Ägypten lehnt Vorschlag zur Verwaltung von Gaza ab
Ägypten hat eine mögliche Verwaltung des Gazastreifens, wie von Israels Oppositionsführer Yair Lapid vorgeschlagen, als „inakzeptabel“ zurückgewiesen.
Alle Vorschläge, die die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates umgingen, seien „Halblösungen“, die den Konflikt eher verlängern als lösen würden, berichtete die ägyptische Nachrichtenagentur MENA gestern unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums in Kairo.
Verweis auf Souveränität
Der Gazastreifen und das Westjordanland, einschließlich des von Israel annektierten Ostteils von Jerusalem, seien integrale Bestandteile der palästinensischen Gebiete, die unter „vollständiger palästinensischer Souveränität und Verwaltung“ stehen müssten, fügte der Sprecher hinzu.
Am Dienstag hatte Lapid eine Verwaltung des Gazastreifens durch Ägypten für mindestens acht Jahre ins Spiel gebracht. Im Gegenzug könne die internationale Gemeinschaft Ägypten seine Auslandsschulden erlassen, schlug Lapid vor. Der Gazastreifen stand bereits vom Ende des ersten israelisch-arabischen Krieges 1948 bis zum Sechs-Tage-Krieg 1967 unter ägyptischer Verwaltung.
UNO: „Rechtswidrig“
UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk hob hervor, dass Vorschläge zu einer Annexion des Gazastreifens oder zur Zwangsumsiedlung aus den palästinensischen Gebieten „rechtswidrig“ seien und eine Bedrohung für die gesamte Region darstellen könnten. Einzelheiten nannte Türk nicht.
orf.at