Ustasa und Terroristen, die Anschläge planten, beteiligt waren oder Größen in der NDH bezeichnest du als Opfer?
Ich verstehe nicht, warum so viele ein Kroatien mit diesen Ustasa-Verrätern vorziehen, statt sich auf Matos, Krleza, Ujevic, Raos, Smoje, Nazor, Novak, Soljan, Gotovac usw... Zu beziehen...
Würde auch ein Andrija Hebrang in dieser Auflistung passen oder ist er gesondert zu bewerten? Er stammt aus einer Region wie Virovitica, die schon "grosse" Kommunisten wie Sibl und Sajber hervorgebracht hat, wo die meisten eine deutsche, ungarische oder jüdische Herkunft hatten (lässt sich auch leicht wegen ihren Namen darauf schliessen).
Tito hatte immer die Befürchtung, dass Hebrang derjenige sein wird, den Stalin bei einem Putsch innerhalb der Jugoslawischen Partei an der Spitze des Generalsekretärs bringen wird. Das war eine Zeit wo ein Machtkampf zwischen den Kommunisten innerhalb der Partei getobt hat, wo nicht Tatsachen und Beweise gezählt haben, sondern erfundene Beschuldigungen, Diffamierungen und brutalste Folter, damit sie die Lüge als Wahrheit schlussendlich bei montierten Prozessen zugeben.
Hebrang wurde immer beschuldigt, dass er mit der NDH-Regierung während des zweiten Weltkrieges kooperiert haben soll, was aber nie bewiesen wurde. Tito hatte vor allem immer dann ein komisches Gefühl, wenn Hebrang in die Sowjetunion für "Konsultationen" hinging aber der endgültige Bruch zwischen ihnen kam dann, als Hebrang Kardelj wegen Titos Benehmen geschrieben hat, was Tito als möglichen Putsch innerhalb des Politbüros gedeutet hat. Tito hat schon während seiner "kommunistischen Taufe" in den Dreissiger Jahren in Moskau gezeigt wofür er fähig war und hat gut gepokert, als er die einflussreichsten serbischen Kommunisten zu dieser Zeit mit nach Moskau mitgenommen hat um den Russen zu zeigen, dass auch die bevölkerungsreichste Ethnie zu ihm steht (Rankovic, Neskovic und Koca Popovic).
Interessant fand ich die Tatsache, dass Hebrang bei Gesprächen mit Stalin darauf gepocht hat, die ungarische Stadt Pecs und den sogennanten Bajski-Dreieck, bzw. das sogenannte zweite Istrien an Jugoslawien "anzugliedern", woraufhin Stalin gesagt haben soll, er soll das okkupieren und das so schnell wie möglich. Über solche Dinge konnte also nicht irgendjemand besprechen, der kein politisches Ansehen in Belgrad und Moskau genossen hat.
Wäre Stalins Putsch in Jugoslawien erfolgreich gewesen und hätte Hebrang Titos Platz eingenommen, hätte Tito das gleiche Schicksal ereilt wie Buharin, Trajce Kostov oder tausend andere Weggefährten, bzw. er wäre kaltblütig ermordet worden, entweder gehängt oder durch ein Schiesskommando - Säuberung nach bester Stalinisten Art.