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Russische Streitkräfte

KI-Fakes zum russischen Superjet Su-57 sollen den Westen einschüchtern
Ein virales Video zeigt die topmoderne Fertigungsanlage. Davon ist nichts echt, dennoch zeigt die Propaganda Wirkung

So stellt man sich eine moderne Fertigungslinie vor: Am Boden sind die Rümpfe beeindruckender Kampfjets aufgereiht, an den Wänden hängen riesige Bildschirme, die Blaupausen der Flugzeuge und Arbeitsschritte anzeigen. Dazwischen befinden sich Steighilfen und Leitern für die wenigen menschlichen Mitarbeiter.

Diese sind aber nur zur Aufsicht da, denn die schmutzige Handarbeit wird von Robotern übernommen, die mit ihren Schweißgeräten die Platten der Flugzeuge verbinden und die gesamte Fertigungsanlage in blaues Licht tauchen.

Das Video stammt offensichtlich aus Russland. Es zeigt die Fertigungsanlagen des angeblich topmodernen Kampfjets Su-57, des ersten Stealth-Fighters der russischen Luft- und Raumstreitkräfte. Und: Es macht gerade in den sozialen Medien seine Runden. Es soll wohl suggerieren, dass die Massenproduktion des Superjets auf Hochtouren läuft. Das Video kommt passend zu einer Zeit, in der russische Flugzeuge immer dreister in den Luftraum europäischer Nato-Staaten eindringen. Die Botschaft ist klar: "Seht her, eure Sanktionen wirken nicht, wir sind stärker als je zuvor."

 
Russlands Marine plant 500-Tonnen-Drohnenkriegsschiff – Experten sprechen von einem teuren Irrweg
Russland arbeitet an seinem ersten unbemannten Kriegsschiff mit einer Verdrängung von rund 500 Tonnen. Das bestätigte Marineoberbefehlshaber Alexander Moissejew im Fernsehsender Swesda. Das Schiff soll künftig U-Boote und andere Unterwasserziele aufspüren und nach Angaben des Admirals den Ausgangspunkt für eine neue Generation unbemannter Marinesysteme bilden. Wer das Projekt entwickelt, was es kostet, wann der Stapellauf erfolgen soll und wie das Schiff gesteuert wird, ließ Moissejew offen. Das Vorhaben ist nach seinen Angaben Teil des laufenden staatlichen Rüstungsprogramms. Mit 500 Tonnen handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Seedrohnenkörper, sondern um eine Plattform in der Größenordnung eines vollwertigen Kriegsschiffes. Zum Vergleich – das russische Raketenboot Iwanowez verdrängte 493 Tonnen, war mehr als 56 Meter lang, trug vier Moskit-Antischiffsraketen, Artillerie und Flugabwehrsysteme und hatte eine Besatzung von rund 40 Soldaten. Genau dieses Schiff wurde im Februar 2024 vor der besetzten Krim von ukrainischen Seedrohnen versenkt.

Bemerkenswert ist jedoch weniger die Ankündigung als die Reaktion aus dem eigenen Lager. Mehrere bekannte russische Militärblogger und kremlnahe Kanäle kritisierten das Projekt ungewöhnlich scharf. Der Kanal Entwickler für Drohnensysteme erklärte, Russland versuche einen riesigen unbemannten Überwasserkampfverband zu bauen, obwohl es bis heute nicht gelungen sei, kleine und preiswerte Seedrohnen in großer Zahl herzustellen. Ein 500-Tonnen-Schiff werde dieselben Schwächen haben wie jedes andere große Kriegsschiff und könne ebenso versenkt werden. Recherchen zeigen zudem, dass der russischen Marine bis heute eine zuverlässige Fernkommunikation für solche Systeme fehlt. Auch der bekannte Militärblog Rybar bezeichnete das Projekt allenfalls als nächsten Entwicklungsschritt. Zunächst müsse die Marine die Serienfertigung kleiner Seedrohnen beherrschen und die dafür notwendige Technik ausreifen lassen. Hinzu kämen Engpässe bei Motoren, Schiffsrümpfen und Bordelektronik, die eine Massenproduktion großer unbemannter Schiffe ohnehin erschweren würden.

Der frühere ukrainische Abgeordnete Oleg Zarjow, dessen Beiträge später von russischen Medien aufgegriffen wurden, sprach von einem Milliardenprojekt zur falschen Zeit. Während ukrainische Seedrohnen russische Kriegsschiffe, Häfen und sogar die Krimbrücke angreifen, verfüge Russland bis heute über kein vergleichbares System in größerer Zahl. Zarjow verwies zudem darauf, dass die Vereinigten Staaten mit dem unbemannten Schiff Sea Hunter bereits seit Jahren ein 145 Tonnen schweres System erproben und mit den MUSV-Plattformen ähnliche Projekte verfolgen. Der Militärkorrespondent Dmitri Steschin spottete, Russland bleibe seiner Tradition treu und wolle erneut das größte System der Welt bauen, obwohl einfache und günstige Lösungen derzeit wesentlich wirksamer seien.

Bis heute gibt es nur vereinzelte Hinweise auf den Kampfeinsatz russischer Seedrohnen. Ein Angriff auf eine Brücke bei Satoka im Gebiet Odessa im Februar 2023 verursachte kaum Schäden. Weitere gemeldete Einsätze blieben selten. Als Grund für den Rückstand nennen russische Fachleute unter anderem das Fehlen eines leistungsfähigen Satellitenkommunikationssystems. Nach früheren Berichten konnten russische Seedrohnen zeitweise Starlink-Terminals nutzen. Seit deren Ausfall fehlt bislang ein gleichwertiger Ersatz.
 
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