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Nachrichten aus Europa

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Soviel Angst vor einer Drag-Queen und so viel Islamophobie wie du sie an den Tag legst ist schon mehr als krankhaft. Ernst gemeint, lass dir professionelle Hilfe angedeihen.
Nius ist da keine Hilfe, ganz im Gegenteil.
 
Energiekrise in Rumänien und Ungarn
Trockenheit bringt AKWs an ihre Grenzen
Nicht nur die Stromproduktion durch Wasserkraft ist durch das hitze- und dürrebedingte Niedrigwasser vieler Flüsse eingeschränkt. In einigen europäischen Ländern sorgen Abschaltungen von Atomkraftwerken für eine reduzierte Stromproduktion, vor allem Ungarn und Rumänien kämpfen mit einer Energiekrise. So musste am Donnerstag das einzige rumänische AKW Cernavoda abgeschaltet werden. Der Wasserstand der Donau war zu niedrig, um die Reaktoren zu kühlen.

Schon Ende Juli musste der erste Reaktorblock heruntergefahren werden, nun folgte der zweite. Normalerweise produziert das AKW rund ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs. Das Land verhandelt derzeit mit der Ukraine und Bulgarien über Stromimporte, im schlimmsten Fall könne auch die Stromzufuhr für Großverbraucher aus der Industrie eingeschränkt werden, teilte Christian Busoi, Staatssekretär im Energieministerium, mit. Die Regierung rief für den gesamten August den Energienotstand aus.

Nicht ausgereicht hatte die Sprengung eines Felsens vor zehn Tagen. An einer Gabelung zweier Donau-Arme 50 Kilometer flussaufwärts vom AKW entfernt hatte die Armee den Felsen gesprengt und in vier Lastkähnen Geröll versenkt, um den Wasserzufluss besser steuern zu können. Diese Maßnahme kostete Schätzungen zufolge über zwei Mio. Euro, verlängerte den Betrieb des AKW aber nur um einige Tage, da der Wasserstand bei Cernavoda geringfügig gestiegen war.

Abschaltung „unausweichlich“
In den vergangenen Tagen wurden zudem rund 100.000 Kubikmeter Flussmaterial wie Sediment aus der Donau ausgebaggert. All diese Maßnahmen konnten aber die aktuelle Abschaltung nicht verhindern. Es ist die erste vollständige Abschaltung seit einer Dürre im Jahr 2003. Von der rumänischen Wasserbehörde hieß es Anfang der Woche, dass die Abschaltung mindestens zwei Wochen dauern könnte.

 
Migranten in Ceuta: Gestrandet am Rande Europas
Zehntausende Menschen haben auf dem Weg in die spanische Exklave ihr Leben riskiert. Die Bewohner sehen ihre Stadt als Spielball geopolitischer Machtkämpfe – und geben Rabat und Madrid die Schuld.
Von der Playa Benítez in Ceuta sieht Europa fast zum Greifen nah aus. 20 Kilometer trennen das spanische Festland von der Exklave in Nordafrika. Am Horizont sind die Berge Andalusiens zu erkennen, der Felsen von Gibraltar ragt in die Höhe. Eine Fähre legt in Richtung Algeciras ab.

Abdullah, der seit rund zwei Wochen in Ceuta ist, wacht morgens mit Europa im Blick auf. 5.000 Kilometer hat er zurückgelegt, um vor dem Krieg aus dem Sudan zu fliehen. Ein Jahr lang schlug er sich in Marokko durch. Dann hörte er, dass die Grenze zu Spanien offen sei. Ende Juli ist er am Wellenbrecher von El Tarajal vorbeigeschwommen und seitdem geblieben.

Ceuta, das ist – ebenso wie die zweite spanische Exklave Melilla – für viele Migranten das Tor nach Europa. Für Europäer, auch für viele Spanier vom Festland, sind die beiden autonomen Städte vor allem: blinde Flecken. „Drüben in Spanien haben sie keine Ahnung, wie es hier wirklich ist“, sagt Juan, der in einem Kaffeehaus in der Altstadt sitzt. „Der Anlass mag kein schöner sein. Aber immerhin kann man uns jetzt auf der Landkarte verorten.“

 
Europa brennt wieder – Rekordhitze, Evakuierungen, Tote und selbst Atomkraftwerke gehen vom Netz
Europa steht Mitte August unter einer Hitze, die längst nicht mehr nur unangenehm ist, sondern ganze Regionen in den Ausnahmezustand zwingt. Feuerwehren kämpfen gleichzeitig in Frankreich, Großbritannien, Spanien, Deutschland, Kroatien, Albanien und Griechenland gegen Wald- und Flächenbrände, während Böden und Wälder nach Wochen ohne Regen kaum noch Feuchtigkeit enthalten. Frankreich erlebt das trockenste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen und zugleich bereits die fünfte Hitzewelle dieses Sommers.

In der Region Landes mussten mehr als 500 Menschen ihre Häuser verlassen, nachdem sich ein Feuer über Nacht durch die Wälder fraß. Erst im vergangenen Monat hatte ein Großbrand bei Bordeaux eine Viertelmillion Menschen vertrieben. Selbst die Stromversorgung bekommt die Hitze zu spüren: Sechs französische Atomreaktoren wurden in den vergangenen Tagen abgeschaltet, teils wegen Hitze und Trockenheit, teils weil ungewöhnlich viele Quallen vor einem Kraftwerk am Ärmelkanal die Kühlwasserzufuhr behinderten.

In Großbritannien brannten in Stourbridge Häuser bis auf die Mauern nieder, 20 bis 30 Gebäude wurden vollständig zerstört. 19 Menschen und sechs Feuerwehrleute kamen wegen Rauchvergiftungen und anderer Verletzungen ins Krankenhaus. In Stoke-on-Trent wurden ein 23-jähriger Mann und eine 24-jährige Frau wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen. London meldete am Donnerstag 38,1 Grad und damit den heißesten Tag des Jahres, während England und Wales den trockensten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1836 hinter sich haben.

Spanien brachte unterdessen die sterblichen Überreste dreier Könige aus dem 11. Jahrhundert aus dem Kloster San Juan de la Peña in Sicherheit, weil sich ein Feuer näherte. Auch Gemälde, liturgische Gegenstände und historische Kleidung wurden abtransportiert. Rund 800 Menschen mussten dort ihre Häuser verlassen, während ein noch größerer Brand in der Provinz Huelva bereits mehr als 300 Quadratkilometer Land verbrannt hat. In Deutschland wurde das gesamte Dorf Gey in Nordrhein-Westfalen mit 1.800 Einwohnern evakuiert, nachdem ein Feuer im Hürtgenwald bis auf rund 300 Meter an die Häuser herankam. Fast 300 Hektar Wald standen in Flammen, und alte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg machte die Löscharbeiten zusätzlich gefährlich. Deutschland hat zugleich schon jetzt einen neuen Rekord bei hitzebedingten Todesfällen erreicht: Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts starben zwischen Jahresbeginn und dem 2. August rund 12.500 Menschen an den Folgen der Hitze, mehr als im gesamten bisherigen Rekordjahr 2018.

n Kroatien starb bei einem Feuer nahe Omiš ein Mensch, 14 weitere kamen ins Krankenhaus, sieben von ihnen schwebten zeitweise in Lebensgefahr. Mehr als 1.000 Menschen mussten fliehen, 194 Menschen, darunter Kinder, wurden aus dem Meer und von Booten gerettet, nachdem sie vor den Flammen an die Küste oder aufs Wasser geflohen waren. Albanien meldete am Freitag noch elf aktive Brände, während im Norden Griechenlands mehr als 300 Urlauber und Einwohner per Schiff evakuiert wurden.

Auch Belgien und die Niederlande erwarten Temperaturen um 37 Grad, die Niederlande kämpfen gleichzeitig mit schwerer Dürre und örtlichem Wassermangel. Das alles geschieht nicht in irgendeiner fernen Zukunft, sondern jetzt, in Europa, in Ländern, deren Infrastruktur auf lange kalte Jahreszeiten gebaut wurde und die für wochenlange Hitze dieser Art kaum gerüstet sind. Die Verbindung zum menschengemachten Klimawandel ist längst wissenschaftlich belegt, doch die politische Reaktion bleibt vielerorts erschreckend klein gegenüber dem, was sich draußen bereits abspielt. Häuser brennen, Dörfer werden geräumt, historische Schätze aus Klöstern getragen, Menschen sterben an Hitze, und noch immer reden viele über dieses Jahrzehnt, als wäre genug Zeit vorhanden. Die Natur wartet nicht darauf, bis Politik und Gesellschaft sich irgendwann bequem genug fühlen, ihre Lage ernst zu nehmen.
 
Trotz Onlinegerüchten: Lage in Ceuta ruhig
Nach Aufrufen in sozialen Netzwerken zu neuerlichen massenhaften Grenzübertritten auf Ceuta an diesem Wochenende ist die Lage heute vorerst ruhig geblieben. Spanien und vor allem Marokko hatten ihre Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld deutlich verstärkt.

An der Grenze herrschte Stille, berichtete ein dpa-Reporter an Ort und Stelle. Nur in den Außenbezirken sehe man Gruppen junger Migranten. Von einer weitgehend entspannten Lage berichteten auch der öffentlich-rechtliche TV-Sender RTVE und andere spanische Medien aus der Exklave.

Mit der Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen wollten die Behörden beider Länder verhindern, dass sich die Ereignisse von Ende Juli wiederholen, als nach verschiedenen Schätzungen bis zu 80.000 Migranten nach Ceuta gelangten.

Vor wenigen Tagen hatte das Innenministerium in Marokko mitgeteilt, man habe eine Gruppe von Menschen festgenommen, die im Verdacht stehen, zu neuen Versuchen der illegalen Einreise in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla angestiftet zu haben. In sozialen Netzwerken kursierten Aufrufe zu gemeinsamen Massenüberquerungen am 15. August.

 
Grenze zu Ceuta: Marokko geht gegen Migranten vor
Nach Aufrufen in sozialen Netzwerken zu neuerlichen massenhaften Grenzübertritten nach Ceuta ist es gestern an der Grenze in Marokko zu Zusammenstößen zwischen Migranten und Beamten gekommen.

Massenüberquerungen wie Ende Juli blieben allerdings aus. Spanische Medien berichteten, dass Marokko rund 300 Migranten aufgegriffen habe. Laut dem Sender TVE setzten die marokkanischen Beamten auch Tränengas ein, um die Menschen von einem Grenzübertritt abzuhalten. Dutzende Menschen seien festgenommen worden, berichtete der Sender.

Wasserwerfer und Stacheldraht
Marokko hatte seine Sicherheitsvorkehrungen in den vergangenen Tagen deutlich verstärkt. In Fnideq wurden laut TVE zusätzliche Sperren aus Stacheldraht errichtet. Patrouillenboote überwachen die Küste, Wasserwerfer stehen an der Grenze bereit. Zudem wurden auf den Zufahrtsstraßen zahlreiche Kontrollstellen eingerichtet.

 
Liechtenstein: Frauen dürfen künftig Fürstin werden
In Liechtenstein dürfen künftig auch Frauen den Fürstenthron besteigen: Das Fürstenhaus des kleinen Staates zwischen Österreich und der Schweiz verkündete gestern eine Änderung seiner Thronfolgeregelung. Damit erbt künftig unabhängig vom Geschlecht das erstgeborene Kind den Thron, nicht mehr der erstgeborene Sohn.

In absehbarer Zukunft dürfte allerdings keine Frau den Titel erben. Seit 1989 ist Hans-Adam II. Fürst von Liechtenstein. Seit 2004 nimmt sein Sohn Alois die meisten offiziellen Verpflichtungen wahr. Alois und seine Ehefrau Sophie haben vier Kinder, voraussichtlicher Thronerbe ist ihr 1995 geborenes ältestes Kind Joseph Wenzel Maximilian Maria.

 
In Bildern
Europas Flüsse kaum wiederzuerkennen
Ob Po in Italien, Rhein in Deutschland oder Donau in Österreich – Hitze und Dürre haben in Europa zu teils historisch niedrigen Pegelständen geführt. Vielerorts sind die Flüsse so gut wie ausgetrocknet und kaum wiederzuerkennen. Die dadurch eingeschränkte Schifffahrt bringt etliche weitere Probleme mit sich.

Das Niedrigwasser in den Flüssen bringt eine Vielzahl an Folgen mit sich – für die Schifffahrt, die Stromerzeugung, die Landwirtschaft und die Flussökosysteme. Gütertransporte werden eingestellt, AKWs abgeschaltet, Erntebestände vertrocknen und Fische sterben.

Ursache für das Niedrigwasser sind laut Fachleuten mehrere Faktoren: die geringen Mengen durch Schneeschmelze im Winter, ein sehr mildes Frühjahr, fehlende Niederschläge, die anhaltende Trockenheit sowie die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen.

Die Hitze erhöhe zusätzlich die Verdunstung und verschärfe die Situation, hieß es etwa vom Wasserstraßenbetreiber viadonau gegenüber ORF.at. Eine Rolle spielt hierbei auch die Klimakrise: Durch diese werden laut Weltklimarat Extremwetterereignisse wie Hitze und Dürre häufiger und intensiver.

 
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