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US-News

Bundesmacht auf Eskalationskurs
In Minnesota rücken Bundesbehörden nicht nur mit schwer bewaffneten Einheiten an, sondern inzwischen auch mit Vorladungen. Das Justizministerium ließ Unterlagen von führenden Amtsträgern anfordern, darunter vom Büro des Gouverneurs Tim Walz und mehreren Stadtverwaltungen. Offiziell geht es um den Vorwurf, politische Stellungnahmen könnten Bundesmaßnahmen behindert haben. Zeitgleich berichten Bewohner von Einsätzen, die jedes Gefühl für Verhältnismäßigkeit vermissen lassen. Ein US-Staatsbürger schildert, Bundesbeamte hätten ohne richterlichen Beschluss seine Tür aufgebrochen, Waffen gezogen und ihn in Unterwäsche aus der Wohnung geführt. Stundenlang sei er festgehalten worden. Kein Haftbefehl, keine Erklärung, kein klarer Grund. Der Fall landete bei uns auf dem Tisch. In den Städten rund um Minneapolis wächst der Eindruck, dass hier nicht Ordnung hergestellt, sondern Macht demonstriert werden soll. Vorladungen treffen Politiker, während auf den Straßen Türen aufgestemmt und Menschen abgeführt werden. Kommunalvertreter sprechen von Einschüchterung, nicht von Aufklärung.

Anwälte berichten, dass sie kaum noch nachvollziehen können, wer festgesetzt wird und wohin Menschen gebracht werden. Transparenz fehlt, Kontrolle ebenso. Teilweise brauchen wir mehr als 36 Stunden, um überhaupt festzustellen, wo festgenommene Menschen untergebracht wurden. In einzelnen Fällen dauert es über eine Woche, weil die Betroffenen immer wieder verlegt werden und jede Spur von Nachvollziehbarkeit verloren geht. Was als Durchsetzung von Bundesrecht verkauft wird, hinterlässt vor Ort vor allem Verunsicherung. Der Konflikt hat längst die Ebene von Zuständigkeiten verlassen. Er ist zu einer offenen Konfrontation zwischen Bundesmacht und demokratisch gewählten Strukturen geworden.
 
Minnesota ist in Trumps Fadenkreuz. Das ist kein Zufall
Seit Monaten wird der Bundesstaat von ICE richtiggehend belagert, mit tödlichen Folgen. Das brutale Vorgehen gegen politische Gegner ist eine Warnung auch an Europa

Die beiden Historiker Maximilian Brockhaus und Martin Tschiggerl schreiben in ihrem Gastkommentar über Donald Trumps Feindbild Minnesota, das "seit Jahrzehnten die verlässlichste Hochburg der Demokraten im Mittleren Westen" ist.

Am 7. Jänner 2026 wurde in Minneapolis, Minnesota, die 37-jährige US-amerikanische Staatsbürgerin Renée Good getötet. Erschossen von dem ICE-Agenten Jonathan Ross. Während er der Frau aus kurzer Distanz ins Gesicht schoss, fällt die Beschimpfung "fucking bitch". Der Todesfall ist der vorläufige, traurige Höhepunkt einer Eskalationsspirale, welche die "Twin Cities", Minneapolis und Saint Paul, seit Monaten im Griff hat. Hochrangige Vertreter der lokalen Polizeibehörden warnen seit Wochen exakt vor einem solchen Szenario.

Es ist dies nicht das erste Mal in der jüngeren Vergangenheit, dass sich die Augen der gesamten USA und auch der Weltöffentlichkeit nach einer brutalen Eskalation staatlicher Gewalt auf die Stadt im Mittleren Westen richtet. 2020 war nur wenige Häuserblöcke entfernt der Afroamerikaner George Floyd von dem weißen Polizisten Derek Chauvin getötet worden. Ein Video, in dem Chavin über neun Minuten lang auf dem Hals Floyds kniet und dieser (vergeblich) um sein Leben fleht, ging um die Welt und war einer der Auslöser der landesweiten "Black Lifes Matter"-Proteste. Chauvin wurde später zu 22,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Was den aktuellen Fall vom damaligen aber fundamental unterscheidet, sind zweierlei Dinge: Die im Mittelpunkt stehenden Sicherheitsbehörden auf der einen und die politischen Reaktionen auf die Todesfälle auf der anderen Seite.

 
US-Justizministerium geht gegen Kritiker von Trumps Einwanderungspolitik vor
Unter anderem erhielten der Gouverneur und der Bürgermeister von Minneapolis Vorladungen. Indes räumte Trump mögliche Fehler der Einwanderungspolizei ein

St. Paul – Das US-Justizministerium geht mit Vorladungen gegen hochrangige demokratische Politiker im Bundesstaat Minnesota vor. Es soll geprüft werden, ob deren öffentlicher Widerstand gegen die verschärfte Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump den Tatbestand einer Straftat erfüllt. Die Büros von Gouverneur Tim Walz, Minnesotas Generalstaatsanwalt Keith Ellison sowie die Bürgermeister von Minneapolis und St. Paul, Jacob Frey und Kaohly Her erhielten am Dienstag entsprechende Vorladungen einer sogenannten Grand Jury, wie ein Beamter des Justizministeriums mitteilte.

Bei einer Grand Jury handelt es sich um ein Gremium von Bürgern, das darüber entscheidet, ob genügend Beweise für eine Anklageerhebung vorliegen. In den Dokumenten wird die Herausgabe von Unterlagen über die Kooperation oder mangelnde Kooperation mit den Einwanderungsbehörden des Bundes seit Anfang 2025 gefordert.

 
Zu ihrem Entsetzen werden Kubaner in Florida in Rekordzahl abgeschoben.
Kubaner profitierten lange von rechtlichen Privilegien, die Einwanderern aus anderen Ländern nicht zur Verfügung standen. Präsident Trump hat dies geändert.

Heidy Sánchez brachte ihre 17 Monate alte Tochter im vergangenen April zu einem routinemäßigen Kontrolltermin bei der Einwanderungs- und Zollbehörde in Tampa, Florida. Während des Termins teilten ihr die Bundesbeamten mit, dass sie inhaftiert werde und ihr Mann die Tochter, die noch gestillt wurde, abholen solle.

Zwei Tage später wurde Frau Sánchez, 44, die als Pflegehelferin arbeitete, deportiert.

Die Geschichte von Frau Sánchez verbreitete sich schnell in den sozialen Medien, auch weil sie Kubanerin ist, eine Gruppe, die lange Zeit anders behandelt wurde als andere Einwanderer, selbst wenn sie illegal ins Land einreisten.


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Trump-Verbündete Halligan keine Staatsanwältin mehr
Die Trump-Verbündete Lindsey Halligan verlässt ihr Amt als US-Staatsanwältin nach scharfer Kritik von US-Richterinnen und -Richtern. Das teilte Justizministerin Pam Bondi gestern auf der Plattform X mit. Bondi machte die Demokraten im Senat dafür verantwortlich, die sich gegen Halligans Wiederernennung als Staatsanwältin für den östlichen Bezirk von Virginia ausgesprochen hatten.

Dort hatte Halligan erfolglos zwei Strafverfahren gegen Letitia James, Generalstaatsanwältin von New York, und James Comey, den ehemaligen FBI-Direktor, geführt. Die Arbeit von beiden wurde regelmäßig von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Zuvor war Halligan als persönliche Anwältin Trumps tätig gewesen.

Halligan, die keine Erfahrung als Staatsanwältin hatte, wurde im September interimistisch für den östlichen Bezirk von Virginia vereidigt, nachdem ihr Vorgänger Erik Siebert entlassen worden war. Siebert wollte keine Anklage gegen James und Comey erheben. Halligan beauftragte anschließend die beiden Anklagen, die als politisch motiviert kritisiert wurden. Ein Richter wies die Fälle im November ab.

Möglicherweise ohne Befugnis Staatsanwältin
Ohne die Bestätigung durch den Senat war Halligan bis dato auf eine 120-tägige Interimsernennung beschränkt, die laut Reuters bereits im letzten Jahr abgelaufen war. Gestern wies US-Bezirksrichter David Novak Halligan an, sich in den ihm vorgelegten Gerichtsunterlagen nicht mehr als oberste Bundesstaatsanwältin im östlichen Bezirk von Virginia zu bezeichnen.

 
Nach Minnesota jetzt Maine – nächste ICE-Operation läuft an, der Kampf geht weiter …
Die Trump-Regierung hat eine neue bundesweite Abschiebeoperation gestartet, diesmal im Bundesstaat Maine. Das Heimatschutzministerium bestätigt Festnahmen seit Beginn der Woche. Zielgruppe sind nach Angaben der Behörden vor allem Migrantinnen und Migranten aus Somalia, daneben Menschen aus Sudan, Guatemala und Äthiopien. Die Aktion folgt zeitlich direkt auf den massiven Einsatz in Minnesota, der landesweit Proteste ausgelöst hat und nach dem Tod von Renee Good durch einen ICE-Beamten weiter unter Druck steht. In Maine leben seit Jahren somalische Gemeinschaften, insbesondere rund um Lewiston, viele kamen als Schutzsuchende in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

Lokale Politiker warnen seit Tagen vor den Einsätzen. Die Gouverneurin und mehrere Bürgermeister machten deutlich, dass Provokationen und Grundrechtsverletzungen nicht akzeptiert würden. Gleichzeitig beschreiben Kommunalvertreter eine spürbare Angst in den betroffenen Vierteln. ICE spricht von gezielten Zugriffen auf Personen mit Haftbefehlen und verweist auf angebliche schwere Vorstrafen. Nach internen Angaben gibt es in Maine rund 1.400 sogenannte Ziele.Was sich abzeichnet, ist bekannt. Erst der Einsatz, dann die Rechtfertigung, dann die gesellschaftliche Spaltung. Maine erlebt nun, was Minnesota bereits hinter sich hat – mit offenem Ausgang.

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Die Zahlen sind klar, und sie sind brutal. Donald Trump rutscht in den Umfragen auf 37 Prozent Zustimmung ab. Gleichzeitig sagen 71 Prozent der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten, das Land sei außer Kontrolle. Das ist keine Momentaufnahme aus einer Randgruppe, sondern ein breites Stimmungsbild quer durch Alter, Einkommen und politische Lager. Die Mehrheit glaubt nicht mehr, dass die Dinge gesteuert werden. Sie erlebt Chaos, Stillstand oder Eskalation – je nachdem, wohin man blickt.
 

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Acht Minuten – und niemand ließ helfen
Ein Arzt aus Minnesota, Adam Armbruster, hat die Versorgung nach dem Schuss auf Renee Good scharf kritisiert. Laut Analyse der Notruf- und Feuerwehrprotokolle hatte Good etwa acht Minuten nach dem Vorfall noch einen dünnen und unregelmäßigen Puls, als Feuerwehr und Sanitäter eintrafen. Diese Information hat Fragen aufgeworfen, ob rechtzeitige medizinische Hilfe möglich gewesen wäre und warum sie unterblieb. Adam Armbruster sagte , er sei „einfach entsetzt über das Fehlen unmittelbarer Erster Hilfe und der anfänglichen Wiederbelebungsversuche“ und nannte gerade diese Unterlassung „am unzureichendsten“ für ihn. Selbst ein identifizierter Mediziner vor Ort, der Hilfe anbieten wollte, ihm aber der Zugang verwehrt wurde. Die Debatte über das Notfall-Vorgehen und die verzögerte Versorgung dauert an, während sich die Diskussion über Einsatzmethoden und Verantwortlichkeiten weiter zuspitzt. Ebenfalls sind ICE-Beamte in CPR geschult sind und können normalerweise sofortige Hilfe leisten können. Dieser Umstand sorgt bei medizinischen Fachkräften für Entsetzen und heftige Kritik an der Erstversorgung. Wir hatten bereits am 8. Januar Recherchen dazu zur Verfügung gestellt, siehe auch unseren Artikel: Tödliche Sekunden nach dem Schuss – Wie Hilfe verweigert wurde und die Ermittlungen entzogen werden

Der Arzt war vor Ort, identifizierte sich, bot an, medizinisch einzugreifen. Ihm wurde der Zugang verwehrt. Keine Übergabe, keine Unterstützung, kein Eingreifen. Stattdessen Stillstand. Für ihn, sagt er, sei kaum in Worte zu fassen, was das mit allen gemacht habe, die hinter ihm standen und zusahen. Dieser Satz verändert alles. Er verschiebt die Sicht vom Schuss auf das Danach. Auf Entscheidungen, Minuten, Unterlassung. Nicht abstrakt, sondern konkret. Acht Minuten sind keine Randnotiz. Acht Minuten sind Zeit. Und Zeit kann Leben bedeuten.

 
Unsere Recherchen zeigen: Nicht bezahlt, nicht behandelt – Wie ICE medizinische Versorgung faktisch einstellt
In den Haftanstalten der US-Einwanderungsbehörde U.S. Immigration and Customs Enforcement hat sich eine stille, aber gefährliche Lage entwickelt. Seit dem 3. Oktober 2025 zahlt die Behörde externe medizinische Dienstleister nicht mehr für die Behandlung von Inhaftierten. Nicht aus Geldmangel, sondern wegen eines administrativen Bruchs, dessen Folgen inzwischen dramatisch sind. Rechnungen bleiben liegen, Behandlungen werden verschoben oder verweigert, Menschen bleiben ohne Versorgung. Dabei ist die Ausgangslage eindeutig. Die Zahl der in ICE-Gewahrsam befindlichen Migranten ist während der zweiten Trump-Regierung massiv gestiegen, von unter 40.000 Anfang 2025 auf mehr als 73.000 heute. Das Gesetz verpflichtet ICE, notwendige medizinische Versorgung sicherzustellen. In der Praxis geschieht das oft über externe Ärzte, Kliniken und Apotheken, weil viele Haftzentren keine eigene medizinische Infrastruktur haben. Die Haftanstalt in Buffalo etwa hält über 500 Menschen fest und verfügt weder über einen Arzt noch über einen Zahnarzt.

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Auswertung beschlagnahmter Daten von US-Reporterin gestoppt
Im Streit über die Durchsuchung der Wohnung einer Reporterin der „Washington Post“ („WP“) hat ein US-Richter der Regierung vorerst Grenzen gesetzt. Bundesbeamte dürfen der Zeitung selbst zufolge die bei der Razzia sichergestellten elektronischen Geräte der Journalistin Hannah Natanson zunächst nicht auswerten. Das entschied ein Bundesrichter im Bundesstaat Virginia gestern.

Die Regierung dürfe zwar vorerst im Besitz der beschlagnahmten Geräte bleiben, sei aber bis auf weiteres daran gehindert, auf die darauf gespeicherten Daten zuzugreifen. Zudem setzte er der Regierung laut „WP“ eine Frist bis zum 28. Jänner für eine Stellungnahme und kündigte eine Anhörung Anfang Februar an.

Beamte der US-Bundespolizei FBI hatten Mitte Jänner die Wohnung von Natanson durchsucht und unter anderem ein Mobiltelefon, zwei Laptops, einen Audiorekorder, eine externe Festplatte sowie eine Smartwatch beschlagnahmt.

„WP“ wehrte sich
Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen Regierungsauftragnehmer aus dem Bundesstaat Maryland, der laut Durchsuchungsbefehl im Verdacht steht, Geheimdienstberichte unerlaubt mit nach Hause genommen und weitergegeben haben.

 
Und was ist, wenn ein gegnerischer Kandidat nicht kommt?
US-Medienaufsicht verschärft Regeln für Talkshows mit Politikern
Sendungen wie die populären Late-Night-Shows müssen künftig auch gegnerischen Kandidaten eine vergleichbare Sendezeit einräumen

Washington – Die US-Medienaufsichtsbehörde FCC verschärft die Regeln für Talkshows, die Politiker interviewen. Sendungen wie die populären Late-Night-Shows müssen künftig auch gegnerischen Kandidaten eine vergleichbare Sendezeit einräumen, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Damit kippt die FCC eine seit 2006 geltende Praxis, die es den Sendern erlaubte, solche Interviews als redaktionelle Nachrichteninhalte zu behandeln und von der sogenannten "Equal Time"-Regel auszunehmen.

Die Behörde erklärte, es gebe keine Beweise dafür, dass die aktuellen Talkshows die Kriterien für eine solche Ausnahme erfüllten. Der Schritt folgt wiederholtem Druck von US-Präsident Donald Trump auf die Behörde. Der von ihm ernannte FCC-Vorsitzende Brendan Carr hatte bereits im September eine Überprüfung gefordert, ob Sendungen wie die Talkshow The View oder Jimmy Kimmel Live, die oft kritisch über Trump berichten, gegen die Regeln verstoßen.

Carr hatte bereits im Vorjahr für Aufsehen gesorgt, als er nach umstrittenen Äußerungen Kimmels zum Tod des konservativen Aktivisten Charlie Kirk Druck auf den Sender ABC ausübte. Die Show wurde daraufhin kurzzeitig abgesetzt. "Jahrelang gingen die etablierten Fernsehsender davon aus, dass ihre Shows als 'echte Nachrichtensendungen' gelten – selbst wenn sie aus rein parteipolitischen Zwecken handelten", sagte Carr nun. Die FCC erinnere sie an ihre Verpflichtungen.

 
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