Gehört nicht zum Thread aber hier Beziehungen
Türkei-Turkmenistan
nicht mehr aktuell
Die Türkei versucht ihren Einfluss auf die Turkvölker im Kaukasus und Zentralasien zu erweitern. Zu diesen Staaten bestehen enge Verwandtschaftsverhältnisse in Kultur, Geschichte, Ethnie und Sprache.
Mitte der 1990er Jahre, als die Beziehungen zur EU belastet bzw. erschwert wurden und ein Beitritt unwahrscheinlich war, wurde ein politischer Zusammenschluss mit den Turkstaaten sogar als Alternative gesehen. Anstelle solcher Ziele werden heute wirtschaftliche Schwerpunkte gesetzt. Eines der Ziele ist derzeit, Erdöl- und Erdgas-Pipelines über die türkisches Staatsgebiet zu verlegen. Mit diesem Vorhaben steht die Türkei in Konkurrenz zu Russland und Iran.
Aufgrund der außenpolitischen Neutralität von Turkmenistan ist das Interesse der turkmenischen Regierung an einer engen Zusammenarbeit mit der Türkei eher gering. Am 17. November 2006 fand im türkischen Antalya ein erster Gipfel von Turkstaaten statt. Usbekistan blieb dem Gipfel fern, Turkmenistan war nur durch einen Beobachter vertreten. Mit Turkmenistan wird momentan hauptsächlich in den Bereichen Energie- und Wirtschaftspolitik näher zusammengearbeitet.
Die Beziehungen zur Republik Aserbaidschan gelten, verglichen mit den anderen Turkstaaten, als die besten. Das Osmanische Reich erkannte bereits im Jahr 1918 die Aserbaidschanische Demokratische Republik an.
Aktuell unterstützt die Türkei Aserbaidschan sowohl wirtschaftlich (hinsichtlich der BTC-Pipeline) als auch politisch (hinsichtlich des Bergkarabach-Konflikts mit Armenien durch Ausbildung aserbaidschanischer Soldaten).
Ein bis heute andauernder Konflikt zwischen Usbekistan und der Türkei betrifft die Unruhen in Andijon, bei denen das Militär mehr als 70 Demonstranten erschossen hatte. Die Türkei unterstützte eine von den USA eingebrachte Resolution bei den Vereinten Nationen. Darin wird die usbekische Führung wegen Menschenrechtsverletzungen heftig kritisiert. Die usbekische Führung lehnt inzwischen jegliche Zusammenarbeit mit der Türkei ab.