Der Befehl, der alles verändert – „Alle töten“
Donald Trump und sein Verteidigungsminister Pete Hegseth präsentierten den Angriff vom 2. September damals als Beweis dafür, dass ihre Regierung entschlossen gegen die Gewalt in der Region vorging. Ein Boot, elf Tote, ein schneller Erfolg – so sollte es aussehen. Doch je mehr Einzelheiten ans Licht kamen, desto klarer zeigte sich: Dieser Einsatz war kein sauberer Schlag gegen ein Kartell, sondern der Auftakt zu einer Operation, deren rechtliche und moralische Grundlagen brüchiger sind, als die Regierung wahrhaben will. Trump verbreitete das Video des Einschlags zuerst selbst und behauptete, man habe „klar identifizierte Terroristen“ getroffen. Beweise dafür legte er nicht vor. Der Verdacht, das Boot habe Verbindungen zu Nicolás Maduro, blieb unbelegt. Die Bilder, die veröffentlicht wurden, zeigten nur eine Explosion, keine Drogen, keine Strukturen eines Kartells, keine Namen. Trotzdem sprach der Präsident von „massiven Mengen“ an Schmuggelware, als würde allein seine Behauptung ausreichen, Zweifel beiseite zu schieben.
Hegseth verstärkte diesen Ton. In Interviews erklärte er, man habe „genau gewusst, wer in diesem Boot war“. Er beteuerte, den Angriff live gesehen zu haben, und stellte die Operation als Muster einer neuen Strategie dar. In wenigen Wochen folgten zwanzig weitere Schläge, 83 Menschen starben. Die Regierung präsentierte diese Zahlen wie eine Bilanz, nicht wie das Ende von Leben, deren Identität sie nicht einmal offenlegen wollte. Erstmals wurde dann bekannt dass zwei Männer den ersten Einschlag überlebt hatten. Und dass ein Admiral den zweiten Schlag befohlen habe, um einem Satz zu folgen, den der Verteidigungsminister zuvor ausgesprochen haben soll: „alle töten“. Zwei Worte, die in einem militärischen Kontext schwerer wiegen als jede politische Floskel. Zwei Worte, die eine Grenze markieren, bei der selbst langjährige Experten von Mord sprechen. Gleichzeitig konnten wir recherchieren, dass das Pentagon schon früh wusste, dass nach dem ersten Schlag Überlebende im Wasser waren – und dennoch einen weiteren Angriff ausführen ließ, um das Boot vollständig zu versenken.
Donald Trump und sein Verteidigungsminister Pete Hegseth präsentierten den Angriff vom 2. September damals als Beweis dafür, dass ihre Regierung entschlossen gegen die Gewalt in der Region vorging. Ein Boot, elf Tote, ein schneller Erfolg – so sollte es aussehen. Doch je mehr Einzelheiten ans...
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