Wenn Sekunden töten – Warum der Tod von Renee Nicole Good keine Frage der Meinung ist, sondern weder erforderlich noch zulässig war
Es gibt Fälle, bei denen die größte Schwierigkeit nicht in der Recherche liegt, sondern im Umgang mit der Überfülle. Kaum ein schwerer Gewalteinsatz, der heute nicht sofort von Hunderten Informationssplittern begleitet wird: offizielle Verlautbarungen, widersprüchliche Augenzeugenberichte, politische Instrumentalisierung, soziale Medien im Dauererregungszustand. Der Leser wird nicht informiert, sondern überfordert – und oft auf eine Form von Dauerwut programmiert, die jede nüchterne Einordnung unmöglich macht.
Journalistische Verantwortung beginnt genau an diesem Punkt. Sie beginnt dort, wo man sich weigert, Teil dieses Lärms zu werden. Wo man Inhalte ordnet, Zeitabläufe rekonstruiert und Behauptungen an überprüfbare Fakten bindet. Wir haben immer versucht, diesem Anspruch gerecht zu werden – auch wenn wir uns gelegentlich pointierte Spitzen erlauben, etwa gegen einen Präsidenten, der Gewalt politisch instrumentalisiert. Doch im Hauptpunkt folgt unsere Arbeit einem einfachen Prinzip: Sachlichkeit vor Empörung, Analyse vor Urteil.
Der Tod von Renee Nicole Good zwingt zu einer solchen Herangehensweise. Nicht, weil er so besonders spektakulär ist, sondern weil er sich gerade durch seine Rekonstruierbarkeit auszeichnet. Zeitabläufe lügen nicht. Akustische Spuren lügen nicht. Bildfolgen lassen sich nicht wegdiskutieren. Wer sie zusammensetzt, wer Sekunden, Positionen, Bewegungen und Richtlinien nebeneinanderlegt, gelangt zu einem eindeutigen Ergebnis.
Dieser Tod war nicht nur unnötig. Er war rechtswidrig. Die behauptete Notwehr trägt nicht – weder faktisch noch nach den eigenen Maßstäben der Behörde. Der Schuss fiel früh, kontrolliert, aus einer Position, die keine unmittelbare Gefahr erkennen lässt. Er wurde von einem Beamten abgegeben, der nicht nur bewaffnet, sondern auch als Schusswaffenausbilder geschult war und die tödliche Wirkung seines Handelns kannte.
kaizen-blog.org
Es gibt Fälle, bei denen die größte Schwierigkeit nicht in der Recherche liegt, sondern im Umgang mit der Überfülle. Kaum ein schwerer Gewalteinsatz, der heute nicht sofort von Hunderten Informationssplittern begleitet wird: offizielle Verlautbarungen, widersprüchliche Augenzeugenberichte, politische Instrumentalisierung, soziale Medien im Dauererregungszustand. Der Leser wird nicht informiert, sondern überfordert – und oft auf eine Form von Dauerwut programmiert, die jede nüchterne Einordnung unmöglich macht.
Journalistische Verantwortung beginnt genau an diesem Punkt. Sie beginnt dort, wo man sich weigert, Teil dieses Lärms zu werden. Wo man Inhalte ordnet, Zeitabläufe rekonstruiert und Behauptungen an überprüfbare Fakten bindet. Wir haben immer versucht, diesem Anspruch gerecht zu werden – auch wenn wir uns gelegentlich pointierte Spitzen erlauben, etwa gegen einen Präsidenten, der Gewalt politisch instrumentalisiert. Doch im Hauptpunkt folgt unsere Arbeit einem einfachen Prinzip: Sachlichkeit vor Empörung, Analyse vor Urteil.
Der Tod von Renee Nicole Good zwingt zu einer solchen Herangehensweise. Nicht, weil er so besonders spektakulär ist, sondern weil er sich gerade durch seine Rekonstruierbarkeit auszeichnet. Zeitabläufe lügen nicht. Akustische Spuren lügen nicht. Bildfolgen lassen sich nicht wegdiskutieren. Wer sie zusammensetzt, wer Sekunden, Positionen, Bewegungen und Richtlinien nebeneinanderlegt, gelangt zu einem eindeutigen Ergebnis.
Dieser Tod war nicht nur unnötig. Er war rechtswidrig. Die behauptete Notwehr trägt nicht – weder faktisch noch nach den eigenen Maßstäben der Behörde. Der Schuss fiel früh, kontrolliert, aus einer Position, die keine unmittelbare Gefahr erkennen lässt. Er wurde von einem Beamten abgegeben, der nicht nur bewaffnet, sondern auch als Schusswaffenausbilder geschult war und die tödliche Wirkung seines Handelns kannte.
Wenn Sekunden töten – Warum der Tod von Renee Nicole Good keine Frage der Meinung ist, sondern weder erforderlich noch zulässig war
Es gibt Fälle, bei denen die größte Schwierigkeit nicht in der Recherche liegt, sondern im Umgang mit der Überfülle. Kaum ein schwerer Gewalteinsatz, der heute nicht sofort von Hunderten Informationssplittern begleitet wird: offizielle Verlautbarungen, widersprüchliche Augenzeugenberichte...