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Für Trump und seine Freunde ist Insiderhandel ein ganz normales Geschäft
Wer sich um Regeln und Gesetze nicht kümmert, wird Informationen immer zum eigenen Nutzen verwenden – und dieses Privileg teuer an andere verkaufen

Ältere Jahrgänge am Wiener Finanzmarkt erinnern sich an die Zeit Mitte der 1980er-Jahre, als die verschlafene Wiener Börse vom US-Investmentguru Jim Rogers wachgeküsst wurde und ihren ersten Höhenflug erlebte. Damals war es üblich, dass Händler, die eine große Kauforder für eine Aktie erhielten, zuerst selbst zugriffen, weil sie wussten, dass der Kurs bald steigen werde. Auch Nachrichten aus Unternehmen zirkulierten zuerst am Wiener Schottenring, bevor andere davon erfuhren.

Es gab zu solchen Praktiken kein Unrechtsbewusstsein, Insiderhandel war damals auch gar nicht strafbar. Aber als unter internationalen Investoren immer öfter von der "Vienna Insider Party" (VIP) die Rede war, nahm der Ruf des Finanzplatzes einen schweren Schaden, von dem er sich erst viele Jahre später erholte.

Warum ich das erzähle? Die Einstellung von Donald Trump und seinen Freunden zum Insiderhandel gleicht jenen der Wiener Aktienhändler vor 40 Jahren – mit dem Unterschied, dass die USA die Verwendung nicht öffentlicher Informationen für den eigenen Nutzen mit strengen Gesetzen ahnden. Einige prominente Persönlichkeiten mussten für solche Vergehen lange Haftstrafen verbüßen; der Finanzjongleur Ivan Boesky oder die Unternehmerin Martha Stewart sind einige der bekanntesten Namen.

 
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