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US-News

77 Millionen mal Trump. Was zur Hölle steckte in den amerikanischen Frühstücksflocken?
77 Millionen Menschen haben für diesen befremdlichen Präsidenten gestimmt. Eine Zahl, die einen kurz innehalten lässt. Nicht aus Respekt. Sondern aus Sorge. Das sind ungefähr so viele Menschen, wie ganz Deutschland Einwohner hat. Stell dir vor, ein komplettes Deutschland würde an einem Tag aufstehen und entscheiden, dass von jetzt an der Mann mit dem orangefarbenen Gesicht und der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches die wichtigsten Entscheidungen für sie alle treffen soll. So fühlt es sich an, wenn man die Zahl in den Mund nimmt.

Da muss man sich wirklich fragen, was in diesem Land schiefgelaufen ist. Und vor allem, was in den Frühstücksflocken so drinsteckt. Es kann ja nicht nur Mais sein. Es muss etwas anderes dabei sein. Etwas Schweres. Etwas, das das Denken in Zeitlupe versetzt und dann ganz aufhören lässt. Eine Substanz, die zwischen Marshmallow und Diktatorenliebe ihren Platz sucht. Vielleicht hat Kellogg’s da etwas im Angebot, von dem die FDA noch nichts weiß. Cap’n Crunch der Demokratie. Schmeckt süß, hinterlässt aber 77 Millionen Menschen, die einen Mann zum Präsidenten machen, der nicht weiß, ob er gerade die Ukraine oder den Iran versenkt hat.

Es muss auch etwas mit dem Wasser zu tun haben. Oder mit dem Fernsehen. Oder mit beidem. Vier Stunden Fox News täglich, dazu eine Schale Lucky Charms, und am Ende sitzt man auf der Couch und hält einen 79-jährigen Mann mit Make-up auf den Augenlidern für den Erlöser. Der Mann sagt, er sei körperlich tauglich für eine Mondmission. Der Wähler sagt, jawohl, schickt ihn rauf. Der Mann sagt, er habe 159 ukrainische Schiffe versenkt. Der Wähler sagt, super gemacht, immer feste drauf. Der Mann verwechselt die Länder, in denen er Kriege führt. Der Wähler sagt, das macht ihn zum starken Anführer.

 
Maine zerlegt die Partei – wie die Demokraten sich selbst bekämpfen, während Trump davon profitiert
In Maine ist etwas passiert, das weit über einen einzelnen Wahlkampf hinausgeht. Janet Mills, amtierende Gouverneurin und eigentlich Wunschkandidatin von Chuck Schumer, zieht ihre Bewerbung für den Senat zurück. Nicht wegen eines Skandals, nicht wegen eines politischen Fehlers, sondern weil sie schlicht keine Unterstützung mehr mobilisieren konnte. Stattdessen setzt sich Graham Platner durch, ein Austernzüchter ohne politische Erfahrung. Für Schumer ist das ein offener Machtverlust. Für die Partei ein Signal, das man nicht mehr übersehen kann.

Die demokratische Gouverneurin von Maine, Janet Mills, hat ihre Kandidatur für den US-Senat überraschend aufgegeben. Als Grund nennt sie fehlende finanzielle Ressourcen, obwohl sie weiterhin überzeugt ist, dass das Land politisch auf einem gefährlichen Kurs liegt. In ihrer Erklärung betont sie ihre bisherigen Erfolge als Generalstaatsanwältin und Gouverneurin, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Klimaschutz. Gleichzeitig kritisiert sie die republikanische Politik scharf und wirft ihr Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen und sozialen Bedürfnissen vor. Abschließend beschreibt sie das Amt als Gouverneurin als die größte Ehre ihres Lebens.

Die Wut richtet sich längst nicht mehr nur gegen Donald Trump. Sie richtet sich auch nach innen. Ezra Levin von Indivisible bringt es auf den Punkt: Die Basis will keine Partei mehr, wie sie bisher funktioniert hat. Sie will Leute, die kämpfen. Platner passt genau in dieses Bild. Er hat sich ohne Rückendeckung der Parteiführung nach vorne gearbeitet, unterstützt von lokalen Indivisible-Gruppen, von Bernie Sanders und vom progressiven Flügel. Dass er dabei offen gegen die eigene Führung schießt, hat ihm nicht geschadet, sondern geholfen.

 
9.000 FBI-Mitarbeiter für Abschiebungen – wie Trumps Kurs die Sicherheitsbehörden umbaut
Was hier passiert, ist kein nebensächlicher Punkt mehr, sondern eine massive Umsteuerung einer der wichtigsten Sicherheitsbehörden der USA. Innerhalb weniger Monate wurde das FBI in einer Größenordnung auf Einwanderung angesetzt, die selbst erfahrene Beobachter überrascht. Vor Trumps Amtsantritt arbeiteten 279 Mitarbeiter an entsprechenden Themen. Bis September waren es über 6.500, insgesamt mehr als 9.000 Beschäftigte, die zumindest zeitweise in diesen Bereich eingebunden wurden. Das entspricht rund einem Viertel der gesamten Behörde.

Die Entwicklung beginnt unmittelbar nach der Rückkehr Trumps ins Weiße Haus. Bereits wenige Tage nach der Amtseinführung werden über 1.300 Mitarbeiter auf Einwanderung angesetzt. Kurz darauf steigen die Zahlen weiter, parallel zu einer Ausweitung von Festnahmen und neuen Vorgaben für Einsätze. Im Februar folgt der nächste Sprung, als Behörden grünes Licht erhalten, Wohnungen mutmaßlicher Gangmitglieder ohne richterlichen Beschluss zu betreten. Die Zahlen gehen weiter nach oben, bis sie sich im Frühjahr stabil auf hohem Niveau bewegen.

Besonders brisant ist, wo diese Kräfte fehlen. Es geht nicht um zusätzliche Ressourcen, sondern um eine Verschiebung innerhalb des Systems. Ermittler werden aus laufenden Strafverfahren herausgezogen und in die Durchsetzung von Abschiebungen eingebunden. David J. Bier vom Cato Institute beschreibt das offen als Abzug aus der klassischen Kriminalitätsbekämpfung. Die Folge ist eine Lücke genau dort, wo das FBI eigentlich eingesetzt werden soll. Auch die Struktur innerhalb der Behörde wird sichtbar verändert. Laut Angaben von ICE waren zeitweise rund 2.800 der etwa 13.700 Spezialagenten direkt in Abschiebungsmaßnahmen eingebunden. Das ist etwa jeder fünfte Agent. Parallel werden auch andere Behörden wie DEA, IRS oder ATF in diese Strategie einbezogen. Das Ziel ist klar: ein flächendeckender Apparat zur Durchsetzung der Abschiebepolitik.

Der Zeitpunkt verstärkt die Kritik zusätzlich. Während die USA gleichzeitig in einen militärischen Konflikt mit dem Iran verwickelt sind, werden genau jene Kräfte reduziert, die für Terrorabwehr und Gefahrenanalyse gebraucht werden. Aaron Reichlin-Melnick spricht von erheblichen Risiken für die nationale Sicherheit. Die Regierung argumentiert dagegen, man passe Ressourcen flexibel an die Lage an und handle im Interesse der Sicherheit. Unklar bleibt bis heute, welche konkreten Aufgaben unter „einwanderungsbezogener Arbeit“ genau fallen. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Entwicklung lassen jedoch wenig Spielraum für Interpretationen. Es geht nicht um punktuelle Unterstützung, sondern um eine systematische Verlagerung staatlicher Kapazitäten. Die Konsequenzen dieser Entscheidung werden nicht kurzfristig sichtbar sein, sondern sich erst in den Bereichen zeigen, die jetzt Personal verlieren.
 
US-Fluggesellschaft Spirit Airlines stellt Betrieb ein
Die insolvente US-Billigfluggesellschaft Spirit Airlines hat den Betrieb eingestellt. Alle Flüge seien storniert worden, teilte Spirit heute mit. Ohne zusätzliche Finanzmittel habe die Airline keine andere Wahl. Hintergrund sind die infolge des von den USA begonnenen Krieges gegen den Iran drastisch gestiegenen Treibstoffpreise. Spirit Airlines ist die erste Firma der Branche, die im Zuge des Iran-Kriegs aufgeben muss.

Eine Vorstandssitzung sei ohne Einigung auf eine Rettung des Unternehmens zu Ende gegangen, sagten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Spirit werde die Flüge stoppen, Flugzeuge für die Rückgabe verlegen und Belegschaft nach Hause schicken, sagte eine der Personen.

US-Verkehrsminister Sean Duffy sagte Reuters, er habe versucht, andere Fluggesellschaften zum Kauf von Spirit zu bewegen, jedoch keine Interessenten gefunden. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte eine Rettung mit 500 Millionen Dollar erwogen. Spirit Airlines hatte zeitweise fünf Prozent der US-Flüge abgewickelt und galt als Preisdämpfer auf Strecken mit Konkurrenz zu großen Anbietern. CNN-Angaben zufolge geht es um rund 17.000 Jobs.

 
Die Söhne verkaufen Drohnen, der Vater führt den Krieg, der ja eigentlich beendet ist – Das Pentagon zahlt, das Land zahlt mit
Während Donald Trumps föderale Kürzungen Armut und Tod im eigenen Land und weltweit verschärfen, findet seine Regierung weiterhin Wege, amerikanisches Steuergeld in die Familie zu lenken. Das jüngste Beispiel ist nicht subtil. Die US-Luftwaffe wird eine große bezifferte Anzahl an Abfang-Drohnen von einem Unternehmen kaufen, das von den beiden ältesten Söhnen des Präsidenten gestützt wird. Donald Trump Junior und Eric Trump sind nach einem Reverse-Merger im März in den Vorstand des Drohnenherstellers Powerus eingetreten. Ein Reverse-Merger ist ein Trick aus der Finanzwelt, um schnell an die Börse zu kommen, ohne den normalen Weg zu gehen. Eine private Firma „übernimmt“ eine bereits börsennotiertes Unternehmen. Powerus sitzt in West Palm Beach. Sie verkauft jetzt direkt an das Pentagon. Das Pentagon, das wiederum dem Vater, Trump Senior, untersteht.

Die Bestätigung kommt von Brett Velicovich, dem Mitgründer und Präsidenten von Powerus. Nach einer Demonstration in einer Einrichtung in Arizona habe das Verteidigungsministerium den Auftrag erteilt. Das Guardian-2-Interceptor-System soll feindliche Drohnen aufspüren, verfolgen und zerstören. „Es geht darum, amerikanische Leben zu retten“, sagt Velicovich. „Das Guardian-2 funktioniert. Die Tötungskette funktioniert.“ Diese Tötungskette wird jetzt mit Steuergeldern bezahlt, die in die Tasche einer Firma fließen, in der zwei Söhne des amtierenden Präsidenten im Vorstand sitzen.

 
Selbst die eigenen Republikaner ziehen die Notbremse. Lincoln Project und Kaizen Blog klagen
Es gibt Briefe, die nicht aussehen wie Briefe. Sie sehen aus wie Risse. Risse in einer Wand, die eigentlich tragen sollte. Roger Wicker, Vorsitzender des Streitkräfteausschusses im Senat, und Mike Rogers, Vorsitzender des Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus, haben am Freitag so einen Brief geschrieben. Beide Republikaner. Beide Männer der eigenen Partei. Beide die ranghöchsten Stimmen ihres Hauses, wenn es um die Frage geht, wo amerikanische Soldaten stehen und warum. Und beide sagen jetzt etwas, das man in dieser Klarheit aus republikanischen Mündern lange nicht gehört hat. Donald Trump irrt. Und sein Irrtum ist gefährlich.

Trump zieht eine Brigade aus Deutschland ab. 5000 Soldaten, die dort nicht zur Dekoration standen, sondern als Antwort auf eine sehr einfache Frage. Wie weit darf Wladimir Putin gehen, bevor jemand ihn aufhält. Diese Antwort wird jetzt entfernt. Ohne Abstimmung mit dem Kongress. Ohne Abstimmung mit Berlin. Ohne Abstimmung mit der NATO. Ein Befehl, fertig. So schnell zerlegt sich, was Jahrzehnte brauchte, um aufgebaut zu werden.

Wicker und Rogers schreiben, sie seien „sehr besorgt“. In der Sprache des Senats ist das ein leiser Schrei. Deutschland, schreiben sie, habe geliefert, was Trump selbst verlangt hatte. Höhere Verteidigungsausgaben. Vollen Zugang für US-Streitkräfte im Rahmen der Operation Epic Fury. Stationierungsmöglichkeiten. Überflugrechte. Berlin hat geliefert. Trump bestraft das mit einem Abzug. Es ist die Logik eines Mannes, der Verlässlichkeit für Schwäche hält und Vertragsbruch für Stärke.

 
Der Pirat von Washington – Sie würden ihm nicht Ihre Kinder geben – 48 Stunden Trump
„Wir klettern an Bord der Tankschiffe. Wir beschlagnahmen das Schiff. Wir beschlagnahmen die Ladung. Wir beschlagnahmen das Öl. Es ist ein sehr profitables Geschäft. Wir sind wie Piraten.“ Das ist ein Originalzitat. Donald Trump hat es selbst ausgesprochen. Vor Mikrofonen. In Anwesenheit von Gästen, Politikern und Journalisten. Mit der gleichen Stimme, die jeden Morgen den Tagesbericht der Geheimdienste anhört und über den Einsatz amerikanischer Streitkräfte weltweit entscheidet. Der Präsident der Vereinigten Staaten vergleicht sein Land öffentlich mit Piraten. Und niemand im Raum lacht. Niemand korrigiert. Niemand widerspricht. Es wird als Politik gesendet, als wäre es Politik.

Ein Mann, der die mächtigste Nation der Welt führt, beschreibt seine eigene Außenpolitik mit dem Wortschatz von Karibik-Filmen aus dem späten 18. Jahrhundert. Es ist nicht witzig, weil es nicht ironisch gemeint ist. Es ist der ehrliche Selbstausdruck eines Mannes, der die Welt für eine Beute hält und Diplomatie für Schwäche. Wer mit Beute denkt, denkt nicht in Bündnissen. Wer mit Beute denkt, denkt nicht in Verträgen. Wer mit Beute denkt, denkt nicht einmal in Konsequenzen, weil Beute schnell genommen werden muss, bevor jemand kommt, der größer ist. Auch seine traurige Bilanz als Geschäftsmann passt in das Gesamtbild.

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Ein Flüchtling wird Bischof – und bringt eine klare Haltung nach West Virginia
Evelio Menjivar-Ayala wird neuer Bischof in West Virginia. Geboren in El Salvador, geprägt vom Bürgerkrieg, kommt er als Teenager in die USA, zunächst ohne Papiere. Kurz darauf erhält er humanitären Schutz, später eine Arbeitserlaubnis als Priester und schließlich die amerikanische Staatsbürgerschaft. Seine Geschichte ist Teil seiner Haltung. In Washington hat er sich klar zu Wort gemeldet. Die harte Linie der Trump-Regierung in der Migrationspolitik kritisiert er deutlich. Er spricht von aggressiven Maßnahmen, von rechtlich fragwürdigen Einsätzen und davon, dass sich die Lage für Betroffene spürbar verschärft hat. Für ihn ist das kein abstraktes Thema. Er sagt selbst, es hätte ihn genauso treffen können.

Jetzt wechselt er in eine Region, die kaum unterschiedlicher sein könnte. West Virginia zählt zu den homogensten Bundesstaaten der USA. Über 90 Prozent der Bevölkerung sind weiß, der Anteil lateinamerikanischer Herkunft liegt bei rund 2,4 Prozent. Gleichzeitig gehört der Staat zu den wirtschaftlich schwächeren Regionen des Landes. In seiner ersten Ansprache vermeidet er direkte politische Aussagen. Stattdessen spricht er über Zuhören, über Menschen am Rand der Gesellschaft, über Arbeiter und Migranten. Sein Fokus liegt auf denen, die oft übersehen werden. Die Botschaft ist klar, auch ohne offene Konfrontation.

Er folgt auf Mark Brennan, der das Amt seit 2019 innehatte. Brennan erinnert daran, dass Amerika immer ein Land von Einwanderern war. Menjivar-Ayala werde für alle da sein, nicht nur für einzelne Gruppen. Die Ernennung kommt in einer Phase, in der sich auch die Kirche verändert. Immer mehr Geistliche in den USA stammen aus dem Ausland. Ohne sie könnten viele Gemeinden kaum noch bestehen. Menjivar-Ayala steht damit nicht nur für eine persönliche Geschichte, sondern auch für einen strukturellen Wandel.
 
Das Geld der Demokraten – wie ActBlue unter Druck gerät und intern auseinanderläuft
ActBlue ist das Rückgrat der demokratischen Wahlkampffinanzierung in den USA. Milliarden an Kleinspenden laufen über die Plattform, fast 19 Milliarden Dollar seit der Gründung. Genau dieses System steht jetzt unter Druck. Ermittlungen des Justizministeriums, Untersuchungen im Kongress und wachsende Zweifel innerhalb der eigenen Reihen treffen aufeinander. Im Zentrum steht CEO Regina Wallace-Jones. Seit ihrem Amtsantritt 2023 verändert sich der Kurs deutlich. Aus einer politischen Nonprofit-Struktur wird Schritt für Schritt ein Tech-Unternehmen mit Expansionsplänen. Intern sorgt das für Spannungen. Führungskräfte gehen, Anwälte warnen, Empfehlungen bleiben liegen.

Besonders kritisch sind Fragen zur Spendenkontrolle. Vor der Wahl 2024 gab es Hinweise auf mögliche ausländische Zahlungen und Probleme beim Schutz älterer Spender. Juristen forderten strengere Prüfungen, etwa durch Passverifikationen bei Auslandsüberweisungen. Wallace-Jones zeigte sich davon weitgehend unbeeindruckt. Später entließ sie den Chefjuristen und trennte sich von der Kanzlei Covington & Burling. Parallel steigen die Ausgaben massiv. Für Sicherheit werden seit 2023 mindestens 2,8 Millionen Dollar ausgegeben, zuvor waren es kaum 16.000. Reisen kosten Millionen, allein 2025 rund 2,7 Millionen Dollar. Neue Richtlinien erlauben First-Class-Flüge und weitgehend unbegrenzte Unterkünfte für Führungskräfte. Ein viertägiges Treffen in San Francisco schlägt mit rund 700.000 Dollar zu Buche, inklusive Präsidentensuite und umfangreicher Sicherheitspräsenz.

Auch operative Entscheidungen sorgen für Kritik. Zuschüsse an politische Organisationen werden teils ohne Abstimmung vergeben. Ein Beispiel ist eine Zahlung von 250.000 Dollar an die Democratic Attorneys General Association. Finanz- und Compliance-Teams mussten Ausgaben im Nachhinein nachvollziehen und einordnen. Hinzu kommen strategische Fehlversuche. Der geplante Kauf der Plattform Universe wird spät intern kommuniziert und schließlich gestoppt. Der Rückzug kostet 250.000 Dollar. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass künftige Kandidaten eigene Fundraising-Systeme aufbauen und ActBlue an Bedeutung verliert.

Politisch wird die Lage brisanter. Republikaner werfen Wallace-Jones vor, falsche Angaben zur Verhinderung ausländischer Spenden gemacht zu haben. Sie soll vor dem Kongress aussagen. ActBlue weist die Vorwürfe zurück und betont, alle relevanten Unterlagen geliefert zu haben. Viele Demokraten sehen die Untersuchungen als politisch motiviert. Gleichzeitig wächst intern die Sorge, dass die Führung das System gefährdet, auf das die Partei angewiesen ist. Alternativen werden bereits vorbereitet, für den Fall, dass Ermittlungen oder interne Probleme den Betrieb stören. Am Ende steht eine Organisation, die unverzichtbar ist und gleichzeitig angreifbar geworden ist. Genau diese Kombination macht die Lage so brisant.
 
Mit der Planierraupe durch tausend Jahre – wie Trumps Grenzbau eine historische Stätte zerstört!
Mitten in der Wüste von Arizona liegt eine in den Boden eingearbeitete Form, etwa 85 mal 15 Meter groß, rund tausend Jahre alt. Bekannt als Las Playas Intaglio. Kein Zufallsfund, kein unbekannter Ort, sondern seit Jahren dokumentiert, markiert und geschützt. Am 23. April 2026 fährt ein Auftragnehmer des Heimatschutzministeriums mit schwerem Gerät darüber hinweg und zieht eine Schneise quer durch das Gelände. Der Schaden ist endgültig. Das Gebiet gehört zum Cabeza Prieta National Wildlife Refuge, einem der größten Schutzräume der USA außerhalb Alaskas. Gleichzeitig ist es Land der Tohono O’odham Nation. Die Gemeinde hatte bereits während Trumps erster Amtszeit gegen den Bau der Grenzanlagen gekämpft und wichtige Orte schützen können. Auch dieses Gelände stand unter Beobachtung. Behörden, Archäologen und Bauverantwortliche waren im Austausch, um genau das zu verhindern.

Rick Martynec und Sandy Martynec, beide Archäologen mit jahrzehntelanger Erfahrung vor Ort, waren noch kurz zuvor dort. Die Grenzen waren abgesteckt, die Lage bekannt. Am Tag vor der Zerstörung melden Mitglieder der O’odham Nation, dass die Bauarbeiten gefährlich nah heranrücken. Sie warnen, telefonieren, versuchen einzugreifen. Am nächsten Tag rollen die Maschinen durch. Die offizielle Reaktion fällt knapp aus. Ein Sprecher der Grenzschutzbehörde bestätigt, dass ein kulturell bedeutender Ort „versehentlich gestört“ worden sei. Der Rest werde gesichert. Gleichzeitig läuft der Bau der zweiten Grenzbarriere weiter. Diese sogenannte „smarte Mauer“ braucht freie Flächen zwischen den Anlagen. Dafür wird alles entfernt, was im Weg ist.

Der Vorgang steht nicht allein. Schon in der ersten Amtszeit wurden Hügel gesprengt und Grabstätten beschädigt, obwohl ihre Bedeutung bekannt war. Auch jetzt zeigt sich dasselbe Bild. Es wird gesprochen, während gebaut wird. Es wird gewarnt, während zerstört wird. Was hier verloren geht, kommt nicht zurück. Tausend Jahre bleiben bestehen und verschwinden in wenigen Stunden.

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