Ich verstehe, was du meinst, und ich sehe auch, dass viele Konflikte – ob 1919–1923 oder heute – aus völlig unterschiedlichen historischen Erfahrungen heraus bewertet werden. Genau deshalb prallen die Positionen so hart aufeinander.Mir geht es nicht darum, eine Seite zu idealisieren oder die andere zu verteufeln. Mir geht es darum, dass wir anerkennen, dass es in solchen Konflikten immer mehrere Ebenen gibt, legitime Sicherheitsinteressen, nationale Traumata, aber eben auch menschliches Leid, das nicht einfach wegdiskutiert werden kann.
Vielleicht kommen wir nicht zu einem Konsens, aber wir können zumindest anerkennen, dass beide Seiten Gründe haben, wie sie fühlen und argumentieren. Und genau da beginnt für mich ein Gespräch, das nicht nur aus Schlagworten besteht. Wenn man mir mit Verfassungsschutz droht, dann sollte man schon auch verstehen, dass ich eben auch darauf antworte, manchmal übertrieben, ja, aber zumeist auf Fakten