Antisemitismus, Kritik an Israel
In einer aufgewühlten Diskussion: Erinnerung an ein paar schlichte, aber fundamentale Fakten
Wenn der österreichische Sieger des Eurovision Song Contest sagt, dass er Israel beim nächsten Mal am Austragungsort Österreich nicht dabeihaben will, dann sind wir mitten in einer Debatte über die Frage, was Antisemitismus ist; einer Debatte, in die sich auch der Bundespräsident mit einer sehr bemerkenswerten Aussage einmischt.
Daher hier eine Erinnerung an ein paar schlichte, fundamentale Fakten:
Antisemitismus ist die Feindschaft gegen Juden, weil sie Juden sind. Alles, was als Begründung in der Geschichte und auch heute als scheinbar faktische oder rationale Begründung für diese prinzipielle Feindschaft angeführt wird, ist Vorwand. Es geht den Antisemiten nur (oder hauptsächlich) darum, diese eine bestimmte Gruppe zu hassen und zu verfolgen. Das verstößt aber objektiv gegen alle moralischen, zivilisatorischen und auch rechtlichen Grundsätze. Es ist unter Umständen sogar ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wozu das in der Geschichte geführt hat und noch führt – siehe Attentat in Washington –, ist bekannt.
Es gibt aber massiv wachsende Kritik an der Politik Israels: an der unerbittlichen Härte, mit der die Regierung von Benjamin Netanjahu vor allem in Gaza vorgeht, und an der Ungerechtigkeit im besetzten Westjordanland. Zuletzt sagte Bundespräsident Alexander Van der Bellen: Er lege sehr viel Wert darauf, zwischen der "unverrückbaren Haltung zum Staat Israel" und dem Verhalten der Regierung Netanjahu "speziell in Gaza" zu unterscheiden.
Welt voller Feinde
Tatsächlich kann man der begründeten Ansicht sein, dass die Reaktion der Regierung Netanjahu auf den bestialischen Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 gegen zahlreiche humanitäre und völkerrechtliche Grundsätze verstößt: Sie fordert viel zu viele Opfer unter der Zivilbevölkerung. Die rechtsextremen Koalitionspartner von Netanjahu fordern offen die Vertreibung der Palästinenser aus Gaza.
In einer aufgewühlten Diskussion: Erinnerung an ein paar schlichte, aber fundamentale Fakten
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