Stadt zu stemmen.
Vorbei die Zeiten, wo in Lissabons wunderbarer Altstadt verhuschte, kleine Wohnungen zu Spottpreisen zu mieten waren. Heute mutet die Hauptstadt Portugals den Bewohnern ihrer Mietwohnungen gemessen am Durchschnittsverdienst die höchsten Belastungen von ganz Europa zu: Die Kosten für eine 2-Zimmer-Wohnung liegen im Schnitt über dem Netto-Monatseinkommen.

Bis zu 116 Prozent des Monatslohns kann dieser Mietanteil laut Eurostat betragen – ein Wert, der in dieser Höhe auf dem ganzen Kontinent nicht einmal annähernd so dramatisch hoch zu finden ist. Entsprechend groß sind auch in Lissabon immer wieder die Proteste gegen Wohnungsnot und Mietpreiswahnsinn.

Der Grund für diese Entwicklung, die sich nur binnen weniger Jahre vollzogen hat: der massive Zuzug sogenannter digitaler Nomaden, die von ihrem Homeoffice in Lissabon aus überall auf der Welt ihre Arbeit leisten können. Ausländische Investoren, die Portugals Stadtperle entdeckt haben, sowie ein nie dagewesener Zustrom an Touristen (und damit auch Airbnb-Wohnungen) und ein viel zu geringes Bauwachstum - und angesichts all dieser kostentreibenden Faktoren blieben die lokalen Gehälter und Löhne gering.

Generell gilt für ganz Europa: Wohnen ist der größte Ausgabeposten der Haushalte. Einschließlich der Nebenkosten beläuft er sich im Schnitt auf mindestens ein Viertel der Haushaltsaufwendungen.

 
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