Erst kürzt man dem Säugling die Krankenversorgung, dann legt man ihm ein Sparbuch in die Wiege
Seit dem 4. Juli können amerikanische Eltern ein Konto eröffnen, das den Namen des Präsidenten trägt. Wer zwischen 2025 und 2028 geboren wird, bekommt vom Finanzministerium 1.000 Dollar. Endlich gebe der Staat unseren Kindern Geld zurück, rief Trump am Mittwoch in Georgia. Mehr als 7 Millionen Konten seien aktiv. Sehen wird das Kind davon zunächst nichts. Das Geld geht an private Verwalter, wandert in Indexfonds und bleibt bis zum 18. Geburtstag gesperrt. Ein Säugling wird Anleger, bevor er sitzen kann. Wozu das dienen soll, sagen die Förderer selbst. Man wolle mehr Amerikanern einen Anteil am Aktienmarkt geben und damit die wachsende Beliebtheit demokratischer Sozialisten bremsen, jener also, die Konzerne höher besteuern wollen, damit Essen und Arztbesuch bezahlbar werden. Das Kind soll nicht satt werden. Es soll Aktionär werden. Zustimmung im Voraus gekauft, Stückpreis 1.000 Dollar.
Der Zeitplan verrät den Rest. Ein Versprechen, fällig in 18 Jahren, kostet heute nichts als die Ankündigung. In der Gegenwart aber leben die Kinder, für die es gedacht ist, und dieselbe Gegenwart hat dasselbe Gesetz geregelt, das die Konten schuf. Es kürzte Medicaid und die Lebensmittelhilfe, jene Programme also, die vor allem Kindern zugutekommen. Man nimmt dem Säugling den Arzt und legt ihm dafür ein Papier in die Wiege, das er als Erwachsener aufschlagen darf. Auch die versprochene Gerechtigkeit hält nicht. Man gleiche das Spielfeld aus, erklärt das Ministerium, nun könne jeder für sein Kind vorsorgen, nicht nur Familien mit Treuhandvermögen. Nur bekommt die 1.000 Dollar auch, wer seinem Kind längst ein Bildungssparkonto und ein Wertpapierdepot eingerichtet hat. Ein Zuschuss, der bei allen gleich hoch ausfällt, schließt keine Lücke. Er rückt sie nur eine Stelle nach rechts.
Ob das Geld überhaupt kommt, ist die nächste Frage. Masaki und Kristina McLellan aus New Jersey beantragten das Konto für ihre Tochter Maya am 6. Juli. Der Antrag wurde abgelehnt, erst ein Anruf bei der Hotline schaltete ihn frei. 10 Tage werde es dauern, hieß es. Dann waren es 4 Wochen. Das Ministerium nennt den Fall ungewöhnlich, spricht von üblicher Bearbeitungszeit wie bei einer Steuererstattung und versichert, die Mehrheit warte 1 bis 2 Tage. Zugleich preist es die Konten als erfolgreichstes staatlich gestütztes Sparprodukt der amerikanischen Geschichte. Rick Jackson, republikanischer Bewerber um das Gouverneursamt in Georgia und Vorstandschef eines Gesundheitskonzerns, will die 1.000 Dollar aus Landesmitteln verdoppeln. Zieht das Parlament nicht mit, zahle er eben selbst. Wahlkampf mit dem Kleinkind als Empfangsstelle.
Der Zeitpunkt des Jubels ist kein Zufall. Vor den Zwischenwahlen billigen nur 33 Prozent der Erwachsenen Trumps Wirtschaftspolitik. Er hatte sinkende Preise versprochen, seine Zölle und der Iran-Krieg haben sie getrieben. Da kommt ein Geschenk gelegen, dessen Rechnung erst in 18 Jahren aufgeht. Bezahlen wird sie ein Kind, das heute nicht zum Arzt kann. Und wenn es das Konto endlich öffnen darf, ist der Mann, dessen Name darauf steht, längst nicht mehr zu befragen.
Seit dem 4. Juli können amerikanische Eltern ein Konto eröffnen, das den Namen des Präsidenten trägt. Wer zwischen 2025 und 2028 geboren wird, bekommt vom Finanzministerium 1.000 Dollar. Endlich gebe der Staat unseren Kindern Geld zurück, rief Trump am Mittwoch in Georgia. Mehr als 7 Millionen Konten seien aktiv. Sehen wird das Kind davon zunächst nichts. Das Geld geht an private Verwalter, wandert in Indexfonds und bleibt bis zum 18. Geburtstag gesperrt. Ein Säugling wird Anleger, bevor er sitzen kann. Wozu das dienen soll, sagen die Förderer selbst. Man wolle mehr Amerikanern einen Anteil am Aktienmarkt geben und damit die wachsende Beliebtheit demokratischer Sozialisten bremsen, jener also, die Konzerne höher besteuern wollen, damit Essen und Arztbesuch bezahlbar werden. Das Kind soll nicht satt werden. Es soll Aktionär werden. Zustimmung im Voraus gekauft, Stückpreis 1.000 Dollar.
Der Zeitplan verrät den Rest. Ein Versprechen, fällig in 18 Jahren, kostet heute nichts als die Ankündigung. In der Gegenwart aber leben die Kinder, für die es gedacht ist, und dieselbe Gegenwart hat dasselbe Gesetz geregelt, das die Konten schuf. Es kürzte Medicaid und die Lebensmittelhilfe, jene Programme also, die vor allem Kindern zugutekommen. Man nimmt dem Säugling den Arzt und legt ihm dafür ein Papier in die Wiege, das er als Erwachsener aufschlagen darf. Auch die versprochene Gerechtigkeit hält nicht. Man gleiche das Spielfeld aus, erklärt das Ministerium, nun könne jeder für sein Kind vorsorgen, nicht nur Familien mit Treuhandvermögen. Nur bekommt die 1.000 Dollar auch, wer seinem Kind längst ein Bildungssparkonto und ein Wertpapierdepot eingerichtet hat. Ein Zuschuss, der bei allen gleich hoch ausfällt, schließt keine Lücke. Er rückt sie nur eine Stelle nach rechts.
Ob das Geld überhaupt kommt, ist die nächste Frage. Masaki und Kristina McLellan aus New Jersey beantragten das Konto für ihre Tochter Maya am 6. Juli. Der Antrag wurde abgelehnt, erst ein Anruf bei der Hotline schaltete ihn frei. 10 Tage werde es dauern, hieß es. Dann waren es 4 Wochen. Das Ministerium nennt den Fall ungewöhnlich, spricht von üblicher Bearbeitungszeit wie bei einer Steuererstattung und versichert, die Mehrheit warte 1 bis 2 Tage. Zugleich preist es die Konten als erfolgreichstes staatlich gestütztes Sparprodukt der amerikanischen Geschichte. Rick Jackson, republikanischer Bewerber um das Gouverneursamt in Georgia und Vorstandschef eines Gesundheitskonzerns, will die 1.000 Dollar aus Landesmitteln verdoppeln. Zieht das Parlament nicht mit, zahle er eben selbst. Wahlkampf mit dem Kleinkind als Empfangsstelle.
Der Zeitpunkt des Jubels ist kein Zufall. Vor den Zwischenwahlen billigen nur 33 Prozent der Erwachsenen Trumps Wirtschaftspolitik. Er hatte sinkende Preise versprochen, seine Zölle und der Iran-Krieg haben sie getrieben. Da kommt ein Geschenk gelegen, dessen Rechnung erst in 18 Jahren aufgeht. Bezahlen wird sie ein Kind, das heute nicht zum Arzt kann. Und wenn es das Konto endlich öffnen darf, ist der Mann, dessen Name darauf steht, längst nicht mehr zu befragen.