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Der Puppenspieler
Durch das Ministerium für Innere Sicherheit ließ Donald Trump zivilgesellschaftliche Organisationen bespitzeln und denunzieren. Die sogenannte »Operation Puppet Master« zeigt einmal mehr, dass die Regierung der USA längst verfassungsfeindlich ist und sich gegen das eigene Volk wendet.

Leider zu wenig wahrgenommen wird in diesem Sommer die Ausweitung des paramilitärischen Kampfes der Trump-Regierung gegen die eigene Bevölkerung. In The Guardian berichten Rachel Leingang und Sam Levin:

Neu veröffentlichte Unterlagen zeigen, dass die US-Regierung im Rahmen einer groß angelegten Operation gegen Gruppen, die sich gegen das harte Vorgehen gegen Einwanderer in Minnesota zu Beginn dieses Jahres gewehrt hatten, prominente linke Organisationen und Demonstranten umfassend ausspioniert hat. Interne Untersuchungsberichte belegen, dass das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS) verdeckte Ermittler zu Bürgerversammlungen in den Twin Cities und in New York City entsandt, Signal-Chats infiltriert und Finanzunterlagen von etablierten Gewerkschaften und linksgerichteten gemeinnützigen Organisationen beschafft hat.

Operation Puppet Master soll diese Aktion geheißen haben, die angeblich zu 15 Anklagen geführt hat. Doch die Kolportage selbst in seriösen Medien wiederholt ein wenig zu unkritisch die Formulierungen der Regierung: Denn erstens gibt es nichts zu »infiltrieren«, wenn öffentliche Veranstaltungen oder Versammlungen stattfinden. Zu ihnen wurde auch öffentlich aufgerufen; es braucht also keinen Agenten, um dahin zu gehen.

Agenten spielen Fuchs und Henne
Zweitens ist die Bezeichnung »linksgerichtet« für die meisten Organisationen, die zu diesen Versammlungen eingeladen haben, schlichtweg nicht richtig. Da finden sich kirchliche Organisationen, Vereine ohne politische Ausrichtung oder eine Gewerkschaft, die (demokratisch organisiert) ihre Führung durch Wahlen legitimiert. Drittens richtet sich hier eine angebliche Regierungsstelle gegen die Versammlungsfreiheit, wie sie im First Amendment der US-amerikanischen Verfassung festgeschrieben ist. Man kann eine öffentliche Veranstaltung nicht infiltrieren, weil man niemanden täuschen muss. Es ist geradezu schön, sich vorzustellen, dass Geheimagenten mit Jungscharmitgliedern Fuchs und Henne spielen, nur um sie nachher zu verpfeifen. Und viertens ist nach Meinung vieler das Department of Homeland Security (Heimatschutzministeriums) dafür gar nicht zuständig. The Guardian dazu:

 
Sinkende Moral, wenig Munition: Trumps Krieg im Iran zehrt das US-Militär aus
Die versuchte Machtdemonstration im Irankrieg droht, die US-Streitkräfte überzustrapazieren. Erschöpfte Besatzungen und schwindende Raketenbestände wirken bis nach Kyjiw und Taipeh

Eigentlich sollte der Einsatz der USS Abraham Lincoln Berichten zufolge im Mai enden. Doch weil der Irankrieg von US-Präsident Donald Trump und Israel kein Ende findet, sind die rund 5000 Seeleute und Marineinfanteristen des Flugzeugträgers noch immer im Nahen Osten – und bekommen die Folgen direkt zu spüren: Mehrere Medien berichten von sinkender Moral und angegriffener psychischer Verfassung der Besatzung. Deren Erschöpfung, so fürchten Angehörige, könne zu "tödlichen Fehlern" führen.

Es ist nicht die einzige Nachricht, die das Weiße Haus fast sechs Monate nach Kriegsbeginn in Bedrängnis bringt. Auch schwindende Munitionsbestände und die monatelange Ohnmacht gegenüber Teheran, das die Straße von Hormus faktisch für den Schiffsverkehr sperrt, kratzen an Ansehen und Schlagkraft des mächtigsten Militärs der Welt. Die Auswirkungen sind bis nach Kyjiw und Taipeh zu spüren.

Schimmelnde Duschen auf dem Flugzeugträger
Im Fokus steht seit Tagen der über 300 Meter lange Flugzeugträger USS Abraham Lincoln, seit rund 265 Tagen und damit weit länger unterwegs als geplant. Der liberale Sender "MS NOW" berichtete zuerst von Engpässen an Bord: Schimmel in den Duschen, knappe Lebensmittel, fehlende Zahnpasta, Deo und Seife. In einem Brief an Verteidigungsminister Pete Hegseth und den amtierenden Marinestaatssekretär Hung Cao sprach der demokratische Senator Richard Blumenthal am Mittwoch von "ernsten Sorgen".

 
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