Weshalb fällt es dir so schwer zu akzeptieren das Draza kein Nazi-Kollaborateur war, wenn selbst die Westalliierten ihn bis heute nicht als solchen ansehen, sind die Einschätzungen und "Beweise" des immer noch UDBA-verseuchten Kroatiens und Serbiens etwa mehr Wert als die des Westens ?
Draza und seine Männer wurden von den Deutschen gejagt und bekämpft, davon zeugen etliche Bekanntmachungen, Fahndungen und Aussagen von Deutschen Offizieren, nur weil Cetniks auch gegen die Partisanen und die Rote Armee kämpften, heißt das nicht sie den Faschismus wollten oder für die Nazis waren.
Draza ist eine kleine Nummer gewesen und das ist auch noch heute so. Die Nazis haben ihm nicht vertraut und die Aliierten auch nicht. DIe Nazis wollten Draza und seine Cetniks kalt machen, sobald die Partisanen fertig sind, so dachte zumindest ein Teil der Wehrmacht und die Italienische Seite, übrigens auch Faschisten.
Im Übrigen gibt es auch Funksprüche der Aliierten an Draza, dass er nicht gegen die Deutschen kämpfen sollte. Das hat er auch nicht getan, sondern ist ihnen aus dem Weg gegangen und hat immer wieder partisanen an die Wehrmacht verpfiffen. Josef Matl hat einiges gesammelt dazu und auch im Tagebuch des OKW findest du entsprechende Belege. Ebenfalls gibt es Belege für Verbindungen zu Nedic, der Draza belieferte und auch über Kontaktversuche mit der Wehrmacht. EIne Zusammenarbeit ist meist dadurch gescheitert, dass die Deutschen kein Vertrauen in Draza hatten und ihn und seine Schergen entwaffnen wollten. Draza hat sich auch an die Deutschen rangeschmissen. Mit den italienischen Faschisten gab es eine viel klarere Zusammenarbeit und heir und da auch mit den Deutschen, aber nie so offiziell.
Das Problem ist hier, dass du zb. Draza als Antifaschisten und Aufständigen gegen die deutschen Besatzer verkaufst. Draza selbst hätte sich wohl nie als Antifaschist bezeichnet, wo doch der Begriff damals, wie heute fast gleichbedeutend mit Kommunist gesehen wurde. SChon diese Bezeichnung ist ein Witz. Dann wird hier behauptet, er hätte die Deutschen bekämpft. Genauso lachhaft, er ist ihnen aus dem Weg gegangen und auf die Partisanen los. Der tolle Fahndungsbrief ist aus der Anfangszeit, als noch nicht klar war, wo es hin läuft. Für die Nazis war Draza immer eine Bedrohung, wenn auch eine nützliche, weil sie genau, wie die Italiener, wussten, im Falle einer Landung der Aliierten, Draza sich auf deren Seite schlagen würde und den SCheinverbündeten in den Rücken fallen.
Draza war sicher nicht für einen Sieg der Deutschen oder Italiener, angeblich hatte er auch nichts gegen ein unabhängiges Kroatien. Trotzdem sind die Methoden nicht zu rechtfertigen und vor allem sollte man das heute nicht verklären. Ein Antifaschist, der hauptsächlich Partisanen bekämpft und für Faschisten die Hilfspolizei macht? Ich bitte dich. Dann einen Ordnen für die Rettung von Piloten, klar ist das ehrenhaft, sagt aber sonst nicht viel aus. Ohne seine Tochter, hätte es niemanden gekümmert, genau wie Kalabic, ebenfalls ein Kolaborateur, der hier gefeiert wurde, nie ohne seine Nachkommen rehabilitiert worden wäre.
Cetniks und Draza werden nur aus einem einzigen Grund gefeiert: Nach YU brauchte man eine neue IDeologie, einen ERsatz für das den Partisanenmythos etc. und natürlich musste das Ganze auch im Krieg die nötige Motivation bringen. Daher kamen die Diasporaspinner aus aller WElt zusammen und endlich durften sie sich reinwaschen. In Serbien mit Cetniks und Kroatien mit Ustase (unabhängig, wie man das bewertet). Letztlich ist Draza nur ein Ersatzmythos für Tito, Koca und wie die ganzen Helden alle heißen. Nicht ohne Grund kommt das in Serbien am schlechtesten an, während darüber wohl eher Auslandsserben jubeln oder es rechtfertigen müssen, weil CCCC, ohne dass sie es wirklich gut finden.
Draza war im Krieg eine Null und heute ist er auch irrelevant, hätte es ihn nicht gegeben, hätte es am Krieg nichts geändert, außer, dass die BEsatzer evtl. Noch schneller besiegt worden wären. Und im Prinzip geht es hier auch nicht um den WK2, sondern um die 90er, denn genau da ist eure/deine Argumentation geboren. Jedes einzelne Arguement zu unscharf, zu unbedeutend, als das sich ein bedeutender Historiker damit befassen würde. Deswegen liegt auch zb. Auch der Nachlass von Joef Matl fast unberührt im Archiv.