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Nachrichten aus Kanada

Polizei verhinderte "Tragödie" nach Schüssen vor Synagoge in Kanada
Ein Mann eröffnete vor der Synagoge Feuer auf Polizisten. Die Polizei erschoss den Schützen. Ein Polizist wurde schwer verletzt

Belleville – Bei dem bewaffneten Angriff vor einer Synagoge in Kanada am jüdischen Feiertag Jom Kippur ist nach Angaben der Polizei eine "unvorstellbare Tragödie" verhindert worden. Der Polizeichef von Belleville, Murray Rodd, sprach am Donnerstag vor Journalisten von einem "gezielten Angriff auf die jüdische Gemeinschaft". Der Schütze verfügte demnach "über die Mittel, das Motiv und die Vorgehensweise, um eine große Zahl von Opfern herbeizuführen" und die Synagoge "zu zerstören".

An Jom Kippur sind die Synagogen traditionell voll besetzt. Der 29-jährige Angreifer hatte sich am Sonntagabend kurz vor Beginn der Gebete der Synagoge in Belleville in der Provinz Ontario genähert und laut Ermittlern das Feuer auf eine vor dem Gebäude postierte Einsatzkraft eröffnet. Zwei Polizeibeamte vor der Synagoge erwiderten den Behörden zufolge das Feuer. Der Schütze starb demnach später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Ein Polizist wurde schwer verletzt, er befindet sich den Angaben zufolge aber in einem stabilen Zustand.

Ehemaliger Soldat
Bei dem Angreifer handelt es sich laut Polizeichef Rodd um einen ehemaligen Soldaten. Dieser hatte demnach mehrere Waffen, eine beträchtliche Menge Munition sowie Benzin bei sich. In einem bei der Pressekonferenz gezeigten Video ist zu hören, wie der Angreifer beim Eröffnen des Feuers ruft: "Ihr werdet für die Juden sterben!"

 
Trump-Zölle treffen Kanada – und der Stahlchef, der sie bejubelte, streicht bis zu 500 Jobs
Kanadas Premierminister Mark Carney hat dem US-Stahlunternehmen Cleveland-Cliffs vorgeworfen, kanadische Arbeiter verraten zu haben. Der Anlass könnte kaum bitterer ausfallen: Bei der Tochter Stelco sollen bis zu 500 Beschäftigte betroffen sein, nachdem Teile des Werks in Hamilton auf unbestimmte Zeit stillgelegt werden. Cleveland-Cliffs führt dafür unter anderem Donald Trumps 50-prozentige Zölle auf kanadischen Stahl an. Firmenchef Lourenco Goncalves hatte genau diese Zölle zuvor öffentlich gefeiert und als notwendigen Schutz für amerikanische Stahlhersteller bezeichnet. Nun stehen Menschen in Ontario vor der Frage, wie viel dieser Schutz ihnen noch nützt.

Stelco will die Herstellung kaltgewalzter und beschichteter Produkte in Hamilton einstellen und Produktion in das Werk am Eriesee in Nanticoke verlagern. Cleveland-Cliffs versichert, dass damit keine Stahlproduktion Kanada verlasse und die gesamte Produktionsmenge unverändert bleibe. Ein erheblicher Teil der betroffenen Beschäftigten könne in Nanticoke unterkommen. In einer Mitteilung an die Belegschaft klingt die Lage weniger beruhigend: Die US-Zölle hätten den Markt für diese Produkte erheblich verkleinert. Die Nachfrage in den traditionell bedienten Märkten sei im 2. Quartal gegenüber dem durchschnittlichen Quartal 2024 um fast 25 Prozent gefallen. Selbst innerhalb Kanadas habe der Rückgang 10 Prozent betragen.

Carney droht dem Unternehmen inzwischen mit rechtlichen Schritten. Ottawa hatte die Übernahme von Stelco durch Cleveland-Cliffs im Oktober 2024 für 3,4 Milliarden kanadische Dollar genehmigt. Bestandteil der Zustimmung waren rechtlich bindende Beschäftigungszusagen für 5 Jahre. Die Zahl der gewerkschaftlich Beschäftigten sollte mindestens gehalten werden, ebenso der überwiegende Teil der übrigen Belegschaft. Carney erklärte, die Regierung werde sämtliche verfügbaren rechtlichen Mittel ausschöpfen. Bundesmittel zur Sicherung von Arbeitsplätzen seien angeboten worden, über Höhe und Bedingungen machte er keine Angaben.

Währenddessen lobt Trump seine Zollpolitik weiter. Bei der Ankündigung eines neuen Stahlwerks für 15 Milliarden Dollar in Iowa erklärte er, die Zölle hätten ausländische Stahlimporte gedrückt und Investitionen in die USA gezogen. In Hamilton erleben Arbeiter gerade die andere Seite derselben Rechnung.
 
Kanada: Brand auf Militärbasis
Auf einem Militärstützpunkt in Kanada ist es nach Behördenangaben zu einem „ernsthaften Zwischenfall“ mit Toten und Verletzten gekommen. Der Vorfall löste auch ein großes Feuer aus. Die Regierung arbeite eng mit der Provinz Alberta und den örtlichen Behörden zusammen, schrieb Premierminister Mark Carney auf der Plattform X. „Unsere Gedanken sind bei all den tapferen Frauen und Männern, die betroffen sind.“

Verteidigungsminister David McGuinty sagte, es handle sich um einen „sehr tragischen Vorfall“ auf dem Stützpunkt Wainwright. Die Regierung mobilisiere für den Einsatz alle nötigen Ressourcen. Der Minister sprach von Toten und Verletzten, nannte aber keine Opferzahlen. Man arbeite daran, zu klären, was genau auf dem Stützpunkt passiert sei, sagte er. Weitere Informationen würden in den kommenden Stunden und Tagen folgen, sobald es gesicherte Erkenntnisse gebe, sagte der Minister.

Die örtlichen Behörden erklärten in sozialen Medien, das Feuer breite sich aufgrund starker Winde auch über den Militärstützpunkt hinaus aus. Wainwright liegt rund 210 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Edmonton.

 
Kanada vor der Zerreißprobe: Alberta stimmt über die Abspaltung ab, und die Separatisten erklären sich schon vor der Wahl zu Siegern
Keith Wilson hat für den Fall einer Niederlage bereits vorgesorgt. Vor dem Parlament der kanadischen Provinz Alberta erklärte der Mitvorsitzende der Unabhängigkeitsbewegung „Lasst Alberta entscheiden“ am Samstag, man habe unabhängig vom Ausgang der Abstimmung schon gewonnen. Hunderttausende Menschen hätten inzwischen begriffen, dass eine Abspaltung von Kanada rechtlich möglich sei. Am Montag, dem 19. Oktober, entscheiden die Einwohner Albertas darüber, ob ihre Provinz Teil Kanadas bleibt oder ein rechtliches Verfahren eingeleitet werden soll, das später zu einem eigentlichen Unabhängigkeitsreferendum führen könnte. Über die Unabhängigkeit selbst wird am Montag also noch gar nicht abgestimmt. Wilson kümmert das wenig. Selbst eine Niederlage werde seine Bewegung nicht zum Schweigen bringen.

Der Streit reicht weit zurück. Albertas Unzufriedenheit mit Ottawa, besonders mit der Energiepolitik und der Macht der Bundesregierung, hat den Separatismus über Jahrzehnte genährt. Während der Coronapandemie erhielt die Bewegung neuen Zulauf. Gegner der Impfpflicht und Teilnehmer des Lastwagenprotests von 2022 fanden hier eine politische Heimat. Damals hatten Lastwagenfahrer wochenlang Teile Ottawas lahmgelegt und Grenzübergänge blockiert. Wilson vertrat die Protestierenden als einer ihrer führenden Anwälte. Inzwischen versammeln sich unter den Unabhängigkeitsbefürwortern auch Menschen, deren politische Überzeugungen durch Verschwörungserzählungen geprägt wurden. Die 23-jährige Madison Holmes aus Calgary beschrieb die Pandemie als ihren persönlichen Einstieg in die Politik. Ihr Widerstand richtet sich heute gegen Premierminister Mark Carney und dessen Vorgänger Justin Trudeau.

Für zusätzlichen Beifall sorgte der amerikanische Kampfsportweltmeister Sean Strickland. Wilson holte ihn auf die Rednertribüne, wo Strickland den kanadischen Lastwagenprotest als Vorbild für Amerikaner pries, die ihre Rechte verteidigen wollten. Kanadas Regierungschef Carney hingegen warnt vor jahrelanger wirtschaftlicher Unsicherheit, sollte Alberta den Abspaltungsprozess beginnen. Donald Trumps Handelskrieg und dessen Drohungen, Kanada zum 51. US-Bundesstaat zu machen, haben die Frage der kanadischen Souveränität zusätzlich verschärft. Provinzpremierministerin Danielle Smith ließ die Abstimmung ansetzen, obwohl sie selbst gegen die Unabhängigkeit ist. Eine von ihr angeführte Umfrage sieht lediglich 22 Prozent Zustimmung zur Abspaltung. Der frühere Regierungschef Albertas, Jason Kenney, fordert deshalb, die Separatisten müssten ihre Sache aufgeben, wenn sie keine Mehrheit erhielten. Wilson wies das zurück. Die Bewegung werde ihre bisherigen Erfolge und Verbindungen weiter ausbauen.

Während Alberta über seine politische Zukunft streitet, brach am Samstag auf einem Militärstützpunkt der Provinz ein Großbrand aus. Smith zufolge waren zahlreiche Militärangehörige betroffen. Carney sprach von einem schweren Zwischenfall. Nähere Umstände waren zunächst nicht bekannt. Für die Separatisten dürfte am Montag zunächst eine andere Zahl entscheidend sein: Wie viele Einwohner tatsächlich bereit sind, Kanada den Rücken zu kehren.
 
Alberta hat dem weltgrößten A....loch den Stinkefinger gezeigt.
Alberta: Große Mehrheit für Verbleib in Kanada
In der kanadischen Provinz Alberta haben die Wähler und Wählerinnen mit großer Mehrheit gegen die Abhaltung eines Referendums über die Unabhängigkeit von Kanada gestimmt. Mehr als 76 Prozent der Wähler und Wählerinnen sprachen sich für einen Verbleib der Provinz in Kanada aus, wie die Sender CBC und CTV News heute berichteten. Das endgültige Ergebnis soll nach Angaben der Wahlbehörde am 29. Oktober veröffentlicht werden.

Kanadas Regierungschef Mark Carney hatte die Bevölkerung der ölreichen westkanadischen Provinz zuvor aufgerufen, an der Abstimmung teilzunehmen. „Gehen Sie heute zur Wahl, stimmen Sie für Kanada“, erklärte Carney.

Die nicht bindende Volksabstimmung war von Albertas Regierungschefin Danielle Smith initiiert worden, nachdem ein Richter zuvor ein geplantes Bürgerreferendum wegen verfassungsrechtlicher Bedenken gestoppt hatte. Smith hatte zwar erklärt, gegen die Unabhängigkeit stimmen zu wollen, in ihrer Partei befinden sich jedoch auch Separatisten.

Trump und der 51. Bundesstaat
Die vor wenigen Jahren noch unbedeutende Unabhängigkeitsbewegung in Alberta hat inzwischen auch das Interesse von US-Präsident Donald Trump geweckt, der wiederholt davon gesprochen hat, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen.

 
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