#Aleppo Boy: Omran Daqneesh als Symbol des Krieges in Syrien?
Bilder und Videos eines kleinen syrischen Jungen, der aus den Trümmern in Aleppo geborgen wurde, gehen um die Welt. Für viele ist er schon jetzt ein Symbol für das Grauen des Krieges in Syrien. Doch es gibt auch kritische Stimmen zu Instrumentalisierung und Hintergründen des Fotos.
Omran Daqneesh soll in der Nacht des 17. Augusts aus den Trümmern seines Wohnhauses im Qaterji-Viertel von Aleppo gerettet worden sein. Das Viertel steht unter Kontrolle einer Rebellenformation.
https://youtu.be/7cfBmRW3isc
Die meisten Medien haben die Luftangriffe als entweder syrischen oder russischen Ursprungs bezeichnet, da das Video zuerst von einer Anti-Regierungsgmediengruppe namens
Aleppo Media Centre veröffentlicht wurde. Allerdings gibt es bis heute keine Bestätigung, wer den Angriff durchgeführt hat.
Die Journalistin Anna Ahronheim twitterte zu dem Bild des Kindes:
Sein Name ist Omran. Er ist fünf Jahre alt. Er kennt nichts anderes als den Krieg, seitdem er ins Leben trat. Stell dir vor, er wäre dein Kind.
Omran war nicht der Erste und unglücklicherweise wird er nicht der Letzte sein. Wir sind den syrischen Kindern so viel mehr schuldig, als das.
Der Krieg in Syrien hat Tausenden von Kindern das Leben gekostet, noch mehr wurden schwer verletzt. Omran Daqneesh ist eines von vielen Kindern. Ihn sieht die Welt nun an. Doch warum gingen nicht auch diese Bilder um die Welt?
Etwa dieser Jungen und ein Mädchen aus dem dem Südwesten Aleppos, der unter Regierungskontrolle steht, und regelmäßig von dschihadistischen Rebellengruppen unter Beschuss genommen wird:
In den Sozialen Medien wird zudem die Frage diskutiert, wie unkritisch man Bilder eines Fotografen wiedergeben sollte, der sich kurz zuvor mit genau den Männern hat fotografieren lassen, die im Juli einen 10-jährigen Jungen geköpft hatten, und dies in einem Video zelebrierten:
Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
For those still confused, it's about the guy who took the viral photo of the boy in Aleppo, Mahmoud Rslan.
pic.twitter.com/vYo4RPuAJT
— Lina Arabi (@LinaArabii)
19. August 2016
Aber nicht nur in Syrien sind Kinder Opfer von Krieg. Im Jemen tobt ebenso Krieg. Beinahe täglich sterben Kinder durch Luftschläge der von Saudi-Arabien angeführten völkerrechtswidrigen Militärintervention. Kein einziges dieser Fotos ging bisher viral.
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„Westen benutzt ‚Jungen von Aleppo‘“: Moskau dementiert Angriff auf Wohnviertel
Das russische Verteidigungsministerium hat Berichte westlicher Medien dementiert, denen zufolge die russische Luftwaffe dem Wohnviertel Al-Qarteji in Aleppo am Mittwochabend einen Luftschlag versetzt hätte, wie der Pressesprecher des Ministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag auf einer Pressekonferenz mitteilte.
Die russischen Streitkräfte in Syrien haben am Mittwochabend keinen Luftschlag gegen den Bezirk al-Qaterji in der Großstadt Aleppo versetzt, sagte Konaschenkow klar. Die in Syrien eingesetzten russischen Kampfjets zielten nicht auf Siedlungen, insbesondere nicht auf den Bezirk Al-Qaterji, der unmittelbar an zwei vor kurzem eröffnete Fluchtkorridore für Zivilisten grenze.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums stellen Offiziere des russischen Versöhnungszentrums in Aleppo täglich fest, dass Terroristen mit selbstgebauten Raketenwerfern Straßen und Wohnhäuser nahe der humanitären Korridore angriffen. Dies solle Einwohner aus dem Osten Aleppos, die faktisch von den Terroristen als Geiseln genommen worden seien, daran hindern, medizinische und andere Hilfe zu erhalten.
„Die Eigenschaften der Zerstörungen an dem Gebäude, das von den westlichen TV-Sendern bei der Rettung des Jungen Omran gezeigt wurde, zeugt — angesichts der heilen Fenster im Haus gegenüber — davon, dass hier nicht eine Fliegerbombe, sondern eine Mine oder Gasbombe eingesetzt worden war, die die Terroristen immer wieder verwendeten", erläuterte Konaschenkow.
„An diese erklärenden Anzeichen haben die von den westlichen Medien gepriesenen ‚pro-oppositionellen Freiwilligen‘ des sogenannten ‚Medizinischen Zentrums Aleppo‘ nicht gedacht, als sie ihre herzergreifende Heldentaten in den von Terroristen kontrollierten Gebieten Aleppos in fließendem Englisch schilderten", hieß es weiter. Die kritische Lage, in die alle Kinder in der Gegend gegen ihren Willen geraten seien, sei ohne Zweifel eine Tragödie. Die zynische Instrumentalisierung dieser Tragödie durch einige westliche Medien in ihren „schablonenhaften propagandistischen antirussischen" Texten allerdings sei „nichts anderes als ein Moralverbrechen".
Die Bilder von dem fünfjährigen Omran, der mit Blut und Staub bedeckt regungslos in einem Rettungswagen sitzt und mit leblosem Blick ins Leere starrt, waren zuvor um die Welt gegangen und von einigen westlichen Medien zum Symbol der „bösen" Auswirkungen der russischen Militäroperation in Aleppo gemacht worden.
http://de.sputniknews.com/politik/2...oskau-dementiert-angriff-auf-wohnviertel.html