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Nachrichten aus Italien notizie dall'italia

Italien irritiert über Rutte-Äußerungen zu US-Basen
Äußerungen von NATO-Generalsekretär Mark Rutte über die Nutzung von US-Militärbasen in Italien haben dort für Wirbel gesorgt. In einem Interview des Senders Fox News sagte Rutte mit Blick auf die Unterstützung der USA während des Iran-Krieges, 500 US-Flugzeuge seien von Stützpunkten in Italien gestartet. Das italienische Verteidigungsministerium teilte wiederum mit, Ruttes Darstellung der Dinge vermittle eine „völlig irreführende Botschaft“.

Italien habe stets im Einklang mit der Verfassung, internationalen Verträgen und den geltenden Vereinbarungen über alliierte Militärbasen gehandelt, hieß es aus Rom. Genehmigt worden seien ausschließlich technische und logistische Aktivitäten. „In den Fällen, in denen Anträge gestellt wurden, die über diesen Rahmen hinausgingen, hat Italien bekanntlich keine Genehmigung erteilt.“

Rutte bei Trump in Washington
Rutte will US-Präsident Donald Trump heute in Washington treffen. Für ihn geht es darum, die Wogen so gut wie möglich zu glätten. Trump hatte zuletzt zu Wochenbeginn mehreren europäischen Verbündeten erneut mangelnde Unterstützung vorgeworfen.

Als man Hilfe erbeten habe gegen den Iran, seien wichtige Partner nicht für die USA da gewesen, kritisierte er. Trump nannte Großbritannien, Deutschland und Italien, führte seine Vorwürfe aber nicht näher aus.

 
Giorgia Meloni zieht es in das Amt der Staatspräsidentin
Der italienischen Ministerpräsidentin werden schon länger Ambitionen auf die Staatsspitze nachgesagt. Jetzt geht die 49-jährige Römerin in die Offensive

Seit Wochen ist es schwül-heiß in der Ewigen Stadt, ganz besonders unten im historischen Zentrum, am Fuß der berühmten sieben Hügel. Also auch an der Piazza Colonna, wo das Regierungsgebäude Palazzo Chigi steht. Auf der 30 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Piazza mit der Siegessäule von Marc Aurel und im Innenhof des Palazzo Chigi weht kein Lüftchen; die Luft steht und flimmert. Deutlich angenehmer ist es auf dem nur 700 Meter entfernten Quirinalshügel, wo eine Meeresbrise fast immer für etwas Kühlung sorgt. Früher wohnten in dem riesigen Palast auf dem Quirinal die Päpste, die genau wussten, wo es sich in den römischen Sommern aushalten ließ. Heute residiert in dem Prachtbau der italienische Staatspräsident.

In diesen drückend heißen Tagen denkt Italiens rechtsnationale Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nun plötzlich laut über einen Umzug vom Palazzo Chigi in den Quirinalspalast nach. "Es ist nicht gesagt, dass man dieses große Tabu nicht überwinden und einen Staatspräsidenten haben kann, der nicht dem Mitte-Links-Lager angehört", erklärte Meloni am Montagabend beim regierungsnahen TV-Sender Rete 4. Ein solches Szenario wäre natürlich "schrecklich für ein gewisses Establishment", fuhr die Regierungschefin fort. "Aber es wäre eine Möglichkeit, etwas Banales zu unterstreichen: Wer nicht links ist, ist nicht Sohn eines minderen Gottes."

"Plan M"
In Wahrheit werden Giorgia Meloni schon seit längerem Ambitionen auf das Staatspräsidium nachgesagt. Nun aber soll bereits ein "Plan M" vorliegen, wie die ebenfalls regierungsnahe Zeitung La Verità zu berichten wusste. Konkret sei ein fliegender Wechsel vorgesehen: Zuerst gewinnt die Rechtskoalition 2027 die Parlamentswahlen und Meloni wird erneut Regierungschefin, und zwei Jahre später – im Februar 2029, wenn die Amtszeit des aktuellen Staatspräsidenten Sergio Mattarella endet – lässt sich Meloni von den vereinigten Parlamentskammern ins höchste Staatsamt wählen. Auch ihr Nachfolger an der Regierungsspitze steht gemäß den Berichten bereits fest: Ihr treu ergebener Staatssekretär Alfredo Mantovano soll neuer Ministerpräsident werden.

 
Italien: Venetien ruft wegen Dürre Notstand aus
Die Region Venetien im Nordosten Italiens hat wegen einer Dürre den Notstand ausgerufen. Unter Verweis auf „abnormale“ Bedingungen forderte Venetiens Präsident Alberto Stefani die örtlichen Behörden auf, einen „sparsameren und nachhaltigeren Umgang mit Wasserressourcen“ zu finden, wie es in einer gestern auf der Website der Region veröffentlichten Erklärung hieß. Zwischen Jänner und Mai war mehr als ein Viertel weniger Regen als im gleichen Zeitraum im Jahr 2025 gefallen.

Wasserstand des Gardasees „erheblich fallend“
Die Durchflussmengen der wichtigsten Flüsse der Region lagen den Behörden zufolge „deutlich und konstant“ unter dem Durchschnitt. Beim Po, dem größten Fluss Italiens, waren sie um 23 Prozent niedriger. Auch der Wasserstand des Gardasees sei „erheblich fallend“, teilte die Region mit. Der größte See Italiens ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern auch eine wichtige Wasserquelle für Landwirtschaft, Fischerei und Industrie. In Italien ist die Ausrufung des Notstands üblicher, da dieser Schritt eine schnellere Freigabe von staatlichen Mitteln und eine Beschleunigung behördlicher Verfahren ermöglicht.

Extremwetter
Zwar lassen sich einzelne Extremereignisse nicht direkt auf eine bestimmte Ursache zurückführen, klar ist laut Weltklimarat aber: Durch die Klimakrise werden Extremwetterereignisse wie Starkregen und Überschwemmungen, Hitze und Dürre häufiger und intensiver.

 
Donald Trump hat auf Truth Social ein Foto von Giorgia Meloni veröffentlicht und in großen Buchstaben darübergeschrieben, es brauche ein Kontaktverbot, im Original RESTRAINING ORDER NEEDED. Er macht die Ministerpräsidentin Italiens vor Millionen zur läufigen Verehrerin, die man sich juristisch vom Leib halten müsse. Es ist die Sprache der Umkleidekabine im höchsten Amt des Westens. Ausgerechnet eine seiner treuesten Verbündeten wird zum Gespött, weil es seiner Eitelkeit einen Lacher bringt. So sieht Trumps Dank aus. Wer ihm dient, ist kein Partner, sondern Publikum. Was für ein armer Mann.

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Chaos im italienischen Bahnverkehr wegen Bauarbeiten in Florenz
Das Angebot im Hochgeschwindigkeitsverkehr ist bis kommendem Freitag um etwa die Hälfte reduziert

Rom – Wegen Bauarbeiten am Bahnknoten Florenz erlebt Italiens Bahnverkehr chaotische Zustände. Das Angebot im italienischen Hochgeschwindigkeitsverkehr ist bis kommendem Freitag um etwa die Hälfte reduziert. Zusätzliche technische Störungen auf Ausweichstrecken und in Mailand sorgen seit Sonntag für erhebliche Verspätungen.

Auslöser der Einschränkungen ist der Austausch einer 140 Jahre alten Eisenbahnüberführung im Norden von Florenz. Während der Arbeiten verkehren deutlich weniger Hochgeschwindigkeitszüge, zudem verlängern sich die Fahrzeiten teils erheblich. Züge, die über die tyrrhenische Küstenstrecke umgeleitet werden, benötigen auf der Verbindung zwischen Rom und Mailand mehr als zwei Stunden länger. Andere Verbindungen fahren weiterhin über Florenz. Dort müssen Fahrgäste zwischen den Bahnhöfen Santa Maria Novella und Campo di Marte in Shuttlebusse umsteigen.

Technische Störung
Die Einschränkungen sollen zunächst bis Freitag früh andauern. Ende Juli sind wegen des Einbaus der neuen Brücke mit einem 1.600-Tonnen-Kran weitere Sperren und Angebotskürzungen geplant. Zusätzliche Probleme entstanden am Montag durch eine technische Störung auf der Ausweichstrecke zwischen Santa Severa und Ladispoli nördlich von Rom. Zeitweise summierten sich die Verspätungen dort auf bis zu eine Stunde. Auch bei Follonica in der Toskana kam es zu einer weiteren Störung.

 
Italien will nicht mehr auf Trumps Provokationen reagieren
Italien will laut Außenminister Antonio Tajani künftig nicht mehr auf provokative Äußerungen von US-Präsident Donald Trump reagieren.

„Es spricht für sich selbst. Wir haben einen Präsidenten der USA, der Provokationen liebt, besonders in sozialen Netzwerken. Wir haben beschlossen, auf solche Äußerungen nicht mehr zu antworten, um keine Spannungen unter Verbündeten zu verstärken“, sagte Tajani der Zeitung „La Stampa“ (Dienstag-Ausgabe).

Die Stabilität der transatlantischen Beziehungen gehe weit über einzelne Beiträge in sozialen Netzwerken und zugespitzte Formulierungen hinaus, so der Minister. „Wir sind und bleiben Freunde der Vereinigten Staaten als strategischer Partner Italiens und Europas. Das waren wir unter allen US-Präsidenten“, so der Außenminister, der auch den Posten des Vizepremiers bekleidet.

Tajani: Fokus auf konkrete Maßnahmen
Nach Ansicht Tajanis sollten nicht Worte, sondern konkrete Maßnahmen im Mittelpunkt des Verhältnisses stehen. „Der Westen steht für Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und auch für Multilateralismus. Die Arbeit der europäischen und amerikanischen Diplomatie weicht in der Praxis nicht von diesen Grundwerten ab“, so Tajani.

 
Tod von Erntehelfer: 16 Jahre Haft für Landwirt in Italien
In Italien hat ein Landwirt einen Erntehelfer aus Indien nach einem Arbeitsunfall auf dem Feld verbluten lassen – jetzt wurde er deshalb zu 16 Jahren Haft verurteilt. Ein Gericht in Latina südlich von Rom sprach den 39-Jährigen der vorsätzlichen Tötung schuldig.

Der Fall hatte im Sommer 2024 weit über Italien hinaus für Aufsehen gesorgt. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf die teils menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für Arbeiter aus Asien, die für Billigstlöhne schuften.

Der 31 Jahre alte Inder war bei der Arbeit auf einem Feld im Süden Roms in eine Maschine geraten und schwer verletzt worden. Sein Arbeitgeber brachte ihn nach dem Unfall aber nicht ins Krankenhaus, sondern fuhr ihn mit einem Lieferwagen zu seiner Behausung und ließ ihn dort liegen. Eineinhalb Tage später erlag der Inder im Krankenhaus seinen Verletzungen.

 
Vor 50 Jahren
Seveso-Chemieunfall wirft bis heute Schatten
Vor fünfzig Jahren kam es im norditalienischen Seveso zu einem der schlimmsten Industrieunfälle der europäischen Geschichte. Am 10. Juli 1976 platzte in der Chemiefabrik ICMESA bei der Herstellung des Desinfektionsmittels Hexachlorophen ein Sicherheitsventil. Große Mengen der hochgiftigen Dioxinverbindung TCDD traten in die Umwelt. Es dauerte Tage, bis die Verantwortlichen reagierten, die Folgen für die umliegende Region waren verheerend. Am Freitag wird Präsident Sergio Mattarella einer Gedenkfeier beiwohnen.

Das Firmengelände von ICMESA (Industrie Chimiche Meda Societa Azionaria), einer Tochter von Givaudan, das wiederum eine Tochter des Schweizer Pharmaunternehmens Hoffmann-La Roche war, grenzte an vier Gemeinden, unter ihnen Seveso, das Namensgeber des Unglücks wurde. Hergestellt wurde dort Trichlorphenol (TCP), ein Vorprodukt für das Desinfektionsmittel Hexachlorophen.

Die Arbeitsbedingungen in der TCP-Produktion waren schlecht. Die 163 Beschäftigten waren hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt und verfügten über eine unzureichende Ausbildung. Als am Ende der Nachtschicht am Samstag, 10. Juli 1976, in der Früh die Anlage heruntergefahren wurde, kam es aufgrund von Wartungsfehlern zu einem Anstieg der Temperatur in einem Reaktionskessel und in der Folge zu einem unkontrollierten Druckanstieg.

 
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