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Türkische Ansprüche über Ägaische Inseln

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Das ist nicht unbedingt herabwertend, und zumindest in frühen Zeiten gab es nicht das Ziel, sie gegeneinander zu hetzen.

Was man verstehen muss, ist dass die griechische nationale Identität (ähnlich zur türkischen, würde ich sagen) sich vor allem auf Religion gegründet wurde, im Gegensatz zur albanischen, die vor allem auf Sprache und Geographie fokussiert war. Die neugriechische Nation wurde durch verschiedene Ethnien aufgebaut, die verschiedenen Sprachen sprachen, aber alle orthodox waren. Im griechischen Sprachraum wurden also solche Begriffe als Synonyme für die Religionszugehörigkeit verwendet: Romioi (Römer) war gleich mit Orthodoxen, Tourkoi (Türken) bedeutete Muslime, Fragkoi (Franken) bedeutete Katholiken. Alle Muslimen wurden Türken genannt, nicht nur die albanischen, sondern auch die griechischen. Warum spricht man denn z.B. über Türko-Kretaner oder Türko-Jiannoten?

Als Beispiel kann man die orthodoxen Karamanlilar nennen. Sie mussten auch Anatolien verlassen und nach Griechenland umsiedeln, obwohl sie kein griechisch konnten und im Türkischen Befreiungskrieg auf der Seite der Türken kämpften.
 
Das ist jetzt ein enorm großes Thema :). Ich versuche, meine Sicht dazu in wenigen Punkten zusammenzufassen:

- Die Neugriechen sind vor allem eine Kulturgemeinschaft und nicht eine Blutsgemeinschaft. Man kann die wichtige Rolle der griechischen Kultur innerhalb des orthodoxen Millets in der osmanischen Zeit nicht verneinen, die schon deutlich stärker war als z.B. die albanische oder die bulgarische. Die griechische Kultur hatte besonders in der spätosmanische Zeit eine große Anziehungskraft. Angesichts dieser besonderen Rolle, glaube ich, dass die Griechen und die Türken zum größeren Anteil ein zusammengewürfeltes Volk sind als die anderen balkanischen. Nicht so viel wie die Juden natürlich, diese sind an der Gipfel.
- Ich halte von diesen rassisch-genetischen Theorien nicht so viel (auch wenn man sie "anthropologische Studien" nennt) und die genetische Verwandtschaft zu antiken Griechen interessiert mich nicht. Ich glaube nicht, dass man feste Aussagen über die genetische Beziehung von heutigen Menschen zu diesen vor 3 Jahrtausenden machen kann. In den von dir zitierten Quellen werden keine Prozentsätze erwähnt, so sind die Aussagen sowieso sehr schwach.
- Die Vlachen, die Arvaniten, die Slawischsprachigen, die Karamanlides, die turkophonen Pontier hat es gegeben und es gibt sie z.T. heute noch. Sie sind alle fester Bestandteil der griechischen Nation geworden und sind genau so griechisch wie du und ich. Wenn man mit verschiedenen Griechen diskutiert, wird man merken, dass bei vielen von ihnen in ihren Vorfahren solche ethnische Elemente gab. Über ihr genauen gesamten Anteil an der Herkunft der heutigen griechischen Bevölkerung kann man nichts Festes sagen, aber ich würde es auf jeden Fall als höher als 10% schätzen.
- Es war übrigens auch in der Antikentum so, dass die hellenische Kultur eine große Anziehungskraft hatte, und viele Leute eine hellenische Identität übernommen hatten. Wenn es so nicht wäre, wäre auch ich wahrscheinlich heute nicht griechisch. Ist vielleicht dann diese Theorie der "reinrassigen Griechen", eine Art von anti-hellenischer Propaganda, mit dem man die Kraft der griechischen Kultur herunterspielen will?




Ich gebe dir Recht, dass dies ein großes Thema ist und hier nicht reingehört. Ich habe niemals behauptet das Griechenland ein reinrassiges Land wäre. Weil es ergo in keinem Land etwas reinrassiges gibt. Das ist schier unmöglich. Vielleicht ist das so bei irgendwelchen Naturvölkern die sich Jahrhunderte abgeschottet haben so. Aber definitiv nicht bei den normalen Völkern. Wie gesagt, du beziehst dich auf die Fallmerayer Theorie die längst wiederlegt ist. Es stimmt, dass die slawophonen Griechen, die Karamanliden, Pontier etc ein Teil der griechischen Nation darstellen und das will ich ihnen auch gar nichts abstreiten. Aber das heißt noch lange nicht dass es sich bei diesen Menschen zwangsläufig um ethnische Slawen, Türken oder sonstwas handelt. Mag sein das die griechische Kultur eine Anziehungskraft hatte bzw hat. Aber das beweist noch lange nicht, dass alles und jeder hellenisiert wurde. Ganz im Gegenteil, die Menschen passen sich immer der jeweiligen vorherrschenden Kultur an. Nehmen wir als Beispiel Makedonien wo die slawophonen Griechen herkommen. Makedonien war für eine lange Zeit von den Bulgaren besetzt, noch bevor die Osmanen eingefallen sind. Innerhalb dieser Zeit immigrierten Bulgaren sich in Makedonien (Normaler Prozess den es überall gab) aber die ethnischen Griechen die dort lebten wurden auch entsprechend von den Bulgaren slawisiert weil die slawische Kultur vorherrschend war. Nachdem die bulgarische Okkupation beendet war kamen sofort die Osmanen und hatten Makedonien besetzt. Weder förderten die Osmanen die griechische Kultur in Makedonien noch wurde diese von alleine verbreitet. Die Menschen waren unter sich und lebten ihre eigene Kultur aus und sprachen ihre Sprache. Manche redeten das slawische Idiom, andere griechisch, andere wiederrum türkisch. Das heißt aber noch lange nicht das es sich hierbei bei diesen Menschen zwangsläufig um Griechen, Bulgaren etc handeln tut, wenn man sich die Sprache anschaut. Die anschließende Revolution und der Befreiungskampf gegen die Osmanen beweist es doch. Es gab zahlreiche "Bulgaren" die fühlten sich als Griechen und kämpften für die griechische Sache gegen das Osmanische Reich und gegen Bulgarien. Viele dieser Menschen wurden von den Bulgaren als Verräter gesehen, da diese meistens auch kein Wort griechisch sprechen konnten. Fühlten diese sich aber als Bulgaren??Es waren einfach slawisierte Griechen die über die Jahrhunderte ihre Sprache gewechselt haben und entsprechend fühlten diese sich Griechenland zugehörig. Ist doch das selbe wie mit den Diasporaleute hier. Viele von uns hier können weder unsere vermeintliche Muttersprache sprechen oder sprechen sie sehr schlecht. Macht uns das also jetzt zu Deutsche??Sicherlich fühlen sich manche Ausländer dadurch eher Deutschland zugehörig, aber es gibt auch genug Ausländer die dennoch sich ihren Mutterland zugehörig fühlen. Daher finde ich deine Behauptungen das Griechen ein zusammengewürfeltes Volk sind mehr als nur weit hergeholt. Weder gab es in der Geschichte eine Ausrottung des griechischen Geschlechts noch sonst eine Plage. Die Vermischung verschiedener Ethnien fand auf einen ganz normalen Weg statt wie bei den anderen Nationen am Balkan und sonstwo auch statt nicht mehr und nicht weniger. Denn weder gab es irgendwelche Vorteile im OR Grieche zu sein noch sonstwelche Privilegien. Wieso also sollten Albaner,Slawen und vorallem Türken (Also Muslime) freiwillig zu Griechen werden??Der Mensch passt sich meistens der Kultur an die ihn Vorteile verschafft das war schon immer so. Wenn die griechische Kultur echt so Hip war, wieso sind dann heute so gut wie alle Moslems keine Griechen mehr??Ein Haufen Byzantiner (Und wenn ich ein Haufen meine, meine ich auch einen Haufen) Wurden zu Türken, weil diese die Religion gewechselt haben. Wieso hielten diese nicht zwangsläufig an ihre Kultur und Sprache fest, wenn es so eine dermaßen Anziehungskraft hatte?? Macht für mich überhaupt keinen Sinn. Daher finde ich solche Behauptungen mehr als nur aus der Luft gegriffen. Aber gut, jeder kann an das Glauben was er möchte. Wenn du unbedingt an der Fallmerayer Theorie festhalten möchtest, bitte, ich kann es dir nicht verbieten.
 
Hallo ihr lieben Griechen,

was macht ihr eigentlich wenn die Türken jetzt auf die Idee kommen euch die Inseln zu stibitzen zumindest die, die in unmittelbarer Nähe zur Türkei liegen?
 
Hallo ihr lieben Griechen,

was macht ihr eigentlich wenn die Türken jetzt auf die Idee kommen euch die Inseln zu stibitzen zumindest die, die in unmittelbarer Nähe zur Türkei liegen?

Attackieren, Attackieren, Attackieren!

Nein spaß, werden sie nicht. Versuch nicht nen Streit zu provozieren ;)
 
Hallo ihr lieben Griechen,

was macht ihr eigentlich wenn die Türken jetzt auf die Idee kommen euch die Inseln zu stibitzen zumindest die, die in unmittelbarer Nähe zur Türkei liegen?

Eigentlich keine schlechte Idee.

Spaß beiseite. Die Territorien haben international Bestand und Gültigkeit. Dafür sind die Zeiten der kriege endgültig vorbei. Diese Tatsache müssen nur noch die Paranoia-Griechen lernen, dann herrscht endlich Ruhe.
 
Eigentlich keine schlechte Idee.

Spaß beiseite. Die Territorien haben international Bestand und Gültigkeit. Dafür sind die Zeiten der kriege endgültig vorbei. Diese Tatsache müssen nur noch die Paranoia-Griechen lernen, dann herrscht endlich Ruhe.

Die Territorien sind von Mustafa Atatürk persönlich unterschrieben. ;)
 
Die Territorien sind von Mustafa Atatürk persönlich unterschrieben. ;)
Nicht persönlich. Er war nie im Lausanne. Diese Herrschaften waren dort.

Vertrag_von_Lusanne_Tuerkische_Delegation.jpg


Eigentlich hatte er eine andere Karte gezeichnet, aber dass spielt ja heutzutage keine Rolle mehr. :lol:
Ach findest du nicht auch, dass er ein großartiger Mensch war, Hannibal? :beautiful:
 
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