Gaza-Aktivisten in Israel: UNO fordert Freilassung
Die UNO hat Israel aufgefordert, zwei inhaftierte Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte „unverzüglich und bedingungslos“ freizulassen. Außerdem müssten die israelischen Behörden „beunruhigende Berichte“ untersuchen, wonach die beiden Männer in israelischer Haft misshandelt wurden, forderte der Sprecher des UNO-Kommissariats für Menschenrechte, Thameen al-Kheetan, heute in Genf.
Der Spanier Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Avila gehören zu Dutzenden Aktivisten, deren Schiffe am vergangenen Donnerstag auf dem Weg zum Gazastreifen in internationalen Gewässern vor der Küste Griechenlands von der israelischen Marine abgefangen wurden.
„Kein Verbrechen, Solidarität zu zeigen“
Die Schiffe waren in Spanien, Frankreich und Italien in See gestochen, um die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen und Hilfsgüter in das Palästinensergebiet zu bringen. 175 Aktivisten waren auf Kreta an Land gegangen.
„Es ist kein Verbrechen, Solidarität zu zeigen und zu versuchen, der palästinensischen Bevölkerung in Gaza dringend benötigte humanitäre Hilfe zukommen zu lassen“, hieß es dazu in der Erklärung Kheetans. Israel müsse die Blockade beenden und humanitäre Hilfe in das Palästinensergebiet lassen.
Aktivisten im Hungerstreik
Abu Keshek und Avila werden derzeit in einem Gefängnis in Aschkelon festgehalten und befinden sich im Hungerstreik. Vertreter der beiden Aktivisten haben den israelischen Behörden mehrfach vorgeworfen, die Männer misshandelt zu haben. Demzufolge würden beide in hell ausgeleuchteten Zellen in Isolationshaft festgehalten. In Avilas Zelle herrschten darüber hinaus „extrem niedrige Temperaturen“.
orf.at