Israel ist "wie die Nazis"?
Der Vergleich ist krass unzulässig, aber die israelische Regierung begeht schweres Unrecht
Das israelische Parlament beschließt eine Regelung, die auf die Todesstrafe für terroristische Taten, aber nur für Palästinenser, hinausläuft. Daraufhin ist in den diversen Internetforen, auch denen des STANDARD, neben berechtigter Kritik auch von "Endlösung" für die Palästinenser und der Gleichung "Israel=Nazis" die Rede.
Das kann man so nicht stehen lassen. Vielleicht muss man es wieder in Erinnerung rufen: die "Endlösung der Judenfrage", der "Holocaust" oder die "Shoa" war ein überlegter, genau ausgearbeiteter und konsequent mit fürchterlichen Details durchgezogener Plan, alle Juden Europas (und letztlich der Welt) zu ermorden. Der Plan wurde zunächst mit Massenerschießungen in Polen und der damaligen Sowjetunion umgesetzt, dann im Zuge von Massenvergasungen in Vernichtungslagern wie Auschwitz. Es gab rund sechs Millionen Ermordete.
Dieser umfassende Genozid (Völkermord) ist einmalig – in seinem Vernichtungswillen, seiner Planmäßigkeit, seiner "industriellen Organisation" und letztlich auch der Komplizenschaft eines beträchtlichen Teils der deutschen und österreichischen Bevölkerung.
Schwerste Verstöße
Dies gesagt habend, muss aber auch festgehalten werden: Die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu mit ihren rechtsradikalen Koalitionspartnern begeht laufend schwerste Verstöße gegen die Menschenrechte. Sie betreibt eine expansionistische Politik, die auf Unterwerfung und Vertreibung hinausläuft. Der Todesstrafen-Beschluss ist klar rassistisch. Er ist auch verfassungswidrig und wird wohl vom Obersten Gerichtshof aufgehoben werden (den Netanjahu selbst vor einigen Jahren mit einer Art Justizputsch aushebeln wollte).
Der Vergleich ist krass unzulässig, aber die israelische Regierung begeht schweres Unrecht
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