Trump kanzelt Netanjahu ab
Die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran drohen nach dem jüngsten Rückzieher Teherans zu scheitern. Ausgelöst hatte diesen die Ankündigung Israels am Montag, das Zentrum des iranischen Verbündeten Hisbollah im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut anzugreifen. US-Präsident Donald Trump rief laut US-Berichten daraufhin Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu an. Das Telefonat soll eskaliert sein.
Laut der US-Newswebsite Axios war das Gespräch zwischen den beiden engen Verbündeten, die auch persönlich eine für Regierungschefs sehr gute Beziehung verbindet, sehr angespannt und „voller Flüche“. Axios zufolge bestätigten drei Personen den Verlauf des Telefonats, in dem Trump Netanjahu vorwarf, dieser sei „völlig verrückt“. Ohne ihn, Trump, säße Netanjahu längst im Gefängnis. Gegen Netanjahu läuft seit Jahren ein Korruptionsprozess – der sich wegen der vielen Kriege, in die Israel seit dem Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 verwickelt ist, immer weiter verzögert.
Trump rief den israelischen Präsidenten Jizchak Herzog mehrmals dazu auf, Netanjahu – noch vor einem Urteil und zumindest dem Zeigen von Reue – zu begnadigen. Ein entsprechender Antrag Netanjahus ist seit Monaten in Prüfung, rechtlich extrem umstritten – und Herzog dürfte eine Entscheidung jedenfalls auf die Zeit nach der heuer stattfindenden Parlamentswahl verschieben.
„Was zum Teufel machst du?“
Trump habe Netanjahu im Telefonat wegen seiner Anweisung an die Armee, wieder Luftangriffe gegen Beirut zu fliegen, scharf angegriffen. Er habe Netanjahu Undankbarkeit vorgeworfen. Trump habe zeitweise ins Telefon gebrüllt und Netanjahu an den Kopf geworfen: „Was zum Teufel machst du da?“ „Die ganze Welt hasst Israel deshalb“, habe Trump zudem auf den internationalen Reputationsschaden, den Israel erlitten hat, verwiesen.
Auch in den USA ist – vor allem unter den Jungen – die traditionell große Unterstützung für Israel drastisch zurückgegangen. Vor allem die generelle Unbeliebtheit des US-israelischen Krieges gegen den Iran ist für Trumps Republikaner auch ein Problem vor den Midterm-Wahlen im November.
Die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran drohen nach dem jüngsten Rückzieher Teherans zu scheitern. Ausgelöst hatte diesen die Ankündigung Israels am Montag, das Zentrum des iranischen Verbündeten Hisbollah im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut anzugreifen...
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