Das bange Warten auf die letzten Midterm-Entscheidungen dauert mehr als zwei oder drei "Mississippis"
Bekommt Los Angeles eine betont linke Bürgermeisterin und Mississippi den ersten schwarzen Senator seit der Reconstruction-Zeit? Die Entscheidungen könnten noch dauern – so wie jene in der Causa um die beiden Dan Sullivans
Die Midterm-Wahlen in den USA sind geschlagen, das Ergebnis ist mehr als klar. Doch im Rausch des "blauen Tsunamis" geht unter, dass einige besonders spannende Wahlentscheidungen noch auf ihre Klärung warten. Der STANDARD liefert einen schnellen Überblick.
Dazu zählt unter anderem die Frage, wie groß genau die Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus sein wird. Bisher fix einen demokratischen Sieger haben nach Zählung der New York Times 240 der 435 Wahlkreise – wobei die einfache Mehrheit "nur" bei 218 gelegen wäre. Die Sache wird vermutlich aber noch deutlicher. Der Dienst Decision Desk HQ, der dafür bekannt ist, sich schneller festzulegen, geht bereits von 250 Sitzen aus. Aber auch hier ist das Ende der Fahnenstange vermutlich noch nicht erreicht, weil auch dort rund 30 Rennen noch nicht ausgezählt sind. Die meisten davon werden am Ende wohl an die Republikaner gehen – doch bis zu 260 Sitze sind laut dem Medium Punchbowl News im Bereich dessen, was demokratische Parteilenker derzeit für noch möglich halten. Das ist auch das Ergebnis, wenn man sich die bloßen Zwischenstände bei der Auszählung in allen Sitzen ansieht.
Weil ein solches Ergebnis auch viele künftige Abgeordnete nach oben spült, die sich bisher nur geringer landesweiter Prominenz erfreuen konnten, ist die genaue ideologische Ausrichtung des kommenden "House" noch etwas unklar. Die New York Times geht in einer ersten Analyse aber von einem deutlichen Überhang an moderaten Stimmen bei den Demokraten aus – was auch insofern naheliegt, als es sich bei den Neuankömmlingen ja um jene handelt, die bisher republikanische Sitze gewonnen haben – und diese liegen in strukturell eher konservativen Gegenden.
Noch nicht sicher ist auch der Ausgang von zwei Senatsrennen und damit die Antwort auf die Frage, ob die Demokraten 54, 55 oder 56 Senatssitze haben werden.
Bekommt Los Angeles eine betont linke Bürgermeisterin und Mississippi den ersten schwarzen Senator seit der Reconstruction-Zeit? Die Entscheidungen könnten noch dauern – so wie jene in der Causa um die beiden Dan Sullivans
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