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US-News

Wenn Sekunden töten – Warum der Tod von Renee Nicole Good keine Frage der Meinung ist, sondern weder erforderlich noch zulässig war
Es gibt Fälle, bei denen die größte Schwierigkeit nicht in der Recherche liegt, sondern im Umgang mit der Überfülle. Kaum ein schwerer Gewalteinsatz, der heute nicht sofort von Hunderten Informationssplittern begleitet wird: offizielle Verlautbarungen, widersprüchliche Augenzeugenberichte, politische Instrumentalisierung, soziale Medien im Dauererregungszustand. Der Leser wird nicht informiert, sondern überfordert – und oft auf eine Form von Dauerwut programmiert, die jede nüchterne Einordnung unmöglich macht.

Journalistische Verantwortung beginnt genau an diesem Punkt. Sie beginnt dort, wo man sich weigert, Teil dieses Lärms zu werden. Wo man Inhalte ordnet, Zeitabläufe rekonstruiert und Behauptungen an überprüfbare Fakten bindet. Wir haben immer versucht, diesem Anspruch gerecht zu werden – auch wenn wir uns gelegentlich pointierte Spitzen erlauben, etwa gegen einen Präsidenten, der Gewalt politisch instrumentalisiert. Doch im Hauptpunkt folgt unsere Arbeit einem einfachen Prinzip: Sachlichkeit vor Empörung, Analyse vor Urteil.

Der Tod von Renee Nicole Good zwingt zu einer solchen Herangehensweise. Nicht, weil er so besonders spektakulär ist, sondern weil er sich gerade durch seine Rekonstruierbarkeit auszeichnet. Zeitabläufe lügen nicht. Akustische Spuren lügen nicht. Bildfolgen lassen sich nicht wegdiskutieren. Wer sie zusammensetzt, wer Sekunden, Positionen, Bewegungen und Richtlinien nebeneinanderlegt, gelangt zu einem eindeutigen Ergebnis.

Dieser Tod war nicht nur unnötig. Er war rechtswidrig. Die behauptete Notwehr trägt nicht – weder faktisch noch nach den eigenen Maßstäben der Behörde. Der Schuss fiel früh, kontrolliert, aus einer Position, die keine unmittelbare Gefahr erkennen lässt. Er wurde von einem Beamten abgegeben, der nicht nur bewaffnet, sondern auch als Schusswaffenausbilder geschult war und die tödliche Wirkung seines Handelns kannte.

 
Eileen Higgins (Demokratin) 59,5 % der Stimmen erhielt
Emilio Gonzalez (Republikaner) 40,5 % bekam
Und Donald Trump den republikanischen Kandidaten öffentlich unterstützte
Die Quelle ist der Supervisor of Elections Miami-Dade County, also die offizielle Wahlbehörde.

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CNN US
Textnachrichten und ein versetzter SUV: Wie der Fall der Regierung gegen eine Frau aus Chicago, die von einem Grenzschutzbeamten angeschossen wurde, zusammenbrach
Aktualisiert am 21. November 2025
Von Dalia Faheid, Omar Jimenez

EINE FRAU AUS CHICAGO, DIE VON TRUMPS GRENZSCHUTZ FÜNFMAL ANGESCHOSSEN UND DANN ALS „TERRORISTIN“ ANGEKLAGT WURDE, HATTE ALLE ANKLAGEPUNKTE FALLENGELASSEN BEKOMMEN.
AGENTEN SCHWÖREN, SIE HABE EINE WAFFE GEZOGEN UND SIE GERAMMT.
DAS VIDEO ZEIGTE DAS GEGENTEIL: SIE WURDE ZUERST ANGEGRIFFEN, UND IHRE WAFFE VERBLIEB DIE GANZE ZEIT IM HOLSTER.
DIE BUNDESREGIERUNG HAT KEINE BEDROHUNG GESTOPPT.
SIE HAT EINE ERFUNDEN, EINE UNSCHULDIGE FRAU ANGESCHOSSEN UND GELOGEN, UM ES ZU VERTUSCHEN.

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„Ich liebe Amerika, aber ICE beschämt mich“
Inmitten der Empörung über den Tod von Renee Nicole Good hat sich ein Einwohner von Minneapolis deutlich geäußert: „Ich bin ein großer Patriot. Ich liebe Amerika. Mein Sohn dient in der Armee. Ich bin stolz auf unser Land. Aber ich schäme mich für das, was gerade passiert. Ich schäme mich für ICE. Das ist extrem unamerikanisch.“ Die Aussage bringt auf den Punkt, was viele fühlen: Liebe zum Land schließt Kritik an Behörden nicht aus. Im Gegenteil. Wenn der Einsatz tödlicher Gewalt gegen unbewaffnete Menschen zur Normalität wird, verliert der Staat an moralischer Autorität. ICE steht nach mehreren tödlichen Einsätzen zunehmend unter Druck, doch die politische Führung in Washington verteidigt die Behörde weiter. In Minneapolis wird deutlich, dass patriotische Bürger nicht schweigen wollen, wenn Grundwerte verletzt werden.

 
ICE als Machtinstrument ohne Kontrolle
Vor acht Jahren galt die Kritik an der Einwanderungsbehörde noch als Debatte, heute ist sie Beschreibung der Realität. Unter Donald Trump und Stephen Miller ist ICE zu einer Behörde geworden, die mit Masken, Waffen und Einschüchterung arbeitet. Die Einsätze in Städten wie Chicago, Los Angeles oder Minneapolis richten sich nicht nur gegen Migranten, sondern gegen alle, die sich einmischen oder dokumentieren. Um schneller zu wachsen, wurden die Einstellungsregeln gesenkt, Gewalt wird offen beworben, der Ton ist der eines Feindbildes. Recherchen ergaben, dass ICE-Beamte seit Juni in mindestens sechzehn Einsätzen auf Menschen geschossen haben. Drei wurden getroffen, während sie Razzien beobachteten, weitere beim Wegfahren von Kontrollen. In dieser Woche wurde Renee Nicole Good in Minneapolis erschossen, während sie in ihrem Wagen saß. Videoaufnahmen zeigen auf, dass sie sich vom Beamten wegbewegte, nicht auf ihn zu. Die Regierung reagierte mit Schuldzuweisungen und stellte sie als Gefahr dar. Kurz darauf schossen Grenzbeamte in Portland erneut auf Zivilisten. Ein Staat braucht Einwanderungsrecht, aber keine Behörde, deren erster Zugriff Gewalt ist. ICE ist kein normales Amt mehr. Es ist ein Machtinstrument ohne wirksame Kontrolle, eine moderne Gestapo mit Smartphone und Gesichtsschal.

Eben Trumps Gestapo und handelt wie seinerzeit die Gestapo.
 
Öffentlicher Druck auf ICE-Beamten wächst
In Minneapolis ist ein Fahrzeug mit einem klaren Appell unterwegs: „Verhaftet und verklagt Jonathan Ross.“ Der ICE-Beamte hatte Anfang Januar tödlich auf Renee Nicole Good geschossen – in einem Einsatz, dessen Ablauf weiterhin Fragen aufwirft. Ross filmte mit dem Handy, während er gleichzeitig eine Waffe trug. Inzwischen wird sein Verhalten nicht nur von zivilgesellschaftlichen Gruppen, sondern auch von Rechtsexperten infrage gestellt. Demonstrierende fordern eine unabhängige Untersuchung und gegebenenfalls strafrechtliche Schritte. Die öffentliche Aufmerksamkeit wächst, ebenso wie der Druck auf lokale Behörden. Minneapolis ist mit solchen Situationen vertraut – doch dieser Fall betrifft eine Frau, die unbewaffnet war und im Auto blieb. Die Frage nach der Unverhältnismäßigkeit wird immer lauter.

 
Wo Amerika nicht mehr sicher ist – und Familien leise Abschied nehmen
Die Zahl ist erschreckend und doch kaum Thema: Vierzig Prozent der US-Amerikanerinnen zwischen 15 und 44 Jahren denken laut Gallup über eine Auswanderung nach. Damit ist diese Altersgruppe doppelt so ausstiegsbereit wie der Durchschnitt der Bevölkerung – ausgerechnet jene, die Leben schenken, Familien gründen, Zukunft gestalten wollen. Die Gründe sind vielfältig, aber einer sticht heraus: Waffengewalt.

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Die Grafik zeigt, wie sich der Wunsch von US-Amerikanerinnen und Amerikanern, dauerhaft ins Ausland zu ziehen, seit 2009 verändert hat – stark abhängig davon, ob sie die amtierende Regierung befürworten oder ablehnen. Seit dem Jahr 2017 ist dieses Migrationsinteresse deutlich politischer geworden. Menschen, die die Regierung ablehnen, äußern inzwischen wesentlich häufiger den Wunsch, das Land dauerhaft zu verlassen. Besonders unter Donald Trump stieg dieser Anteil bei den Gegnern der Regierung zeitweise auf über 25 Prozent. Während der Amtszeit von Joe Biden blieb der Wert insgesamt stabil, jedoch unter dem Höchststand. Im Jahr 2025, unter der zweiten Amtszeit von Trump, erreicht die Auswanderungsabsicht unter Regierungsgegnern mit 29 Prozent einen neuen Spitzenwert. Gleichzeitig liegt sie bei Anhängern der Trump-Regierung nur bei vier Prozent. Die Daten machen deutlich, wie sehr politische Polarisierung inzwischen auch ganz persönliche Zukunftsentscheidungen prägt.

2025 zählte das Gun Violence Archive mehr Massenschießereien als es Tage im Jahr gibt. 75 Mal wurden Schulen zu Tatorten. Dass eine Mutter wie Renee Nicole Good in ihrem Auto erschossen wird – von ICE-Beamten, mitten in einer Stadt wie Minneapolis – ist längst kein Einzelfall mehr. Es ist der Punkt, an dem selbst überzeugte Amerikanerinnen sagen: Wir müssen weg. Für unsere Kinder. Für uns selbst.

 

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Kein Zurück mehr – Tausende protestieren gegen ICE-Gewalt und Trumps Offensive im Innern
Die Wut ist nicht mehr zu übersehen. In mehr als 1.000 Städten und Gemeinden versammeln sich an diesem Wochenende Menschen auf Plätzen, Straßen, vor ICE-Gebäuden, Rathäusern, Einkaufszentren, Brücken, Schulen. Der Auslöser: Drei Schüsse, ein toter Mensch, gefilmt aus der Perspektive des Täters. Der Name der Frau: Renée Nicole Good. Die Umstände: bekannt. Die Bilder: überall. Die Antwort: laut.

Minneapolis war am Samstag das Zentrum der landesweiten Proteste. Tausende Menschen zogen durch die Stadt, in der ICE-Agent Jonathan Ross eine unbewaffnete Frau in ihrem Auto erschoss – mitten im Wohngebiet. Die Wut über diesen Vorfall hat sich mit anderen Erfahrungen verdichtet: der Schuss auf zwei Menschen in Portland durch US-Grenzbeamte nur einen Tag später, Berichte über willkürliche Festnahmen, Videoaufnahmen von bewaffneten Beamten, die Bürger bedrohen. Es ist kein Einzelfall mehr, sondern eine Linie. Die Proteste sind organisiert, dezentral, breit getragen. Gruppen wie Indivisible, Voto Latino, United We Dream, MoveOn und die ACLU gehören zu einem Bündnis, das sich „ICE Out For Good“ nennt. Auch in konservativen Hochburgen wie Lubbock, Texas oder Danville, Kentucky gehen Menschen auf die Straße. In Coral Springs, Florida tragen Demonstrierende Plakate mit Aufschriften wie „ICE stoppen“ und „Nie wieder ist jetzt“. In Concord, Massachusetts stehen sie vor einer Kirche. In Washington marschieren sie zum Weißen Haus.

Die Forderungen sind klar: Aufklärung über die Erschießung von Renée Nicole Good. Rückzug der ICE-Einheiten aus Wohngebieten. Keine bewaffneten Einsätze mehr in Schulen, Kirchen, Bibliotheken. Und ein Ende der zunehmenden Gewalt gegen Menschen, die sich gegen die Abschiebepolitik der Regierung stellen. Denn diese Gewalt ist real. Im Jahr 2025 starben über 30 Menschen in ICE-Gewahrsam – mehr als in jedem anderen Jahr der letzten zwei Jahrzehnte. Recherchen dokumentierten seit Juni 2025 mindestens 16 Schusswaffeneinsätze durch ICE-Beamte, dazu 15 weitere Fälle, in denen Menschen mit gezogener Waffe bedroht wurden. Die Dunkelziffer dürfte höher sein, da viele Vorfälle nicht öffentlich gemacht werden.

 
„Ich lebe in Florida. Ich bin ein Senior. Ich möchte Präsident Trump und Gouverneur DeSantis dafür danken, dass es ihnen egal ist, ob ich lebe oder sterbe.
Aber wenn ich im November noch am Leben bin, werde ich nackt über zerbrochenes Glas kriechen, das mit dem COVID-Virus verschmiert ist, nur um gegen Trump und jeden Republikaner zu stimmen, den ich sehe.“
– Joe Albanese, pensionierter Polizist

PRO-AMERIKA
ANTI-TRUMP

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Hunderte weitere US-Polizisten nach Minnesota entsandt
Nach Protesten gegen die tödlichen Schüsse eines Einwanderungsbeamten auf eine Frau schickt die US-Regierung Hunderte weitere Sicherheitskräfte nach Minnesota. Sie sollten sofort entsandt werden, um die bereits in dem US-Staat stationierten Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE zu schützen, sagte Heimatschutzministerin Kristi Noem Fox News gestern.

Am Vortag hatten Zehntausende Menschen in Minneapolis gegen die Tötung der 37-Jährigen protestiert.

 
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