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NEIN zu Rassismus!

Wer ist der Gast und wer der Gastgeber?

Je nach dem man sich benimmt.
Wenn ich meine Balkankultur hier ausleben will bleib ich Gast, wenn ich mich der Schweizerkultur anpasse werde ich mit der Zeit zum Gastgeber in der Schweiz.

Einige schaffen es in paar Jahren einige brauchen mehrere Generationen
 
Je nach dem man sich benimmt.
Wenn ich meine Balkankultur hier ausleben will bleib ich Gast, wenn ich mich der Schweizerkultur anpasse werde ich mit der Zeit zum Gastgeber in der Schweiz.

Einige schaffen es in paar Jahren einige brauchen mehrere Generationen

nach dem ich dann Gastgeber bin, sag ich: benehmt euch.
sonst ab in die Heimat, in der ihr dann Gastgeber seid
 
Oben haben wir paar Beispiel. Wie bereits erwähnt, tarnen sich viele davon als "Religionskritiker", Islamkritiker etc. manche sogar als Hummanisten um ihren Rassimus abzuwehren. Es ist eine geschickte rhetorische Strategie, die auch AfDler anwenden. Sehr gut erklärt von https://de.wikipedia.org/wiki/Yasemin_Shooman:

MEDIENDIENST: In ihrem Programmentwurf unterstreicht die AfD, dass die Partei nicht gegen Muslime ist, sondern gegen den Islam als "Ideologie". Kann man beides wirklich so deutlich trennen?

Yasemin Shooman: Das ist eine geschickte rhetorische Strategie. In der Vorurteilsforschung spricht man dabei von "Umwegkommunikation": Um den Vorwurf des Rassismus abzuwehren, tarnen Islamfeinde ihre Ressentiments als Religionskritik und versuchen damit, sie zu legitimieren. Deshalb bezeichnen sie sich auch gerne als "Islamkritiker". Dabei handelt es sich um eine Wortschöpfung, die zeigt, dass nur der Islam herausgegriffen wird. Analoge Begriffe wie Christentumskritik oder Hinduismuskritik werden nicht bemüht.

Wird diese Strategie nur in Bezug auf den Islam angewandt?

Nein. Wir kennen diesen Mechanismus auch aus der Geschichte des christlichen Antijudaismus: Den Juden wurde vorgeworfen, dem grausamen und rachsüchtigen Gott des Alten Testaments zu huldigen. Dadurch wurden diese Charaktereigenschaften auf Juden übertragen. Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Bild, das Außenstehende sich von einer Religion machen und dem Bild, das sie von deren Anhängern haben. Und deshalb ist es mehr als fraglich, ob man "den Islam" hassen und zugleich Muslimen gegenüber neutral sein kann. Die Aufteilung in ein "legitimes" Ressentiment gegen die Religion und ein "illegitimes" Ressentiment gegen die Anhänger dieser Religion wirkt künstlich. Am Ende geht es um Menschen, die diese Religion leben oder mit ihr assoziiert werden – auch wenn sie sich selbst vielleicht gar nicht damit identifizieren.

Unterscheiden sich die Forderungen der AfD von denen anderer Rechtspopulisten in Europa?

Die aktuelle Islamfeindschaft in Europa ist eine moderne Form des Rassismus, der sich gegen Menschen richtet, die früher als Gastarbeiter, Türken oder Araber stigmatisiert wurden. Jetzt sind sie im Diskurs zu "Muslimen" geworden. Das Feindbild Islam und Muslime ist schon seit geraumer Zeit eine wichtige Bindekraft des Rechtspopulismus in Europa. Zum Teil hat es das Feindbild "Ausländer", wie etwa in der alten Parole "Ausländer raus", ersetzt. Die Freiheitliche Partei Österreichs, der Front National in Frankreich, die Schwedendemokraten und die Freiheitspartei in den Niederlanden haben islamfeindliche Ressentiments genutzt, um Wählerstimmen zu gewinnen. Die AfD versucht, an die Wahlerfolge dieser Parteien anzuknüpfen – offenbar mit Erfolg.

In Ihrem Buch "... weil ihre Kultur so ist" schreiben Sie, dass solche Debatten oftmals die Funktion haben, Muslimen bestimmte kulturelle Merkmale zuzuschreiben, um sie dadurch als "Andere" zu markieren. Ist das auch bei der AfD der Fall?

Genau wie Thilo Sarrazin bedient sich auch die AfD der Strategie: "Wir haben ja nicht etwas gegen alle Migranten, sondern nur gegen bestimmte". Indem man spezifische kulturelle Eigenschaften thematisiert, unterscheidet man Migrant von Migrant: So gelten Migranten aus europäisch-christlichen Ländern als gut intergrierbar, weil sie uns "kulturnah" sind. Migranten aus dem Nahen Osten werden als "kulturfremd" konstruiert und umso stärker ausgegrenzt.

Minarettbau, Muezzin-Rufe, Kopftuch: Laut dem Programm-Entwurf will die AfD vor allem gegen die sichtbaren Erscheinungsformen des Islams angehen. Welche Strategie steckt dahinter?

Das nennt man in der Forschung "Dominanzkonflikt": Wenn ich schon nicht offen dafür eintreten kann, dass bestimmte Minderheiten das Land oder am besten gleich Europa verlassen sollten, dann fordere ich, dass sie sich wenigstens unterordnen müssen und setze mich dafür ein, den privilegierten Status der Mehrheitsgesellschaft aufrechtzuerhalten. Dazu gehört, die soziale Integration von Muslimen abzuwehren, die sich unter anderem in dem Bau repräsentativer Gebetsorte äußert. Denn diese weisen Muslime als im Stadtbild sichtbare Mitglieder der Gesellschaft aus. Dasselbe gilt für Kopftücher: Das Kopftuch stört bei der Putzfrau wenig, aber wenn Frauen mit Kopftuch in Akademikerberufen sozial aufsteigen , dann werden sie zum Problem. Ein wichtiger Aspekt des Rassismus war schon immer, Minderheiten materielle und symbolische Ressourcen zu verwehren.

Ist antimuslimischer Rassismus ein spezifisches Merkmal rechtspopulistischer Bewegungen oder gibt es ihn auch in weiteren Teilen der deutschen Gesellschaft?

Rechtspopulisten artikulieren ihn vielleicht unverhohlener. Aber sowohl die Ergebnisse von repräsentativen Meinungserhebungen in der Gesamtbevölkerung als auch die Analyse des politischen und medialen Diskurses zeigen: Der antimuslimische Rassismus ist keinesfalls ein Problem des rechten Rands der Gesellschaft. Ich würde sogar sagen, dass er im Moment – gemeinsam mit dem Rassismus gegen Sinti und Roma – zu den am weitesten akzeptierten Formen des Rassismus zählt.
Interview: Fabio Ghelli


https://mediendienst-integration.de...tzprogramm-interview-mit-yasemin-shooman.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Je nach dem man sich benimmt.
Wenn ich meine Balkankultur hier ausleben will bleib ich Gast, wenn ich mich der Schweizerkultur anpasse werde ich mit der Zeit zum Gastgeber in der Schweiz.

Einige schaffen es in paar Jahren einige brauchen mehrere Generationen

Die Balkankultur und die Schweizerkultur sind aber nicht was Stabiles, sie verändern sich ständig. Wenn z.B. die Kultur der Bevölkerung in der Schweiz (ob durch Zuwanderung oder durch interne Veränderung) langsam balkanisiert wird, dann ist nach dieser Logik der Gastgeber in der Schweiz dieser, der näher zur Balkankultur ist.

Diese Definition ist sehr schwach, nicht nur wegen der Instabilität, aber auch wegen der Ungenauigkeit, was diese "Schweizerkultur" momentan ist (ich vermute, dass auch heute würden verschiedene Schweizer verschiedene Antworten dazu geben). Man braucht stabile und genaue Definitionen. Zum Beispiel: Gastgeber ist dieser der, der in der Schweiz geboren oder eingebürgert wurde. Oder: Gastgeber ist dieser, der in der Schweiz seinen permanenten Wohnsitz hat und Steuer zahlt.

Auf jeden Fall, mit Muslimen oder Christen hat das Ganze nicht viel zu tun, glaube ich.
 
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