Feuer im Wald – Handschellen im Einsatz: Wie Trumps Grenzschützer Feuerwehrleute verhaften, während Washington brennt
Es ist ein Bild, das man eher aus einer Diktatur erwarten würde als aus den Vereinigten Staaten: Während Flammen sich durch die Wälder der Olympic Peninsula fressen, tauchen plötzlich maskierte Bundesbeamte auf, kontrollieren Ausweise und führen zwei Männer ab – Männer, die nicht auf der Flucht sind, sondern mit Hacke und Schlauch gegen das Bear-Gulch-Feuer kämpfen. Zwei Feuerwehrleute aus Vertragscrews, mitten im Einsatz, wurden in Handschellen abgeführt. Das Bear-Gulch-Feuer, das sich auf fast 9.000 Acre ausgebreitet hat, gilt als der bislang größte Brand in Washington State in diesem Jahr. Nur 13 Prozent waren zum Zeitpunkt der Verhaftungen unter Kontrolle. Jede Hand, jede Axt, jeder Schlauch zählte. Doch während die Flammen loderten, entschieden sich Trumps Grenzschützer für eine Machtdemonstration: Identitätskontrollen mitten im Feuer. Augenzeugen berichten, die Bundesbeamten seien aggressiv aufgetreten, hätten Filmaufnahmen untersagt und einen Feuerwehrmann mit einem schroffen „Get the f-k out of here“ abgekanzelt. Dann nahmen sie zwei Männer fest, die im Auftrag privater Firmen Teil der Handcrews waren. Offiziell hieß es später, die Brandbekämpfung sei nicht beeinträchtigt worden. Doch die Wahrheit klingt anders. Mehrere Feuerwehrleute, die anonym mit der Seattle Times sprachen, erzählten von Schock, Verunsicherung und Ablenkung – und genau das ist bei einem laufenden Großbrand brandgefährlich. Wenn die Feuerwand auf die Crews zurollt, darf kein einziger Moment verloren gehen. Die US-Forstverwaltung bestätigte zwar, von der Operation gewusst zu haben, gab aber keine Details preis. „Die Arbeit der Crews geht weiter, sie machen Fortschritte“, hieß es lapidar in einer Mail. Doch diese Fortschritte mussten Männer und Frauen erkämpfen, deren Gedanken längst nicht mehr nur beim Feuer waren, sondern auch bei der Frage, ob sie die Nächsten sein könnten, die in Handschellen abgeführt werden.
Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Senatorin Patty Murray sprach von einer „fundamental kranken Politik“ und warf der Trump-Regierung vor, die Feuerwehrkräfte zu untergraben, während ganze Städte im Nordwesten Gefahr liefen, niederzubrennen. Gouverneur Bob Ferguson ordnete sofortige Untersuchungen an, Abgeordnete wie Pramila Jayapal nannten das Vorgehen „absurd“ und „gegen das Gemeinwohl gerichtet“. Dabei galt noch unter der Biden-Regierung eine klare Vorgabe: Keine Einwanderungsmaßnahmen an Brandstellen, außer bei unmittelbarer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Ob diese Richtlinie offiziell aufgehoben wurde, bleibt unklar – doch in der Praxis hat die Trump-Regierung Fakten geschaffen. Die Parallelen sind unübersehbar: Bereits im Juli hatte man in Kalifornien Ärzte und Klinikpersonal ins Visier genommen, die sich schützend vor Patienten gestellt hatten, als ICE-Agenten ohne Haftbefehl Menschen aus Operationssälen zerren wollten. Nun sind es Feuerwehrleute, die für ihre Arbeit kriminalisiert werden. Menschen, die ihr Leben riskieren, um andere zu retten – und plötzlich selbst zum Ziel der Deportationsmaschinerie werden.
kaizen-blog.org
Es ist ein Bild, das man eher aus einer Diktatur erwarten würde als aus den Vereinigten Staaten: Während Flammen sich durch die Wälder der Olympic Peninsula fressen, tauchen plötzlich maskierte Bundesbeamte auf, kontrollieren Ausweise und führen zwei Männer ab – Männer, die nicht auf der Flucht sind, sondern mit Hacke und Schlauch gegen das Bear-Gulch-Feuer kämpfen. Zwei Feuerwehrleute aus Vertragscrews, mitten im Einsatz, wurden in Handschellen abgeführt. Das Bear-Gulch-Feuer, das sich auf fast 9.000 Acre ausgebreitet hat, gilt als der bislang größte Brand in Washington State in diesem Jahr. Nur 13 Prozent waren zum Zeitpunkt der Verhaftungen unter Kontrolle. Jede Hand, jede Axt, jeder Schlauch zählte. Doch während die Flammen loderten, entschieden sich Trumps Grenzschützer für eine Machtdemonstration: Identitätskontrollen mitten im Feuer. Augenzeugen berichten, die Bundesbeamten seien aggressiv aufgetreten, hätten Filmaufnahmen untersagt und einen Feuerwehrmann mit einem schroffen „Get the f-k out of here“ abgekanzelt. Dann nahmen sie zwei Männer fest, die im Auftrag privater Firmen Teil der Handcrews waren. Offiziell hieß es später, die Brandbekämpfung sei nicht beeinträchtigt worden. Doch die Wahrheit klingt anders. Mehrere Feuerwehrleute, die anonym mit der Seattle Times sprachen, erzählten von Schock, Verunsicherung und Ablenkung – und genau das ist bei einem laufenden Großbrand brandgefährlich. Wenn die Feuerwand auf die Crews zurollt, darf kein einziger Moment verloren gehen. Die US-Forstverwaltung bestätigte zwar, von der Operation gewusst zu haben, gab aber keine Details preis. „Die Arbeit der Crews geht weiter, sie machen Fortschritte“, hieß es lapidar in einer Mail. Doch diese Fortschritte mussten Männer und Frauen erkämpfen, deren Gedanken längst nicht mehr nur beim Feuer waren, sondern auch bei der Frage, ob sie die Nächsten sein könnten, die in Handschellen abgeführt werden.
Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Senatorin Patty Murray sprach von einer „fundamental kranken Politik“ und warf der Trump-Regierung vor, die Feuerwehrkräfte zu untergraben, während ganze Städte im Nordwesten Gefahr liefen, niederzubrennen. Gouverneur Bob Ferguson ordnete sofortige Untersuchungen an, Abgeordnete wie Pramila Jayapal nannten das Vorgehen „absurd“ und „gegen das Gemeinwohl gerichtet“. Dabei galt noch unter der Biden-Regierung eine klare Vorgabe: Keine Einwanderungsmaßnahmen an Brandstellen, außer bei unmittelbarer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Ob diese Richtlinie offiziell aufgehoben wurde, bleibt unklar – doch in der Praxis hat die Trump-Regierung Fakten geschaffen. Die Parallelen sind unübersehbar: Bereits im Juli hatte man in Kalifornien Ärzte und Klinikpersonal ins Visier genommen, die sich schützend vor Patienten gestellt hatten, als ICE-Agenten ohne Haftbefehl Menschen aus Operationssälen zerren wollten. Nun sind es Feuerwehrleute, die für ihre Arbeit kriminalisiert werden. Menschen, die ihr Leben riskieren, um andere zu retten – und plötzlich selbst zum Ziel der Deportationsmaschinerie werden.
Feuer im Wald – Handschellen im Einsatz: Wie Trumps Grenzschützer Feuerwehrleute verhaften, während Washington brennt
Es ist ein Bild, das man eher aus einer Diktatur erwarten würde als aus den Vereinigten Staaten: Während Flammen sich durch die Wälder der Olympic Peninsula fressen, tauchen plötzlich maskierte Bundesbeamte auf, kontrollieren Ausweise und führen zwei Männer ab – Männer, die nicht auf der Flucht...